Sean Connery Auch ein Spion hat mal Feierabend

Sean Connery wird 80 (Foto)
Liebesgrüße nach Schottland - Sean Connery wird 80. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Den Bond wird er nicht mehr los und wenn er noch so strampelt: Sean Connery hat sein Leben lang versucht, den lästigen Agenten abzuschütteln. Heute wird der Schauspieler 80 Jahre alt. Ein Fotoband führt durch die spannenden Jahrzehnte.

James Bond haftet an ihm, wie ein Kaugummi an der Schuhsohle. Die Sätze «Mein Name ist Bond. James Bond» und «Geschüttelt, nicht gerührt» dürften sich bis in Sean Connerys Träume gegraben haben. Aber es hilft nichts: Den Bond wird er nicht mehr los, da kann er strampeln, wie er will. Connery macht aber keinen Hehl daraus, dass ihm die Figur, die ihn so berühmt gemacht hat, lästig ist.

Heute wird der Schotte, der seit den 1970er Jahren versucht, 007 abzuschütteln, 80 Jahre alt. Ein Bildband mit dem Titel Sean Connery – Eine Hommage in Fotografien ist anlässlich des runden Geburtstages erschienen und führt mit vielen Bildern durch das Leben und die großen Rollen des Schauspielers. Die Texte erzählen von seinem Siegeszug im Auftrag der Majestät und seinem Kampf, das Image des smarten Spions wieder abzuschütteln.

Sean Connery
Ein Beau zum Schmökern
Sean Connery (Foto) Zur Fotostrecke

Connery stammt aus einfachen Verhältnissen und hat sich vom Milchmann zum Hollywoodstar aufgeschwungen. Seine Entdeckung – ein Klassiker: In einer großen Live-Fernsehproduktion für das BBC Sunday Night Theatre sagt Hauptdarsteller Jack Palance im letzten Augenblick ab, Connery springt ein und überzeugt ein Millionenpublikum, Kritiker, Filmbosse und Theaterdirektoren. Die Rolle des James Bond hat er den Lesern der Londoner Tageszeitung Daily Express zu verdanken, die ihn zum idealen Darsteller küren.

Eingefleischte Bond-Fans winken müde ab

Im Jahr 1962 kam James Bond jagt Dr. No in die Kinos und Connery wurde zum Weltstar. Mit den 007-Klassikern Liebesgrüße aus Moskau, Goldfinger oder Man lebt nur zweimal brannte er sich in die Filmgeschichte ein. Eingefleischte Bond-Fans verehren den smarten Darsteller bis heute und winken bei Nachfolgern wie Roger Moore, Pierce Brosnan oder Daniel Craig müde ab.

Auch wenn Connery selbst das wohl nicht so recht ist, widmet sich auch der Bildband ausführlich seiner Paraderolle als Agent 007. Gleich auf den ersten Seiten begrüßt er den Leser an der Bar: Mit Pistolenhalfter und gelupfter Braue gießt er einen Martini ein - auch Topspione haben mal Feierabend. Selbstverständlich ist die legendäre Szene mit der vergoldeten Shirley Eaton aus Goldfinger unter den zahlreichen Abbildungen, auch Schnappschüsse von Blödeleien in den Drehpausen.

Der Fotoband wirkt nicht besonders hochwertig, das Cover ist etwas lieblos und auch einige der Fotografien von schlechter Qualität. Trotzdem werden Fans ihre Freude daran haben, weil es ein facettenreiches Porträt aus Filmaufnahmen und Privatfotos zeichnet, das mit vielen interessanten Zitaten gespickt ist. Die Texte stellen anekdotenreich das Leben des Schauspielers vor, der so viel mehr als ein smarter Spion im Smoking ist.

«Scotland Forever»: Connery kämpft für seine Heimat

Als britischer Agent herausgeputzt, legt er großen Wert auf seine schottische Würde. Connery, der sich auf seinen linken Arm «Scotland Forever» tätowieren ließ, hat sich zeit seines Lebens geweigert, seinen schottischen Akzent abzulegen. 1992 tritt er in die Scottish National Party ein und engagiert sich für die Trennung seiner schottischen Heimat von Großbritannien. Auch davon erzählt der Connery-Fotoband.

Auch seine Schauspielkarriere sollte noch mal eine Wendung nehmen: Als reifer Mann gelang es Connery tatsächlich, sich von dem pistolenschwingenden 007 freizuschwimmen: In Filmen wie Der Name der Rose, Die Brücke von Arnheim oder  Jäger des verlorenen Schatzes glänzte er in großen Rollen. Im Jahr 1986 bekam er einen Nebenrollen-Oscar für seine Rolle in Die Unbestechlichen.

Weibliche Fans begeistern sich immer wieder darüber, dass der Mann mit zunehmenden Alter immer attraktiver wird. Auch das lässt sich in Sean Connery – Eine Hommage in Fotografien wunderbar verfolgen. Hemmungslos lässt sich hier in den kantigen Gesichtszügen schwelgen und beobachten, wie sich die Furchen in seinem Gesicht und die grauen Schläfen so attraktiv entwickeln. Und damit ist das auch eine Studie des Typs Mann, der sein Brusthaar noch wie einen Orden trägt und es nicht verschämt abrasiert, der immer Stil zeigt, ob in Fliege, Kutte oder Pyjama. Das amerikanische People-Magazin kürt ihn als 60-Jährigen zum «Sexiest Man Alive».

Heute trägt er gerne Kilt und hat sich vom Hollywoodrummel auf die Bahamas zurückgezogen. Dort spielt er am liebsten Golf, und wenn man Sean Connery heißt, hat selbst das Klasse.

Titel: Sean Connery - Eine Hommage in Fotografien
Autoren: Aaron Smyth und Manfred Hobsch
Seitenzahl: 144 Seiten
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Preis: 19,95 Euro

juz/reu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Marco Wegener
  • Kommentar 1
  • 26.08.2010 12:52

Sean Connery hat nie in dem Film "Jäger des verlorenen Schatzes" mitgespielt, das war der Film "Der letzte Kreuzzug" Ihr Pfeifen.

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