Berlinale Von der DDR nach Hollywood

Von der DDR nach Hollywood (Foto)
Armin Müller-Stahl Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer, Berlin
Der Schauspieler und Künstler Armin Mueller-Stahl ist am Freitagabend mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale ausgezeichnet worden. Zudem fand gestern auch die letzte Premiere des Filmfestivals statt: Unknown Identity mit Diane Kruger.

Armin Mueller-Stahl bedankte sich bei bei den Gästen der Gala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz sichtlich bewegt «für den wirklich schönen Preis». Zuvor hatte sein Freund, der Regisser Costa-Gavras die Laudatio gehalten. Festivaldirektor Dieter Kosslick überreichte den Ehrenbären. Spontan forderte Mueller-Stahl die Gäste im Saal auf, «Happy Birthday» zu singen. Costa-Gavras sei vor fünf Tagen 77 Jahre alt geworden. Im Anschluss an die Ehrung wurde der Film Music Box von Costa-Gavras gezeigt, in dem Mueller-Stahl einen ungarischen Kriegsverbrecher spielt.

Traumkarriere: nach der Flucht aus der DDR eine Oscar-Nominierung

Auf den ersten Blick erscheint Mueller-Stahls Laufbahn als Traumkarriere: ein deutscher Schauspieler, dem der Sprung nach Hollywood glückte. Tatsächlich aber war sein Lebensweg ein brüchiger. 1930 wird Armin Mueller-Stahl im ostpreußischen Tilsit geboren und begann seine Schauspielkarriere in den fünfziger Jahren in der DDR, wo er schnell zum Star wurde.

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Er spielte in Filmen wie Nackt unter Wölfen und Jakob der Lügner. Im Zusammenhang mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns verließ er 1979 die DDR. Im Westen knüpfte er nahtlos an seine früheren Erfolge an und wurde mit Filmen wie Lola von Rainer Werner Fassbinder international bekannt. Als ein Angebot aus den USA kam, griff er zu. Der künstlerische Durchbruch in Hollywood gelang ihm mit Music Box und Avalon.

In seiner mehr als 50-jährigen Laufbahn arbeitete der Schauspieler mit namhaften Regisseuren wie Andrzej Wajda, Jim Jarmusch und Steven Soderbergh zusammen. Für seine Rolle in Shine erhielt er 1996 eine Oscar-Nominierung. Zuletzt war Armin Mueller-Stahl in der Bestsellerverfilmung Illuminati von Ron Howard zu sehen.

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Video: pfj/news.de

Letzte Berlinale-Premiere: Unknown Identity

Gestern abend lief auch die Premiere des letzten Berlinale-Films Unknown Identity mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones (Mad Men) und Aidan Quinn. Liam Neeson konnte wegen Dreharbeiten im Norden von Kanada leider nicht in Berlin sein, wurde von seiner Kollegin Diane Kruger allerdings würdig vertreten. Die 34-Jährige spielt im Film eine Taxifahrerin, die unverschuldet in Neesons Probleme verwickelt wird.

Der heimliche Hauptstar von Unknown Idendity ist allerdings die Stadt Berlin. Dort wieder einmal zu drehen, darüber freute sich Diana Kruger besonders. Die gebürtige Deutsche verbringe seit dem Beginn ihrer Schauspielkarriere und der Entscheidung nach Hollywood zu gehen dank der vielen Dreharbeiten mehr Zeit in Berlin, als zuvor, sagte sie am Nachmittag in einer Pressekonferenz.

Am Abend schritt sie im lilafarbenen Kleid gemeinsam mit ihren Kollegen Sebastian Koch und Karl Markovics sowie dem Regisseur des Films, Jaume Collet-Serra über den roten Teppich. Wie alle Stargäste wurde auch sie, die vor drei Jahren in der Berlinale-Jury saß, dabei von Festival-Direktor Dieter Kosslick begleitet.

Ebenfalls auf der Premiere gesichtet wurden die Schauspieler Peter Lohmeyer, Jan Sosniok, Dominik Raacke und Moderatorin Eve Maren Büchner.

pfj/news.de/ddp

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • George
  • Kommentar 1
  • 19.02.2011 10:52

Finden Sie nicht die Selbstbeweihräucherung eklig?

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