Boulevard der Stars
Armin Müller-Stahl, auf die Knie!

Berlin hat eine neue Attraktion. Mit 40 Sternen macht der Boulevard der Stars zwar Hollywoods Walk of Fame noch keine Konkurrenz, in Zukunft sollen jedoch jedes Jahr zehn Ehrungen hinzukommen. News.de war bei der Eröffnung dabei.

Die Fotografen zwangen Armin Müller-Stahl vor seinem Stern förmlich in die Knie. Bild: dpa

Sie sind die lebenden Beweise für 120 Jahre deutsche Filmgeschichte. Neben Romy Schneider, Hans-Joachim Kulenkampff und Hildegard Knef haben auch Armin Müller-Stahl und Michael Ballhaus einen Stern auf dem deutschen Walk of Fame bekommen, auf dem Boulevards der Stars. Zur Eröffnung am Berliner Potsdamer Platz ist die Gästeliste illuster.

Filmproduzent und Unternehmerlegende Artur Brauner hat seine gesamte Familie mitgebracht, Armin Müller-Stahl kommt zwar allein, hat jedoch genau wie Oberbürgermeister Klaus Wowereit seine Bodyguards im Schlepptau. Mit dem Boulevard der Stars sollen Filmschaffende wie in Hollywood mit einem Stern verewigt werden. Auf 320 Metern können Fans nun die Sterne bewundern und ein Foto mit ihren Stars schießen, denn durch das Objektiv einer «magischen Kamera» scheinen sie mit anwesend zun sein.

FOTOS: Boulevard der Stars So ähnlich wie Hollywood

Auch für Romy Schneider, Helga Hahnemann, Bruno Ganz und Doris Dörrie sind Messingsterne mit eingraviertem Autogramm auf roten Grund verlegt worden. «Man darf sich nicht so ernst nehmen und wirklich selbst denken, dass man ein Star ist», sagt die geehrte Regisseurin. «Ich bin zwar stolz darauf, aber die deutsche Filmindustrie sollte dennoch nicht abheben.»

Bei Bürgermeister Klaus Wowereit hört sich die Freude über die neue Berliner Attraktion weniger kritisch an. Gefragt nach der Anmutung von Berlin als deutsches Hollywood antwortete er: «Hollywood ist Hollywood und Berlin ist Berlin. Wir müssen uns gar nicht vergleichen.»

Ob der 79-jährige Armin Müller-Stahl in Hollywood vor den Fotografen auch vor seinem Stern auf die Knie gehen müsste, ist fraglich. In Berlin wird er regelrecht dazu gezwungen. Die Fotografenmeute brüllt ihm entgegen, so dass der international erfolgreiche Schauspieler auf die Knie gehen und sich dabei die Ohren zuhalten muss. «Warum soll ich denn auf den Stern zeigen, sieht doch jeder, dass ich das bin», antwortet er auf eine Aufforderungen der Männer mit den Kameras ungläubig.

Ähnlich geht es auch Kameralegende Michael Ballhaus. Erst wird er von einem Journalisten für den Filmmusiker Klaus Doldinger gehalten, dann muss auch er sich dem Willen der Fotografen beugen. Gefragt wie er das finde, lächelt er nur vielsagend. Der Einzige, der scheinbar wirklich Spaß an der Veranstaltung hat, ist Regisseur Wim Wenders. 

«Guck nicht so ernst, Wim», ruft einer der Fotograf, die jeden unabhängig von Alter oder Starstatus beim Vornamen nennen und duzen. «Aber mein Name ist doch Wilhelm Ernst», sagt der Regisseur, der unter einem Künstlernamen firmiert. Wim Wenders kniet oder hockt sich neben, setzt sich oder tritt Grimassen ziehend auf seinen Stern. Er ist eben auch einer der jüngsten in Ehrenriege, mit seinen 65 Jahren.

cvd/news.de

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1 Kommentare
  • SonyaFan

    12.09.2010 16:01

    Lächerlich das ganze.Kann Deutschland nur noch abkupfern.Gerade wie Paris mit dem Riesenrad.Was ein Wahrzeichen ist sollte nicht abgekupfert werden dürfen.Das Riesenrad ist das Wahrzeichen Wiens gewesen und jetzt haben dann die Franzosen eins in Paris aufgestellt.Was aber würden die Franzosen sagen wenn ein anderes Land plötzlich die Kopie ihres Eiffelturms errichten würde.Die würden Sturm laufen.Aber dass die deutsche Fernsehlandschaft fast nur noch abkupfert ist ja alles andere als neu.Aber nun soweit zu gehen finde ich unakzeptabel.Sollen die doch was anderes machen.

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