Bankrotte Stars Pleiten, Pech und Promis

Sie verdienen Millionen und gehen trotzdem pleite. Wie kann es sein, dass Prominente wie der Schauspieler Horst Janson so hoch verschuldet sind? News.de nennt Stars, die blank sind, und schildert, wie sie in die Schuldenfalle tappten.

Pleite (Foto)
Horst Janson, Anne Menden und Ingrid Steeger (von links) sind in die Schuldenfalle getappt. Bild: news.de/dpa (Montage)

«Uns steht das Wasser nicht bis zum Hals, sondern schon fast bis zur Nase.» So formuliert Horst Janson seine derzeitige finanzielle Situation. Man kann es auch so ausdrücken: Der 75-jährige Schauspieler ist bankrott, hat 650.000 Euro Schulden bei rund einem Dutzend Gläubigern, verliert möglicherweise seine Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald.

Wie konnte es so weit kommen? Horst Janson ist schließlich ein Fernsehstar, wurde in den 1970er Jahren berühmt durch seine Rolle als der ewige Student Bastian und als Gesicht der Sesamstraße. So einer muss doch während seiner Schauspielkarriere genug Geld gescheffelt haben, um im Alter ausgesorgt zu haben. Doch stattdessen sitzt Janson vor einem Schuldenberg und schiebt in der ARD-Talkshow Maischberger die Schuld einem «guten Bekannten» zu, der
ihn und seiner Frau Hella in den 1990er Jahren bequatschte, auf Pump viel Geld in zwei Immobilien in Ostdeutschland zu investieren, um Steuern zu sparen.

Janson, Reim & Co.: Berühmt aber pleite

Soll man Mitleid mit Horst Janson empfinden? Oder mit den anderen Promis, die in finanzielle Schieflage geraten sind? Denn in letzter Zeit häufen sich wieder die Nachrichten, wonach der eine oder andere Star Probleme mit dem Geld hat. Meist sind es kreditfinanzierte Immobilieneinkäufe, mit denen sich die Künstler übernommen haben. So stolperten in den vergangenen Jahren Schauspielerin Grit Boettcher, Schlagersänger Gunter Gabriel und Bestsellerautorin Hera Lind über angebliche Steuersparmodelle.

Schlechte Zeiten für Anne Menden

Auch Anne Menden tappte auf diese Weise in die Schuldenfalle. Die 25-Jährige, die TV-Zuschauer als Emily Höfer in der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ) kennen, wollte sich vor drei Jahren einen großen Traum erfüllen und kaufte sich auf Kredit eine Wohnung für 270.000 Euro. Der Bauherr hatte ihr damals gesagt, dass er die Grunderwerbssteuer übernehmen würde, doch das Geld kam nie beim Finanzamt an und somit stand sie plötzlich gar nicht gut da: «Ich habe den falschen Leuten vertraut. Das merkte ich erst, als das Finanzamt plötzlich Nachzahlungen von mir wollte», erklärte sie kürzlich der Bild-Zeitung.

Die hohe Summe konnte Anne Menden aber nicht aufbringen, mit den Raten für den Kredit kam sie auch nicht nach und somit wurden ihre Konten gepfändet. Den Kaufvertrag löste sie daraufhin zwar auf, musste aber eine Vergleichszahlung von 70.000 Euro leisten, die sie jedoch nicht hatte. Gut, dass sie ihr Serien-Gehalt hat, das direkt an die Bank geht, sodass Menden nur so viel bleibt, dass sie sich das Nötigste kaufen kann. Die GZSZ-Darstellerin zahlt seit zweieinhalb Jahren und wird wohl noch in diesem Jahr wieder schuldenfrei sein. Dann werden wohl auch bald wieder gute Zeiten für die Schauspielerin anbrechen.

Auf die wartet Billy Boyd bislang vergebens. Für ihn waren es Peanuts – die 2,2 Millionen Euro, die er angeblich für sein Mitwirken in der Herr der Ringe-Trilogie verdiente. In dem Streifen, der fast das Tausendfache, also 2,2 Milliarden Euro, in die Kinokassen spülte, war er der Hobbit Pippin – eine Rolle, die ihn berühmt machte. Aber das nutzte Boyd wenig. «Irgendwann begreift man, dass da nichts Größeres mehr kommen kann. Dann macht man einfach nur noch Dinge, die einem Spaß machen», sagte Boyd der britischen Zeitung Sun.

Offenbar war dieser Lebensstil zu kostspielig. Und gleichzeitig kam nicht mehr genug Geld nach, denn seit Herr der Ringe blieben für Boyd die großen Rollen aus. Man sah ihn zwar noch in Master & Commander – Bis ans Ende der Welt an der Seite von Russell Crowe, danach folgten aber nur noch Engagements in eher unbekannten englischen Kinoproduktionen. Im Sommer 2010 verkündete der 42-jährige Schauspieler schließlich, dass er pleite ist. Sein Kommentar: «Ich habe kein Geld mehr. Wir sind Schauspieler ohne Namen. Wir haben das Ganze für Peanuts gemacht – und für Essen.»

Die Männer sind dran schuld

So ehrlich wie Billy Boyd gesteht kaum ein Prominenter, dass er sein Vermögen schlichtweg verprasst hat. Meist müssen die Männer als Sündenböcke herhalten. So klagte Klimbim-Star Ingrid Steeger Ende 2010 in der Bild-Zeitung: «Das meiste Geld ist für Männer draufgegangen, die mich ausgenommen haben wie eine Weihnachtsgans.»

Ähnlich erging es angeblich Schlagerstar Michelle: «Männer haben mich nur geliebt, weil ich ihnen das Geld in den Hals gesteckt habe», verriet sie 2008. Nach Schlaganfall, Selbstmordversuch und Karriereaus meldete die Sängerin Privatinsolvenz an. Bereits zuvor waren mehrere Immobilien zwangsversteigert worden. Viel gebracht hat es nicht: Der private Bankrott ließ sich nicht vermeiden. Laut bild.de musste Michelle von 989 Euro im Monat leben, zuzüglich Kindergeld. Mittlerweile ist die 39-Jährige gesundheitlich und privat wieder auf den Beinen.

Meist haben die Promis ähnlich wie viele Normalverbraucher, die pleite gehen, wohl einfach keine Lust und Zeit, sich mit Geld zu beschäftigen und einen Finanzplan zu erstellen. Oder sie haben falsche Ratgeber. Dann kommt noch der Effekt Gier dazu, denn auch Stars lassen sich gern von illusorischen Renditen blenden.

Für Horst Janson besteht zumindest ein klein wenig Hoffnung auf Hilfe. Auf seiner Internetseite rufen seine Freunde zu Spenden auf. Unter dem Stichwort «Sympathie für Horst Janson» werden die User aufgefordert, mindestens einen Euro zu überweisen. Gut möglich, dass sich Jansons Fans auf diese Weise für viele schöne Fernsehstunden bedanken. Das Gros der in finanzielle Not geratenen «Normalo»-Deutschen kann von solch einer Unterstützung allerdings nur träumen.

Klicken Sie sich hier durch unsere Bilderstrecke «Berühmt aber pleite».

zij/news.de

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Leserkommentare (12) Jetzt Artikel kommentieren
  • Frankschweiz
  • Kommentar 12
  • 10.06.2011 22:07

Manchmal genügen 10 Minuten im Monat, um über Geld nachzudenken. Für die Schicksale der Promis habe ich in den meisten Fällen kein Verständniss, da nicht der Berater entscheidet, sondern nur Möglichkeiten von Geldanlagen incl. der Steuergesetzgebung aufzeigt. Die Entscheidung trifft jeder selbst. Ich denke, die meisten haben einfach über Ihre Verhältnisse gelebt und nicht eine Minute im Monat über Geld nachgedacht. Ein solider Bürger, der mit jeden Cent rechnen muss, wird so etwas nicht unüberlegt entscheiden. Spenden werde ich jedenfalls nicht an Personen, die in Luxus leben.

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  • marebe712
  • Kommentar 11
  • 10.06.2011 08:37

Hallo isioma, es heißt, man kann für unsere "notleidenden" Pleitestars spenden, man muss es aber nicht. Wer Herrn Janson trotzdem etwas spendet, und sei es auch nur ein Euro, ist meines Erachtens äußerst fehlgeschaltet. Dieser Euro wäre besser bei jemandem angebracht, der schuld- und gierlos in Armut geraten ist. Herr Janson war eigentlich alt genug, um sich über die Risiken einer Geldanlage zu kümmern. Aber wie heißt es so schön: Alter schützt vor Torheit nicht!

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  • cbf600
  • Kommentar 10
  • 09.06.2011 20:00
Antwort auf Kommentar 5

Liebe Lydia49. Nur zum besseren Verständniss. Was hat Afganistan, Griechenland, Herr Henkel, der Euro und unsere "geliebte" Kanzlerin mit dem Kernthema (Pleite von Promis) zu tun??????

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