Reaktionen Große Trauer um Bernd Eichinger

Bernd Eichinger (Foto)
Bernd Eichinger am Set (2.v.li.), hier 1998 mit Corinna Harfouch, Til Schweiger und Sonja Kerskes. Bild: dpa

Betroffen und schockiert reagieren Filmschaffende und Fans auf den plötzlichen Tod von Bernd Eichinger. Auch zahlreiche deutsche Politiker würdigen die Verdienste des 61-jährigen Filmproduzenten.

Die Nachricht vom plötzlichen Ableben des Filmemachers Bernd Eichinger sorgt überall für große Bestürzung. Die Filmbranche zeigt sich über Eichingers Tod tief getroffen, die Verleihung der Diva-Awards in München begann am Dienstagabend mit einer Schweigeminute für den Produzenten. Auch zahlreiche Fans und Politiker äußerten sich bestürzt über Eichingers Tod.

Schauspieler Til Schweiger, ein guter Freund Bernd Eichingers, zeigte sich bei der Premiere seines neuen Films Kokowääh am Dienstagabend in Berlin geschockt. «Sein Tod macht mich unendlich traurig. Er hinterlässt eine Riesenlücke.» Es gebe keinen mehr von seinem Schlag, so Schweiger weiter. «Über all dem, was er filmisch bedeutet hat, war er wirklich ein Freund. Jemand, den ich sehr geliebt habe und zu dem ich sehr aufgeschaut habe.» Schweiger bekannte, er habe weinen müssen: «Ich war geschockt wie alle.»

Bernd Eichinger ist tot
«Ein Schock für die Filmbranche»

Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen war gerade in seinem Auto im kalifornischen Santa Monica unterwegs, als er die «total schockierende Nachricht» vom Tod Bernd Eichingers erhielt. «Er war wie ein Bruder, ein Freund und ein Partner für mich, der es mit seiner kreativen Besessenheit unglaublich ernst meinte», so der 69-jährige Hollywood-Regisseur. «Vielen Produzenten geht es vor allem um die finanziellen Erfolge, aber Bernd war anders. Er hatte immer die kreative Seite im Sinn. Sein Antrieb war die kreative Unerbittlichkeit», würdigte Petersen Eichingers Werk.

Comedian Tom Gerhardt war ebenfalls eng mit Bernd Eichinger befreundet. Der verstorbene Kinovisionär produzierte Gerhardts aktuellen Kinofilm (Die Superbullen). Es ist die letzte Produktionsarbeit von Bernd Eichinger. Tom Gerhardt äußert sich geschockt vom Tod Eichingers: «Es hat mich wie ein Schlag getroffen und umgehauen, weil Bernd nicht nur mein Produzent, sondern auch einer meiner besten Freunde gewesen ist, mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Es bleibt mir, dass ich mit Die Superbullen seinen letzten Film machen durfte. Alles, was im Kino und im TV von mir zu sehen war, wurde von ihm produziert.»

Auch die internationale Filmbranche sieht in Eichingers Ableben einen großen Verlust. Der amerikanische Filmproduzent und dreifache Oscar-Preisträger Arthur Cohn sagte zu Eichingers Tod: «Er war der repräsentativste Vertreter der Filmindustrie in Deutschland.» Er trauere um Eichingers Leistung und dass sie nun nicht fortgesetzt werde, «dass er nicht weiterhin Filme macht, die vielleicht maßgebend sind für das deutsche Filmleben»

Merkel: «Millionen verdanken ihm berührende Filmmomente»

Zahlreiche Politiker reagierten ebenfalls mit Bestürzung auf den Tod von Bernd Eichinger. «Unser Kino verliert mit ihm nicht nur den erfolgreichsten Produzenten der letzten Jahrzehnte, sondern auch seinen leidenschaftlichsten Antreiber und Träumer», erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. «Millionen verdanken ihm berührende Filmmomente.» In seinen Filmen - von Christiane F. über Der Untergang bis zum Baader Meinhof Komplex - werde Eichinger weiterleben.

Diva Awards
Promis in Trauer statt in Feierlaune

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, mit Bernd Eichinger «verlieren wir einen großen deutschen Filmemacher und Produzenten, der die internationale Filmkunst wie wenige andere geprägt hat.» Mit seinen großen Erfolgen wie Die unendliche Geschichte, Der Name der Rose, Der Untergang, Das Parfum und vielen anderen werde er dem Filmpublikum unvergesslich bleiben.

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zeigte sich ebenfalls betroffen. Die Filmstadt Berlin trauere mit Eichingers Familie und seinen Freunden, erklärte der SPD-Politiker. «Eichinger ist einer der ganz Großen des deutschen Films, und wir alle hätten so gern noch viele Filme von ihm gesehen. Mit Berlin ist er durch seinen ersten großen internationalen Erfolg verbunden: Sein Film Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von 1981 ist zu einem Teil Berliner Sozial- und Kulturgeschichte geworden.»

Bernd Eichinger
Ein Bayer in Hollywood

Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat der Tod Eichingers «tief schockiert». «Bernd Eichinger war ein ganz Großer des Films - national wie international erfolgreich als Autor, Regisseur und Produzent. Er hat den Film in den letzten Jahrzehnten so nachhaltig wie niemand sonst in Deutschland geprägt», sagte Neumann. «Deutschland hat seinen erfolgreichsten Filmemacher verloren. Er wird der deutschen Filmwelt und uns allen sehr fehlen.»

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte Eichinger als «Multi-Talent». «Als Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur schaffte es Eichinger wie kein Zweiter, Menschen in die Kinosäle zu bringen und mit seinen Filmen zu begeistern», hieß es in einer von der Staatskanzlei in München verbreiteten Mitteilung.

Fans trauern im Internet

Auch zahlreiche Filmfans im Internet äußerten ihre Trauer in verschiedenen Fanforen. «Ohne Eichinger gäbe es den deutschen Film in seiner heutigen Form gar nicht», würdigte ein User der Kino-Community cinefacts Eichingers Schaffen. Ein anderer Filmfan schrieb: «Das schockt mich gerade sehr. Einer der besten Produzenten ist tot». User El Tigre bei Yahoo kommentierte Eichingers Ableben mit den Worten: «Ein großer Verlust für den deutschen Film.»

Lesen Sie in unserer Fotostrecke, wie weitere Prominente auf Eichingers Tod reagierten.

Lesen Sie hier, wieso die Todesursache Nummer 1 in Deutschland immer noch verkannt wird.

wam/car/reu/news.de/dpa/dapd

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