Fall Kachelmann Ex-Geliebte legt Revision ein

Kachelmann (Foto)
Auf dem Weg zum Landgericht Mannheim verbirgt die Nebenklägerin ihr Gesicht hinter der Hand und einer Sonnenbrille. Bild: dpa

Der Justizkrimi geht weiter: Nach dem Freispruch für Wettermoderator Jörg Kachelmann hat das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer nun ebenfalls Revision gegen das Urteil eingelegt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte dies bereits am Montag getan.

Nach dem Freispruch für Jörg Kachelmann hat nun auch das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Revision gegen das Urteil eingelegt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte bereits am Montag erklärt, Revision einzulegen. Gestern nun folgte die im Prozess als Nebenklägerin aufgetretene Ex-Geliebte, wie das Landgericht Mannheim erst heute Morgen mitteilte.

Kachelmann war vor rund einer Woche aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der besonders schweren Vergewaltigung freigesprochen worden. Die 38-jährige Ex-Geliebte hatte ihn beschuldigt, sie im Februar 2010 mit einem Messer zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Kachelmann hatte die Vorwürfe stets bestritten. Allerdings war das Landgericht auch nicht von der Unschuld des 52-Jährigen überzeugt. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem 44 Verhandlungstage andauernden Prozess vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe für den 52-Jährigen gefordert.

Prozess
Freispruch für Kachelmann

Fragen der stichhaltigen Beweiswürdigung

Gegen Strafurteile der Landgerichte ist nur Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe möglich. Anders als bei Berufungsverfahren gibt es keine komplette Neuverhandlung vor dem BGH, vielmehr wird dort das schriftliche Urteil des Landgerichts auf Rechtsfehler überprüft.

Man wolle nun erst die schriftlichen Urteilsgründe prüfen, sagte der zuständige Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge. Dann werde entschieden, ob die Revision aufrechterhalten werde. Formelle Verfahrensfehler gebe es aus bisheriger Sicht zwar nicht, ergänzte er. Es gehe vielmehr um Fragen der stichhaltigen Beweiswürdigung durch das Gericht und darum, ob die Indizienkette nochmals überprüft werden müsse. Die Kammer hatte zur Begründung des Freispruchs darauf verwiesen, dass die Indizien sowohl für als auch gegen Kachelmann sprechen könnten und ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Kachelmann-Prozess
Ein Freispruch mit Beigeschmack
Video: news.de

«Im Oktober wissen wir, wohin die Reise geht»

Das Landgericht hat nun dreieinhalb Monate Zeit, die schriftliche Urteilsbegründung zu verfassen und der Staatsanwaltschaft zu überstellen. Oltrogge rechnet damit, dass sie spätestens Ende September vorliegen wird. Danach ist die Staatsanwaltschaft erneut am Zug und hat einen Monat Zeit, «die Revision zu begründen und zu prüfen», so Oltrogge. «Im Oktober wissen wir, wohin die Reise geht.»

Wie es im Justizkrimi um Kachelmann weitergeht, dürfte damit frühestens im Herbst feststehen: Im Falle einer Revision hätte dann der Bundesgerichtshof zu entscheiden. Sollte der BGH Rechtsfehler feststellen, wird das Verfahren an das Landgericht Mannheim zurückgegeben.

wie/car/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Demos Oberschicht
  • Kommentar 2
  • 17.06.2011 08:34

Es geht hier wiederum nur um die Beschäftigung mit einem Fall, der ausgehen wird wie das Hornberger Schießen. Man hat Arbeit, die viel Geld für Gutachter einbringt, und man kann das Volk mit unseren Schmiermedien weiter beschäftigen und verdummen. Es wird in bester Weise von den brennenden Fragen usnerer Zeit abgelenkt. Die vorsätzlich geförderte reine Sensationsgeilheit des Volkes wird bedient! Jeder Fisch stinkt, verfault und verschimmelt zuerst im Kopf.

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  • Marco Wegener
  • Kommentar 1
  • 09.06.2011 04:53

Wenn schon das Landgericht Mannheim den Kachelmann nicht verurteilen konnte, obwohl es im Sinne der judischen Lobby dies mit allen Mitteln tun mußte, dann wird das BGH erst recht dem Kachelnn recht geben. Außer, man versucht die Richter des BGH zu bestechen. Was anderes fällt mir zu dieser blödsinniger Aktion leider nicht ein.

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