Verzweifelter Star Ist Tom Cruise noch zu retten?

Tom Cruise (Foto)
Tom Cruise will seine Karriere retten. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Manche halten ihn für übergeschnappt, andere haben nur noch Mitleid mit ihm: Tom Cruise scheint den Zenit seiner Karriere überschritten zu haben. Nur er selbst will das nicht wahrhaben. Dass Familie Cruise total normal ist, soll nun eine Reality-Show beweisen.

Wenn Promis die Fernsehzuschauer in ihre Schlafzimmer einladen, dann sind das meist Verzweiflungstaten von Stars, die mit allen Mitteln ihr Verfallsdatum hinauszögern wollen. Bestes Beipsiel sind die Reality-Shows von Ozzy Osbourne und Hulk Hogan, die intimste Einblicke in ihr Familienleben mit den Zuschauern teilten - ob es Sharon Osbournes Krebserkrankung war oder die Ehekrise von Hulk und Linda Hogan.

Glaubt man den Gerüchten, soll nun auch Hollywood-Star Tom Cruise solch eine Doku-Soap über seine Familie planen. Die Serie soll zeigen, dass Familie Cruise nicht so durchgeknallt ist, wie viele glauben. «Doch hat Mega-Star Tom Cruise das wirklich nötig?», mag sich der ein oder andere nun fragen.

Cruise hat seit langem ein Image-Problem

Leider Ja. Auch wenn der Top-Gun-Schauspieler noch zu den Top-Stars Hollywoods zählt, hat sein Image in den vergangenen Jahre extrem gelitten - auch seine Kinofilme floppten. Statt Bewunderung ist es meist Mitleid, das ihm entgegengebracht wird oder die Menschen sind einfach nur genervt von dem Mann, der 2005 völlig liebestrunken bei Oprah Winfrey auf die Couch sprang und seine Liebe zu Katie Holmes hinausschrie. Seit seinem Sofasprung wird in den USA der Ausdruck «to jump the couch» für Menschen benutzt, die übergeschnappt sind.

Fast unheimlich erscheint der 47-Jährige vielen, was vor allem an seiner Scientology-Mitgliedschaft liegen mag. Die Sekte soll seiner Frau Katie Holmes eine Gehirnwäsche verpasst haben und auch seine vierjährige Tochter Suri, die von Cruise wie eine Erwachsene behandelt wird, trägt nicht zur Verbesserung seines Images bei. Im Gegenteil: Wenn Paparazzi-Bilder auftauchen, die Suri mal nicht in High-Heels, sondern in Begleitung von gleichaltrigen Kindern zeigen, ist das schon eine Sensation.

Cruise Filme sind Flop-Garantien

Eigentlich sollte der Blockbuster Knight and Day, der derzeit in den deutschen Kinos läuft, das große Comeback des Superstars markieren. Doch obwohl Cruise für die weibliche Hauptrolle Hollywood-Darling und Erfolgsgarant Cameron Diaz an seine Seite holte, floppte der Film in den USA. Kein Cruise-Film zuvor spielte so wenig an den Kinokassen ein - am Startwochenende nur dürftige 20 Millionen Dollar. Knight and Day wird wohl ein weiterer Cruise-Film sein, der die 100-Millionen-Dollar-Hürde nicht knacken wird - wie schon Operation Walküre oder Von Löwen und Lämmern.

Für einen Star wie Cruise ist das ein Desaster. Und besonders, wenn man bedenkt, was für ein PR-Funkenwerk er zuvor in den USA entfacht hatte: Bei Oprah gab es diesmal keinen Couchhüpfer, sondern nur eine dezente Liebeserklärung für seine Familie, und bei den MTV Movie Awards machte er sich gewollt zum Affen, um zu beweisen, dass er sich selbst nicht zu ernst nimmt. Auf dem Roten Teppich kuschelten seine Frau Katie und er die immer wieder aufkeimenden Trennungsgerüchte demonstrativ weg. Alles scheinbar vergebens, so dass es nun eine Reality-Show richten soll. Doch dieser Verzweiflungsakt könnte das Ende der Karriere von Cruise nur beschleunigen.

Europa nicht mehr im Cruise-Fieber

Auch wenn Cruise noch hofft, dass seine Karriere immerhin in Europa noch zu retten ist, wird er wohl auch hier eine Enttäuschung einstecken müssen. In Deutschland wurde Cruise am ersten Wochenende von Will Smiths Sohn Jaden, der Zwölfjährige ist in der neuen Karate-Kid-Verfilmung zu sehen, und von dem dritten Teil der Twilight-Saga abgehängt.  Nur Platz drei der Kinocharts - und das trotz der riesigen Werbetrommel, die zuvor gerührt wurde.

So hatte man wohl ganz bewusst die Deutschland-Premiere von Knight and Day nach München gelegt und nicht nach Berlin, wo sonst die großen Hollywood-Premieren stattfinden - wenn es die großen Stars überhaupt nach Deutschland schaffen. Die bayerische Landeshauptstadt muss sich seit Jahren hinter Berlin anstellen, wenn es um Kino-Premieren geht, und ist dann umso begeisterter, wenn sich ein Star mal nach München verirrt. Der Plan ging auch auf: Die Münchner Fans feierten Tom Cruise und Tom Cruise konnte sich feiern.

Er legte eine perfekte PR-Kür ab: Einen Tag vor der Premiere ging er in einen Münchner Biergarten, um ein Maß Bier zu trinken. Er mischte sich angeblich ohne Bodyguards oder Entourage unters Volk, wie später in den Boulevardblättern zu lesen war. Als ob es eine ganz spontane Idee gewesen sei. Bei der Filmpremiere einen Tag später, schwärmte er dann vom deutschen Bier - nie habe er ein besseres getrunken.

Er will alles kontrollieren

Man möchte Cruise natürlich nicht jegliche Spontanität in seinem Leben abstreiten, aber das öffentliche Leben des Kontrollfreaks erscheint einfach zu gut organisiert und abgestimmt mit seinen PR-Interessen. So etwa auch in Frankreich: Nicht nur, dass für die dortige Premiere von Knight and Day nicht Paris, sondern Bordeaux - das französische Pendant zu München - als Ort ausgewählt wurde, so endete am gleichen Tag dort ganz «zufällig» eine Etappe der Tour de France, so dass Cruise und Diaz auf dem Treppchen mit dem späteren Sieger Alberto Contador posieren konnten. Später setzten sich die beiden Hollywood-Stars noch in der schönen Kulisse der Weinberge in Szene.

Natürlich kann man es Tom Cruise nicht verdenken, dass er alles daran setzt, dass seine Karriere wieder Auftrieb erhält. Aber er tut es mit einer Verzweiflung, die ein einstiger Top-Star nicht an den Tag legen sollte, wenn er wieder ernstgenommen werden will. Sich von Scientology abzugrenzen, könnte seine Karriere - zumindest in Europa - wohl noch retten. Ein Maß im Biergarten zu trinken, ist da einfach zu wenig.

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car/ivb/news.de

Leserkommentare (65) Jetzt Artikel kommentieren
  • Rocke1988
  • Kommentar 65
  • 06.01.2011 00:15

scientologen höfliche Menschen, die noch keinem etwas getan haben...ach was ist denn mit sp´s ;) ihr seit wohl eher Wölfe in Schafspelze! wir sollten auf alle extremisten ein auge werfen, aber scientology ist gerade durch ihre falsche freundlichkeit mit der sie suchende Menschen in die irre leiten so gefährlich

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  • Gabi 1
  • Kommentar 64
  • 08.08.2010 15:27

Der letzte Satz war gut ....

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  • Longus
  • Kommentar 63
  • 08.08.2010 11:49
Antwort auf Kommentar 62

zum 3. mal...du hast dich überhaupt noch nicht ausführlich mit scientologie beschäftigt. sonst würdest du so einen schwachsinn nicht schreiben. auch wenn man versucht es dir immer wieder zu erklären,...du bist geistig leider nicht in der lage es zu verstehen, weil du nicht über den tellerrand hinausschauen kannst. du wirfst dinge durcheinander die du irgendwann mal irgendwo aufgeschnappt hast, ohne dich ausführlich mit der materie zu beschäftigen. warum auch...du verstehst das gelesene sowieso nicht. so, und jetzt ist wirklich schluss. ende ! aus ! basta !

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