Hochzeit kulinarisch Mit der Queen zu Tisch

Kate und William heiraten und im Anschluss darf im Buckingham Palast ausgelassen gefeiert werden. Ein normaler Hochzeitsempfang muss streng nach royalem Protokoll laufen, wie ein Staatsbankett. Doch was ist schon normal bei der Hochzeit des Jahres?

Die königliche Hochzeitsroute

Prinz Harry ist der Trauzeuge seines Bruders bei der Hochzeit des Jahres. Und als solcher darf er nicht nur die Bankett-Rede halten. Harry organisiert auch die Party im Buckingham Palast. Dafür hat er die Säle des Palastes zu einer Art Disco umgestalten lassen, in der DJs die Gäste zum Tanzen bringen. Auf diesen Teil des Abends freut sich Queen Elisabeth II. vielleicht besonders, denn da ist sie schon nach Schloss Windsor abgereist.

Die Königin schwänzt die Hochzeitsfeier ihres ältesten Enkels, wird sich allerdings bei einem Mittagsempfang direkt nach der Trauung nicht lumpen lassen. Das bestätigte ein Sprecher des Palastes nur Stunden vor dem großen Tag. Noch 600 der 1900 Gäste werden dabei sein, wenn die Queen Häppchen und Drinks servieren lässt. Häppchen und Drinks? Klingt wenig royal? Stimmt, denn normalerweise verläuft so ein Empfang pompöser - nach den strikten Regeln des Hofprotokolls.

Ein Festmahl ist Privileg der Krone

Und die haben Tradition. Schon im Jahr 1315 wurde vom Königshof verfügt, dass «jedes Festmahl das ausschließliche Privileg der Krone sei», schreibt Kathryn Jones in Dining At The Palace - Zu Gast bei der Queen. Im Buch zeigt sie eine Welt auf, die sonst nur Adelsexperten vom Hörensagen versuchen zu erklären. Krönungen, Jubiläen, ausländische Staatsgäste und eben Hochzeiten sind gute Gründe für ein royales Festgelage.

Das findet im Buckingham Palast immer an einer hufeisenförmigen Tafel statt. Eine 68 Meter lange Stoffbahn aus Damast fungiert als Tischdecke und die Servietten werden zu holländischen Trachtenhauben drapiert. Für so eine Feier muss schon zwei Tage im Voraus gedeckt werden. Natürlich mit dem vergoldeten Silberservice, ein paar güldenen Tafelaufsätzen, Kerzenleuchtern hier, Dutzenden Blumengestecken da.

Das königliche Service für den ersten und zweiten Gang umfasst insgesamt 8000 Teile und stammt aus dem Jahr 1811. Wenn gerade kein Präsident zu Besuch ist, wird das Service unter Schutzatmosphäre in der Silberkammer gelagert. Acht Personen sind drei Wochen lang beschäftigt, um Messer, Gabeln und Löffel (auch Olivenlöffel sind dabei) vor dem großen Tag zu reinigen.

Der dritte und vierte Gang ist dafür weniger aufwendig und wird auf pflegeleichterem Porzellan serviert. Die Königin besitzt immerhin 47 Dessertservice - alle farbenprächtig und mit Wappen verziert. Acht bis zehn Leute decken den Tisch und messen penibel genau mit Zollstock, dass auch jedes Glas und jeder Löffel seinen richtigen Platz findet. Für Häppchen wird die Ausstattung wahrscheinlich etwas legerer gehandhabt.

Für das flüssige Wohl wird bei Kate und Williams Hochzeit natürlich trotzdem gesorgt sein. Sechs Gläser für jeden Gast stehen bei einem solchen Event normalerweise auf dem Tisch - für Champagner, Weißwein, Rotwein, Portwein, Wasser und noch mehr Champagner. Im Weinkeller des Buckingham Palastes stehen 25.000 Flaschen Wein und Spirituosen. Die äußerst seltene Flasche Sherry aus dem Jahr 1660 bleibt jedoch wahrscheinlich auch bei der Hochzeit des Jahres verschlossen. Im edlen Ambiente wird übrigens nicht angestoßen, William und Kate dürften sich nur zu prosten.

Biologisch statt Menü der Urgroßeltern

Und was essen Königs nun an so einem Tag? Beim Hochzeitsbankett von Williams Urgroßeltern König Georg VI. und Königin Elisabeth gab es im Jahr 1923 Lachs, Lammbraten, Kapaun, Spargel und Erdbeeren. Kate und Williams Menü für den Abend ist allerdings noch geheim. Das moderne Prinzenpaar soll jedoch Wert auf Biozutaten legen. Bekannt ist lediglich, wie die Hochzeitstorte aussehen soll und wer sie backt.

Fiona Cairns aus Leicestershire ist die Kuchendesignerin für das offizielle Gebäck des Brautpaares - ein terrassenförmiger Fruchtkuchen mit Sahne, weißer Glasur und Zuckerblüten. Von der McVities’s Cake Company werden für den Empfang im Buckingham Palast ein Schokoladenkuchen nach royalem Familienrezept gebacken. Speziell auf Prinz Williams Wunsch. Das Zeichen für das Ende des Essens geben bei Staatsbanketten übrigens zwölf Dudelsackbläser. Sobald die tröten, ist Zeit für Kaffee und Kuchen.

Kuss und Krone: Kate und Williams wichtigster Tag

Ob die DJs am Abend bessere Musik machen, wird Königin Elisabeth II. im Schloss Windsor nicht mehr mitbekommen. Allerdings verpasst sie so auch Harrys Bankett-Rede. Der Prinz hat für die eigentliche Hochzeitsparty von William und Kate übrigens auch Verköstigung fernab von goldenen Löffelchen organisiert: Cocktails, Champagner und Bacon-Sandwiches. Und zum nachhochzeitlichen Frühstück gibt es ab 4 Uhr morgens echtes English Breakfast. Könnte ja eine neue Tradition werden.

Lesetipp: Kathryn Jones, Dining at the Palace - Zu Gast bei der Queen, Verlag Jacoby & Stuart, 120 Seiten gebunden, 16,95 Euro

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Hier sind die schönsten Bilder aus London.

 

William und Kate: Royale Gästeliste

oro/car/news.de

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