Angeklagt Boateng, ein Randalierer?

Fußballprofi Kevin Prince Boateng sorgt diesmal abseits des Fußballrasens für Schlagzeilen. Der 23-Jährige steht ab Mittwoch in Berlin vor Gericht. Der Vorwurf lautet auf Sachbeschädigung.

Kevin Prince Boateng (Foto)
Kevin Prince Boateng soll in Berlin Autos demoliert haben. Bild: dpa

Im März vergangenen Jahres soll Kevin Prince Boateng nach einer Geburtstagsfeier in Berlin-Wilmersdorf gemeinsam mit dem damaligen Klubkollegen Patrik Ebert bei zwölf Autos die Außenspiegel abgetreten und einen Motorroller umgestoßen haben. Der Schaden belief sich auf 8850 Euro. Den Ermittlungen zufolge haben sich beide dabei johlend angefeuert. Das wollen Zeugen gesehen haben.

Hintergrund des Prozesses ist ein Strafbefehl gegen die beiden Mittelfeldspieler Boateng und Ebert. Sie sollten jeweils 56.000 Euro wegen Sachbeschädigung zahlen. Während Ebert seinen Einspruch gegen den Strafbefehl einen Tag vor Beginn seines geplanten Prozesses im Juni zurücknahm und die Geldstrafe zahlen will, beharrt Boateng offenbar weiterhin auf seiner Unschuld. In der Vergangenheit hatte der 23-jährige Fußballspieler den Vandalismusvorwurf als «Lügengeschichte» zurückgewiesen.

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Das Schöffengericht ist für die sogenannte Autospiegelaffäre zuständig. Doch die Verhandlung in der «Strafsache Boateng» wurde kurzerhand in den angrenzenden Altbau, ins Landgericht Berlin, verlegt. Wegen des «großen Medieninteresses», wie es heißt, findet der Prozess nun im Saal 500, einem der größten Sitzungsräume im Kriminalgericht Berlin-Moabit, statt.

Boateng wurde in Berlin als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers geboren und wuchs im Wedding auf. Bis 2007 spielte er bei Hertha BSC. Er wechselte anschließend zu Tottenham Hotspur und ist seit 2009 beim FC Portsmouth in England unter Vertrag. Sein Halbbruder Jerôme Boateng, der beim Hamburger SV spielt, schaffte es in die deutsche Nationalelf.

Kevin Prince dagegen kehrte dem DFB aus Verärgerung über dessen Reaktion auf sein Foul gegen Michael Ballack im englischen Pokalfinale zwischen dem FC Chelsea und dem FC Portsmouth, wo Boateng seit 2009 unter Vertrag ist, den Rücken und ging nach Ghana. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika standen sich die Geschwister dann beim Vorrundenspiel Ghana-Deutschland gegenüber. Für Kevin Prince und die Nationalmannschaft Ghanas endete das Spiel mit einer Niederlage.

Zum Prozess gegen den Fußballprofi hat das Gericht insgesamt 13 Zeugen geladen, darunter den früheren Klubkollegen und mutmaßlichen Komplizen Patrick Ebert. Ob Boateng am Mittwoch selbst vor Gericht erscheint, bleibt abzuwarten. Allerdings hat der Richter «das persönliche Erscheinen des Angeklagten angeordnet», hieß es bei der Justizpressestelle. Der Richter hofft, die «Autospiegelaffäre» an nur einem Verhandlungstag klären zu können. Weitere Termine sind zunächst nicht geplant.

juz/naf/ivb/news.de/ddp

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