Bud Spencer «Eigentlich wollte ich Balletttänzer werden»

Von den news.de-Redakteuren Oliver Roscher und Sven Wiebeck, Leipzig
Eine Filmlegende versetzte eine Stadt in den Ausnahmezustand: Die Menschen strömten in Massen zu Bud Spencers Signierstunde in einer Leipziger Buchhandlung. Voher verriet er im Gespräch mit news.de, dass er für Terence Hill auch heute noch Pasta kocht.

Bud Spencers Autobiografie stürmt die Bestsellerlisten. Vor der Signierstunde in einer Leipziger Buchhandlung nimmt sich die 81-jährige Filmlegende Zeit für ein Gespräch mit den Journalisten. Mit einem gegrummelten «Guten Abend» begrüßt Carlo Pedersoli, so sein richtiger Name, die Presse - am Nachmittag. Seine Stimme ist tief und ein wenig rauchig. Angst vor Schlägen muss aber niemand haben, der Schauspieler untermalt seine Bärbeißigkeit mit einem breiten Lächeln.

Zur Erklärung seiner deutschen Begrüßung lässt er wissen: «Ich habe ein Jahr Deutsch studiert, aber alles vergessen.» Eine Dolmetscherin übersetzt fortan die Antworten des Mannes, der zusammen mit seinem kongenialen Partner Terence Hill Filmgeschichte schrieb. In seiner Autobiografie wird der 72-jährige Kollege ausreichend gewürdigt.

Filmikone
Sieben Fakten zu Bud Spencer

Dabei war die Rollenverteilung zwischen den beiden immer klar: «Bud Spencer war nie der Typ Mann, auf den die Frauen stehen. Das war eindeutig Terence Hill. Aber mich mussten sie ja auch ertragen, wenn sie Terence mochten.» Dafür wollten die Männer alle so sein wie Bud Spencer. Aber nicht nur vor der Kamera stimmte die Chemie zwischen den beiden gegensätzlichen Typen. Sie hätten sich «nie gestritten», im Gegensatz zu vielen anderen Paaren, und seien damit «einmalig».

Die spezielle Verbindung des großen, stämmigen Bud Spencer zu dem gut aussehenden, jüngeren Kollegen Terence Hill, des ungelernten Darstellers zu dem ausgebildeten Schauspieler, besteht bis heute. Ob sie sich noch regelmäßig sehen? Bud Spencer murmelt ein «sempre», also «immer», zumindest wenn es beim Kumpel Pasta gibt. «Da er bei seiner Frau keine Pasta bekommt, schaut er manchmal bei mir vorbei. Ich mache ihm dann welche», verrät er.

Auch ohne Terence Hill war Bud Spencer im Kino erfolgreich. Die Plattfuß-Reihe ist legendär. Für diese Filmfigur kündigt er ein TV-Comeback an, bleibt aber vage. «Ich bin in der Kamera», nicht vor oder dahinter, betont er und grinst. Humor Marke Bud Spencer.

In seiner Autobiografie erfährt der Leser über die zahllosen Dinge, die Carlo Pedersoli aus Neapel erlebt hat. Olympia-Teilnahmen, eigene Fluglinie, eigene Filmproduktionsfirma und und und. Fast nichts hat der gebürtige Neapolitaner ausgelassen. Ein paar Wünsche hat er dennoch: «Drei Dinge hätte ich gern gemacht: als Balletttänzer auf der Bühne stehen, wirklich Reiten können und als Politiker Erfolg haben. Letzteres habe ich immerhin zwei Tage versucht.»

«Damals wurden noch richtige Filme gedreht»

Wenig später steht Bud Spencer vor der großen Aufgabe, während der Signierstunde die Wünsche seiner Fans zu erfüllen - und das ist gar nicht so leicht, denn die Schlange vor dem Buchladen in der Leipziger Innenstadt ist mehrere hundert Meter lang. Dabei stehen die Menschen schon zu zweit oder dritt nebeneinander. In der Fußgängerzone herrscht Ausnahmezustand.

Als er den Raum betritt, brandet Jubel auf, applaudieren die Massen, gellen Pfiffe durch die Luft. Die Leinwandlegende nimmt auf einem kleinen Podest Platz, greift zu dem schwarzen Stift und verewigt sich mit einem einfachen «Bud» in dem Buch einer jungen Frau. Sie strahlt. Dieses Szenario wird sich an diesem Abend noch hunderte Male wiederholen.

Zu Deutschland habe er eine ganz besondere Beziehung, hatte der 81-Jährige im Gespräch am Nachmittag betont. Er kannte und mochte das Land bereits, bevor er Karriere als Bud Spencer machte: neben Hamburg, München und Essen auch Gelsenkirchen und Oberpfaffenhofen.

Was aber lieben die Menschen an ihrem Bud Spencer? Alexander und Julia haben immerhin vier Stunden Wartezeit in Kauf genommen. Er liebt den «Spaß, den die Filme vermitteln, der dank der Dialogregie von Rainer Brandt unübertroffen ist». Freundin Julia hat sich erst an den Haudrauf-Humor gewöhnen müssen, «schaut die Filme aber nun auch gerne zusammen mit ihrem Mann».

Tinka ist extra aus Düsseldorf angereist. Ihre Leidenschaft zum stämmigen Italiener begann in frühester Kindheit. «Die Filme habe ich zusammen mit meinem Papa geguckt», sagt sie und bedauert, dass heute zu viel Sex und Blut gezeigt werden. «Damals wurden noch richtige Filme gedreht, das war noch ordentliches Fernsehen.» Die Liebe zu Bud Spencer verewigt die angehende Kommunikationsdesignerin inzwischen in Schmuckstücken mit den Porträts von Bud Spencer und Terence Hill.

Bud Spencers Konterfei ziert zudem zahllose T-Shirts der Autogrammjäger. Hier und da ist auch ein blaues «Mücke»-Trikot in der Menge zu sehen. «Plattfuß» ist ebenfalls vertreten. In und vor der Buchhandlung leuchten die Blitzlichter unzähliger Kameras auf, klicken die Auslöser der Mobiltelefone. Selbst vor den Schaufenstern abseits des Eingangs drängen sich Fans der Kino-Ikone, recken ihre Fotoapparate in die Höhe. Nach einer Stunde und 15 Minuten ist Schluss. Alle Wünsche kann der Weltstar nicht erfüllen, der Andrang ist dann doch zu groß.

«Ich hätte niemals damit gerechnet, irgendwann mal Bud Spencer in Natura zu sehen», sagt ein junger Mann im Vorbeigehen. «Den hatte ich nicht auf der Liste, genauso wenig wie Superman.»

Titel: Bud Spencer – Mein Leben, meine Filme – Die Autobiografie
Autoren: Bud Spencer mit Lorenzo De Luca und David De Filippi
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Seiten: 240 Seiten + 2x 16 Seiten Bildteil

Preis: 19,95 Euro

Erscheinungstermin: bereits erschienen

 

voc/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Matthias Engel
  • Kommentar 3
  • 25.06.2011 21:24

Das finde ich auch so, und habe heute noch jeden Film von Ihnen wie die Kelly´s Family Ihre Lieder She Is Crazy! An Angel wie, 1972 Peter Frankenfeld die Glücksspinade Moderierte oder Humor ist Strumpf schon Alexander (Doris Nofedov) Ach was sage ich es gibt so viel was uns das Herz beglückt. Ich finde auch die Programme bestehen nur noch aus Horrormeldungen und der kriminellen GEMA Gemache Gelder zu waschen. Mit der GEMA lege ich mich aber jetzt an, da sie nicht gesetzliche Richtlinien befolgen kann. Solche Filme fehlen nicht aber Humor der GEMA in Gelder zu versetzen betrügerisch.

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  • benny
  • Kommentar 2
  • 25.06.2011 15:02

das ist Budy wie mann ihn kennt weiß noch wo er in Essen Lichtburg war und mich als kleiner knirps auf huckepack mit ins kino nahm.in den film charly deswegen er ist eine Legende dieser Mann bin einer seine größten fan hab alle seine filme hier.und wie mann wieder sehen kann wo er auftaucht strömen die fans zu ihm.

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  • Hans Müller
  • Kommentar 1
  • 25.06.2011 08:54

Ja das finde ich auch

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