Kronprinz Frederik «Dänen mobben meinen Vater»

Mal ist es sein Dänisch, mal seine Ansichten zur Kindererziehung, über die sie sich mokieren: Wirklich lieben gelernt haben die Dänen ihren Prinz Henrik nie. Kronprinz Frederik wirft seinen Landsleuten nun vor, seinen Vater zu mobben.

Dänische Königsfamilie (Foto)
Kronprinz Frederik (l.) wirft den Dänen systematisches Mobbing seines aus Frankreich eingeheirateten Vaters Prinz Henrik (r.) vor. Bild: dpa

Kronprinz Frederik (42) wirft den Dänen systematisches Mobbing seines aus Frankreich eingeheirateten Vaters Prinz Henrik (76) vor. Wie die Zeitung Politiken berichtete, äußert der Thronfolger in einem neuen Buch über den früheren Grafen Henri Jean Marie André de Laborde de Monpezat: «Er ist wirklich gemobbt worden. Das ist schade für ihn und peinlich für Dänemark.»

Der Gemahl von Königin Margrethe II. (70) siedelte 1967, im Jahr der Hochzeit, von Frankreich nach Dänemark über. Seitdem wird bei den Skandinaviern konstant über den künstlerisch als Lyriker und Bildhauer aktiven Prinzen gelästert und gespottet.

Abwechselnd geht es dabei um seine auch nach 43 Jahren nicht perfekten Dänischkenntnisse, seinen angeblich ungenießbaren Wein aus dem eigenen südfranzösischen Anbau oder die eigenwilligen Ansichten zu Kindererziehung und Ehe.

Royals: Ein Leben in zweiter Reihe

Zum Vorwurf des schlechten Weines durch unkonventionelle Anbaumethoden meinte Frederik in ungewöhnlicher Schärfe: «Es hat sich gezeigt, dass er der Entwicklung zehn Jahre voraus war. Aber die Dänen wussten es ja immer besser: So ein Fremder, ein Prinzgemahl, der unsere Königin geheiratet hat, das ist doch im Grunde ein Clown und ein Monster.»

Angeblich unkonventionelle sexuelle Vorlieben

Selbst hat Frederik allerdings auch zum Negativ-Image des Vaters beigetragen, als er Henriks angeblich sehr harte Erziehungsmethoden öffentlich beschrieb: «Wenn es stimmt, dass man den züchtigt, den man liebt, dann hat mein Vater mich wirklich sehr geliebt.»

Prinz Henrik selbst nahm in einem Interview für das Buch der Journalistin Stéphanie Surrugue über ihn erstmals auch zu den Gerüchten über seine angeblich unkonventionellen sexuellen Vorlieben Stellung: «Ich kenne diese extremen Gerüchte. Aber an der Spitze der sozialen Pyramide ist es unumgänglich, dass man allem Möglichen von der Presse ausgesetzt ist.»

Der Prinz hatte sich selbst unter anderem mit Klagen darüber an die Presse gewandt, dass er mit dem 18. Geburtstag des Kronprinzen durch das dänische Protokoll von der Nummer Zwei am Hof zur Nummer Drei degradiert worden sei. Henrik, der Liebesgedichte an seine Dackel veröffentlicht hat, beschwerte sich auch über die Abhängigkeit vom Geld seiner Frau - das sei eines Mannes unwürdig.

juz/ivb/news.de/dpa

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