Kachelmann-Prozess Alice Schwarzer im Zeugenstand

Alice Schwarzer als Zeugin (Foto)
Journalistin Alice Schwarzer Bild: ddp

Kachelmanns Anwalt wirft ihr einen öffentlichen Feldzug gegen den Wettermoderator vor. Jetzt soll Alice Schwarzer vor Gericht als Zeugin vernommen werden. Kachelmann verliert derweil seinen Job als Wettermoderator bei einem Schweizer Radiosender.

Alice Schwarzer ist für Mittwochnachmittag geladen, wie das Landgericht Mannheim am Dienstag mitteilte. Schwarzer, die für die Bild-Zeitung über das Verfahren gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann berichtet, hatte den Gerichtssaal vergangene Woche verlassen müssen.

Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn hatte beantragt, die Journalistin als Zeugin zu laden. Schwenn möchte Schwarzer zu ihren Kontakten mit dem Therapeuten von Kachelmanns Ex-Freundin, Günter Seidler, befragen. Der Anwalt warf Schwarzer einen «öffentlichen Feldzug» gegen Kachelmann vor. Schwarzer bezeichnet diesen Vorwurf als «absurd». Wenn die Vernehmung abgeschlossen ist, kann Schwarzer wieder an dem Prozess teilnehmen.

Prozess
Freispruch für Kachelmann
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Ein kleiner Sieg für die Kachelmann-Seite. Das dürfte dem Wettermoderator ein wenig Trost sein. Wie bekannt wurde, hat sich der Schweizer Radio-Sender Radio Sunshine entschieden, Jörg Kachelmann aufgrund diverser Reaktionen aus der Hörerschaft nicht mehr das Wetter moderieren zu lassen. Den Job bei Radio Basel darf Kachelmann behalten. Solange Kachelmann nicht verurteilt sei, gelte die Unschuldsvermutung, sagte Chefredakteur Christian Heeb.

Derweil wurde auch bekannt, dass das Mannheimer Landgericht eine Zeugin in der Schweiz vernehmen wird. Die Frau, die das Magazin Focus als neue angebliche Belastungszeugin präsentiert, habe bisher keine Beschwerde beim Bundesstrafgericht dagegen eingelegt, dass Richter, Ermittler und Anwälte aus Deutschland bei ihrer Befragung anwesend sind, sagte der Züricher Staatsanwalt Marcel Strassburger. Deshalb werde jetzt eine Vorladung erlassen. Ort und Zeitpunkt werden nicht bekanntgegeben, weil es sich um eine nichtöffentliche Vernehmung handelt. Die Frau darf nur über den Schweizer Staatsanwalt befragt werden.

Kachelmann wird beschuldigt, seine Ex-Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Schweizer bestreitet dies.

pfj/car/ivb/news.de/dpa

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