Monrose «Als Band haben wir alles erreicht»

Monrose sprechen über die Trennung (Foto)
Monrose sprechen im Interview über die Trennung der Band. Bild: dapd

Von von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer
Nach nur vier Jahren ist Schluss mit Monrose. Sie wollen als Solokünstler Neues ausprobieren, heißt es. Stimmt das? Oder wurden Senna, Mandy und Bahar wegen der schlechten Verkaufszahlen ihres letzten Albums von der Plattenfirma geschasst? News.de hat nachgefragt.

Ihr habt den Titeltrack zu Rapunzel – Neu verföhnt aufgenommen. Wie ist es zu der Zusammenarbeit gekommen?

Mandy: Wir wurden gefragt, ob wir etwas für Disney machen möchten. Wir sind ganz große Fans von Disney – wir geben uns gegenseitig Disneynamen und diskutieren über die Filme – und haben gleich zugesagt.

Ist es nicht ein Traum für Euch, in einem Film von Disney, der noch dazu auf einem Märchen der Gebrüder Grimm basiert, mitzuwirken?

Bahar: Ich glaube, jedes Mädchen mag Disney. Es hat uns durch die Kindheit begleitet und das tut es auch weiterhin im Erwachsenenleben. Filme wie Fluch der Karibik sind auch von Disney und bringen uns nach wie vor zum Lachen. Es macht uns auf jeden Fall glücklich, dabei mitgewirkt zu haben.

Monrose
Eine langlebige Eintagsfliege
Entscheidung bei Popstars - Mandy, Senna und Bahar (Foto) Zur Fotostrecke

Ihr habt vor einigen Woche Eure Trennung bekannt gegeben. Ist die Mitarbeit an einem Disney-Film noch einmal ein ganz besonderer Abschluss für Monrose?

Senna: Es ist ein sehr schönes Ende. Wir sind glücklich, dass unsere Managerin diesen Kontakt aufgebaut hat. Schon zum Beginn unserer Karriere haben wir gesagt, dass wir unbedingt etwas für Disney machen wollen. Nach vier Jahren hat es endlich geklappt. So kann man auf jeden Fall abgehen und «Auf Wiedersehen» sagen.

Habt Ihr einen Lieblingsfilm von Disney?

Senna: Bei mir sind es Pocahontas und Dumbo. Ich heule immer noch bei Dumbo. In der Szene, in der Dumbos Mutter eingesperrt wird und dann alle zusammen singen, ist es bei mir vorbei.

Was waren die Höhepunkte Eurer vierjährigen Monrose-Karriere?

Senna: Ich glaube, wir hatten ganz viele Höhepunkte. Das fing schon beim Finale von Popstars an. Mandy ist nach wie vor davon fasziniert. Für Bahar ist es unser erster Comet. Wir hatten damit überhaupt nicht gerechnet. Und natürlich gehört auch das zu den Höhepunkten, was wir vier zusammen erlebt haben - die Höhen und die Tiefen.

Seid Ihr Kolleginnen oder seid ihr miteinander befreundet?

Bahar: Befreundet natürlich. Das muss man - glaube ich - gar nicht fragen, wenn man uns zusammen sieht. Wir sind in den vier Jahren zusammengewachsen und sind durch dick und dünn gegangen. Wir haben schließlich die wichtigste Zeit unseres Lebens miteinander verbracht.

Es heißt, ihr würdet Euch in Freundschaft trennen. Es wird also keine Schlammschlacht geben wie bei der legendären Trennung von Tic Tac Toe?

Senna: Bei Monrose ist das eine andere Sache. Wir haben natürlich auch ab und zu unsere Differenzen gehabt und es gab mal Zoff. Aber wir haben so etwas nie vor laufender Kamera gemacht, denn da hat so etwas auch nichts zu suchen.

Wird es dann nicht auch schwer sein, Euch nicht mehr so häufig zu sehen?

Bahar: Also wir wohnen zwar alle drei an verschiedenen Orten, aber aufgrund der Auftritte und Termine von Monrose sind wir mindestens jeden zweiten oder dritten Tag zusammen. Der Abschied wird schon schwer werden. Wir merken auch, dass er immer näher rückt. Aber wir werden das meistern. Schließlich ist es immer noch besser, wenn man sich selbst verabschieden kann, als wenn man gezwungen ist, zu gehen.

Senna: Es ist bei uns ja auch kein einfacher Schnitt. Wir machen noch unsere restlichen Auftritte, bei denen es jedesmal heißt «Das ist Monroses letzter Auftritt!». Derweil kommen immer noch ein paar Auftritte. Es wird auf jeden Fall ein guter und sanfter Abgang sein.

Wie ging die Trennung vonstatten?

Mandy: Wir sind seit 2006 eine Band. Nach vier Jahren kam der Punkt, an dem unsere Vertrag bei der Plattenfirma auslief. Und da haben wir uns überlegt, ob wir ihn verlängern oder nicht. Wir haben uns zusammengesetzt und darüber diskutiert, wie wir unsere Zukunft sehen. Wir haben immer ehrlich über alles gesprochen. Und nach viereinhalb Jahren haben wir alle Lust, in was Neues reinzuschnuppern. Und so haben wir uns für die Trennung entschieden. Natürlich war die Plattenfirma traurig. Uns ist es aber auch nicht leicht gefallen.

Senna: Es ist ein Prozess gewesen. Die Band hat in vier Jahren alles erreicht, was eine Band erreichen muss. Wir haben Preise bekommen, wir haben Platten verkauft, wir haben Tourneen gegeben. Monrose hat eine Entwicklung durchgemacht. Wir sind an den Punkt gekommen, an dem wir uns gefragt haben «Was kommt jetzt?» Wir haben musikalisch und vom Styling her alles schon gemacht. Jetzt müssen wir einfach mal schauen, was wir als Solokünstler noch erreichen können.

Böse Zungen behaupten ja, die Plattenfirma habe den Vertrag auslaufen lassen, weil die CD-Verkäufe des letzten Albums nicht so gut gewesen seien.

Senna: Wenn ich als Reporter kein Interview mit der Band bekommen würde, würde ich mir auch die Zahlen anschauen und was Tolles schreiben. Unsere Platte ist jetzt seit vier Monaten auf dem Markt. 30.000 verkaufte Einheiten sind nicht schlecht, oder? Und wir sind ja immer noch auf dem Markt. Jetzt kommt noch die Single Breathe you in und die wird das Album auch noch einmal pushen.

Wie geht es mit Euch musikalisch jetzt weiter? Werdet Ihr alle etwas ganz verschiedenes ausprobieren? Oder orientiert Ihr Euch an dem Stil von Monrose?

Mandy: Ich werde im nächsten Jahr ins Studio gehen und ein Album aufnehmen. Wenn es dann soweit ist, wird man darüber auch mehr erfahren.

Bahar: Ich habe ein Angebot aus der Türkei und werde dort ein Album aufnehmen. Der Stil wird komplett anders sein als bei Monrose.

Senna: Ich werde mich zunächst auf mein zweites Standbein, die Moderation konzentrieren. Darin werde ich mich auf jeden Fall weiter entwickeln. Im nächsten Jahr sperre ich mich dann ins Studio ein. Es wird aber nicht komplett anders als Monrose - die Musik von Monrose ist genau mein Stil - aber ich werde auf Deutsch singen.

juz/wie/news.de

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