Oscar-Anwärter Der talentierte Mr. Franco

Hollywoods abgedrehtester Charmeur (Foto)
James Franco Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer, Berlin
James Franco kennt man hierzulande meist nur als Peter Parkers Freund aus den Spiderman-Filmen. Dabei kann er  viel mehr. Franco schreibt, produziert, malt und macht bald auch noch Musik. In Berlin hat er jetzt seine eigene Kunstausstellung eröffnet.
 

«James Franco? Wer?» - «Na der Freund von Peter Parker». - «Ach der. Der ist cool». So oder so ähnlich laufen Unterhaltungen ab, wenn man den Schauspieler James Franco erwähnt. Es ist vollkommen unverständlich, warum sein Name hierzulande noch so unbekannt ist. Der gutaussehende Amerikaner dreht ein Film nach dem anderen, spielt in einer Daily-Soap mit, schreibt Bücher, studiert und macht nebenbei noch ein bisschen Kunst.

Am Samstag eröffnete er in der Berliner Galerie Peres Projects seine eigene Ausstellung The Dangerous Book four Boys. Es werden Zeichnungen, Kurzfilme und Fotos von James Franco gezeigt, die sich um das Thema Männlichkeit, Sexualität und Kindheit drehen. «Die Ausstellung basiert auf dem Buch Dangerous book for boys, einem wirklich guten Buch mit Spielen und Aktivitäten für Jungen. Aber ich denke, es sind darin nur einige wenig Ideen enthalten. Meine Intention war es, den Horizont etwas zu erweitern und zu zeigen, dass Junge-Sein mehr bedeutet als Spielen», erklärt Franco im Gespräch mit news.de.

Oscars 2011
Mittagessen für die Nominierten

In einem Interview mit der Hollywood-Bloggerin Lindzi Scharf sagte er einmal, dass Malerei die erste Kunstform gewesen sei, mit der er in Berühung gekommen sei. «Ich bin schon länger Maler als Schauspieler. Ich brauchte das Malen während der High School als eine Art Ventil. Ich ging in dieser Zeit öfter in eine private Kunstschule als in die High School.» Erst später kam die Schauspielerei dazu. Nach nur anderthalb Jahren Schauspielunterreicht ergatterte er eine der Hauptrollen in der Serie Freaks and Geeks. Dort war er an der Seite von Seth Rogen (The Green Hornet) und Jason Segel (How I met your mother) zu sehen.

Die Körpersprache von James Dean

Bereits 2001 gelang ihm der erste große Coup mit einem Film über James Dean. In dem Streifen, der für das amerikanische Fernsehen gedreht wurde, gab er das berühmte Idol so überzeugend, dass er dafür 2002 mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Da war James Franco gerade einmal 24 Jahre alt.

Die Spielart des James Dean hat er nicht so schnell ablegen können. In seinem nächsten großen Film Spiderman, der ihn 2002 auch in Deutschland berühmt machte, erinnert die Körpersprache seiner Figur sehr an die der Hollywood-Größe: «James Dean ist der Inbegriff von Rebellion. Auch Harry Osbourne hatte das Gefühl, gegen seinen Vater rebellieren zu müssen. Das passte irgendwie zusammen».

Nach seiner prämierten Darbietung als James Dean ist er in Hollywood auf dem Weg nach ganz oben. Er spielte den Dichter Allen Ginsberg in Howl, den romantischen Liebhaber in Tristan und Isolde, den Freund von Sean Penn in Milk und jetzt den Bergsteiger Aron Ralston, der sich nach einem Unfall beim Klettern den eigenen Arm mit einem Taschenmesser amputierte.

Aber erfolgreiche Kinofilme zu drehen reicht dem ambitionierten 32-Jährigen nicht. 2009 spielte er in der Soap-Opera General Hospital mit - für viele Schauspieler seiner Liga ein Unding.

Sieben Universitäten und die Illias

James Franco besuchte sieben verschiedene Universitäten und Colleges, unter anderem die Yale- und die Columbia University. Während seiner Studienzeit drehte er weiterhin Filme, schrieb Bücher und arbeitete an seiner ersten Ausstellung. Kollegen sagen, dass er außerdem jede freie Minute nutzt, um zu lesen. Am Set der Krimikomödie Der Ananas Express soll es zum Beispiel die Illias gewesen sein. «Diese ganzen Sachen, die ich mache, gehören ja irgendwie zusammen. Ich mag es, zu sehen wie sie sich gegenseitig beeinflussen.» Er hat schon so viel ausprobiert. Gibt es überhaupt noch etwas, das er machen will? Natürlich! Musik. «Ich arbeite gerade mit einem New Yorker Künstler an einem Kunst-Album.»

Für die Rolle des Aron Raslton in 127 Hours (Deutschandstart: 17. Februar) bekam James Franco jetzt eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller. Aber nicht nur wegen der Nominierung dürfte sich der Schauspieler auf die diesjährigern Oscars freuen. Er moderiert sie zusammen mit seiner bezaubernden Kollegin Anne Hathaway. Und danach wird hoffentlich auch der Letzte hierzulande wissen, wer James Franco ist.

James Francos Ausstellung wird bis zum 23. April 2011 gezeigt. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Peres Projects.

cvd/news.de

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