Interview Synchronrolle? Geil! Wann geht's los?

Lena Meyer-Landrut und Matthias Schweighöfer synchronisieren im Animationsfilm Sammys Abenteuer zwei Schildkröten. Wieso sie diesen Film gemacht haben und warum gefüllte Paprika bodenständig sind, erzählen beide im news.de-Interview.

Bereits vor zwei Wochen feierte Sammys Abenteuer – Auf der Suche nach der geheimen Passage in Berlin Premiere. Die Fotografen rissen sich damals um Lena Meyer-Landrut, die im Film ihre erste Kinorolle hat. Dabei steht die Sängerin nicht selbst vor der Kamera, sondern leiht der Meeresschildkröte Shelly lediglich ihre Stimme.  Auch Axel Stein und Matthias Schweighöfer sprechen im Film zwei Figuren. News.de hat Lena Meyer-Landrut und Matthias Schweighöfer zum Interview getroffen.

«Sammys Abenteuer»: Filmpremiere in Berlin


Warum haben Sie diesen Film gemacht?

Meyer-Landrut: Wir haben eine Anfrage bekommen und ich habe gesagt: «Geil!» Ich wollte so etwas schon immer mal machen. Synchronisieren ist eine neue Aufgabe und wenn einem so eine Tür offen steht, muss man das nutzen. Ich habe mir den Film zu Hause angeschaut und habe dann gesagt: «Gar keine Frage. Sofort! Wann geht’s los?»
Schweighöfer: Ich wurde gefragt und habe mir daraufhin den Film im Kino angesehen. Es ist eine schöne Geschichte, die mich sehr bewegt hat. Ich wollte einfach dabei sein und der Rolle meine Stimme geben.

Waren Sie einer von mehreren Schauspielern, die für die Synchronisationsrolle in Frage gekommen sind?

Schweighöfer: Die Produzenten wollten schon, dass ich den Sammy spreche. Aber sie wussten nicht, ob ich richtig synchronisieren kann. Deswegen habe ich mir den Film auch erst einmal angeschaut. Ich musste mir auch sicher sein, was man dann macht. Es hätte ja auch sein können, dass der Film scheiße ist. Dann hätte ich ja für Scheiße zugesagt. Aber ich habe ihn gesehen und fand ihn total bezaubernd, herrlich und sehr schön. Da habe ich gesagt: «Ich bin dabei.»

Lena, ist das Ihr Einstieg ins Filmgeschäft?

Meyer-Landrut: Ich habe ja keinen Film gedreht, ich habe nur synchronisiert. Es ist ja jetzt nicht wirklich der Einstieg ins Filmgeschäft, sondern hoffentlich der ins Sychronisationsgeschäft. Ich kann mir sehr gut vorstellen, noch mehr solcher Sachen zu machen.

Wie haben Sie sich auf die Sychnronrollen vorbereitet?

Meyer-Landrut: Ich habe mich nicht so wirklich vorbereitet. Ich habe mir Gedanken gemacht, habe mir den Film angeguckt und mir überlegt: «Wie sprichst Du das?» Aber im Endeffekt war es so: Du stehst da im Studio und du schlägst irgendetwas vor. Dann kommt der Regisseur und sagt «Ja» oder «Nein». Matthias hat mich vorher angerufen und gefragt, ob ich jemanden kennen würde, mit dem er seine Stimme trainieren könnte. Dann hat er ein paar Wochen lang sieben bis acht Stunden am Tag trainiert. Davor habe ich richtig viel Respekt.                       Schweighöfer: Man kann sich auf solche Filme relativ schlecht vorbereiten. Es ist ja alles schon vorgegeben. Man muss es nur einigermaßen nachempfinden können und noch mal neu interpretieren.
Meyer-Landrut: Ich fand es zum Beispiel am schwersten, Laute von mir zu geben. Das ist mir am Anfang total schwer gefallen.

Es gibt ein Szene, in der Sammy an einem Stück Holz knabbert. Wie haben Sie das Essensgeräusch gemacht, Matthias?

Schweighöfer: Da habe ich mir in den Pulli gebissen.

Gibt es andere Figuren aus Cartoons oder Trickfilmen, denen Sie gern Ihre Stimme leihen würden?

Meyer-Landrut: Powerpuff Girls!
Schweighöfer: Was?
Meyer-Landrut: Kennst du die nicht. Das war eine ganz schreckliche Serie. Nein natürlich möchte ich kein Powerpuff Girl sein.
Schweighöfer: Ich fand Goofy immer relativ cool. Das ist zwar schon eine Weile her, aber der war schon ziemlich cool. Findest du das nicht?
Meyer-Landrut: Ja und Minnie Maus. Oder was gibt es denn noch? Spiderman wäre ich auch gern mal.

Matthias, in einem Interview habe ich gelesen, dass einer Ihrer Träume Hollywood sei. Wie nah sind Sie diesem Traum mittlerweile?

Schweighöfer: Ich mache im nächsten Jahr in Amerika einen relativ großen Film, worüber ich mich echt freue. Als ich das Angebot auf den Tisch bekam, habe ich gedacht: «Ach Du Scheiße!» Es ist ein Film mit tollen Kollegen, aber leider darf ich noch nicht darüber reden. Hollywood ist einfach so ein Begriff. Es ist wahnsinnig schwierig, da zu arbeiten. Man ist einfach immer Europäer. Selbst die Agenturen da verkaufen dich europäisch. Es ist schwierig, bis man da mal Fuß fasst.  Man macht selbst für große Produktionen ganz viele Castings.
Worüber ich mich sehr freue, ist die Emmy-Nominierung für Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki. Das ist einfach cool. Das sind kleine Schritte, damit man da erst einmal ankommt. Es ist echt eine Menge Arbeit.

Sie haben Englischunterricht nehmen müssen, um Ihre Aussprache für die amerikanischen Castings zu verbessern. Wie weit steht es denn damit?

Schweighöfer: Ich kann mittlerweile relativ gut zwischen verschiedenen Akzenten switchen. Aber ich habe auch einen sehr guten Coach, der in London lebt. Der ist auch der Coach von Robert Downey Jr. Es ist ein richtig toller Typ.

Mit 29 Jahren haben Sie in vielen nationalen und internationalen Filmen mitgespielt, Sie sind ausgezeichnet worden und werden von Kritikern gelobt. Wie schaffen Sie es, bei all dem Rummel auf dem Boden zu bleiben?

Schweighöfer: Ich habe einfach fast mein ganzes Leben dafür hart gearbeitet. Und ich weiß halt auch noch, woher ich komme. Erfolg ist ganz schön, aber das Privatleben ist noch mal etwas ganz anderes. Man muss immer noch wissen, wo zu Hause die Tür ist. Sonst ist man ziemlich verloren.

Lena, Sie sind seit Ein Star für Oslo sozusagen skandalfrei. Wie bleibt man in Ihrem noch sehr jungen Alter so gelassen?

Meyer-Landrut: Sag du das mal, Matthias.
Schweighöfer: Lena weiß auch noch, wo sie herkommt. Man kann das ganz einfach beantworten. Ist das schlimm, wenn ich das jetzt erzähle? Gefüllte Paprika mit Reis?
Meyer-Landrut: Nein.
Schweighöfer: In Hotels, in denen Lena oft ist, kostet ein Steak schon mal 45 Euro aufwärts. Und wenn man dann gefüllte Paprika mit Reis bekommt und gern isst, dann ist das so wie zu Hause. Und so ist Lena eben noch.

juz/ivb/news.de

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