Christina Aguilera
«Erschie√üt ihn!»

Christina Aguilera gilt als eine der besten S√§ngerinnen ihrer Generation - und stand dennoch oft nur in der zweiten Reihe. Ein Zustand, der ihrem von Ehrgeiz getriebenen Ego m√§chtig zusetzt. Je gr√∂√üer die Kritik und die Vergleiche mit Lady Gaga, desto gr√∂√üer werden ihre All√ľren.

Christina Aguilera steht gern im Mittelpunkt und reagiert gereizt, wenn ihr dieses Privileg abgesprochen wird. Bild: dpa

Christina Aguilera ist eine Diva. Das war sie schon immer und wird sie auch immer sein. Bereits bei ihrem Durchbruch im Jahre 1999 zeugte ihre Attit√ľde von dem Wissen ihres eigenen K√∂nnens. W√§hrend andere K√ľnstler sich in bescheidener Zur√ľckhaltung √ľben, spricht Aguilera offen aus, was sie zu bieten hat: eine gro√üartige Stimme und Gesp√ľr f√ľr Musik.

Die 29-J√§hrige gilt kritiklos als eine der besten S√§ngerinnen ihrer Generation. Und steht dennoch in der Gunst des Publikums oft nur in der zweiten Reihe. Fast schon symbolisch steht hierf√ľr ihr Kuss mit Madonna bei den MTV Video Music Awards 2003 – denn der ging nach dem Kuss von Britney Spears und Madonna g√§nzlich unter. Besonders ihrem von Ehrgeiz getriebenem Ego setzt diese «Missachtung» immer wieder zu.

Die Lady-Gaga-Frage


Da ist der st√§ndige Vergleich mit Lady Gaga. Bereits vor mehr als zwei Jahren als eine Lady Gaga noch als Insider-Tipp mit Star-Potenzial galt, wiesen Blogger wie Perez Hilton auf die frappierende √Ąhnlichkeit im Styling der S√§ngerinnen hin. Doch nicht Lady Gaga soll sich ein Vorbild an ihrer erfolgreichen Kollegin genommen, sondern Aguilera von Lady Gaga abgekupfert haben.

VIDEO: Huste nie, während Christina Aguilera spricht
Video: Youtube.com

Ein Vorwurf, der seitdem nicht mehr abebbt. Sehr zum Missfallen von Aguilera, die sich wiederholt gen√∂tigt sah, sich zu diesem Thema zu √§u√üern. Zum permanenten Vergleich erkl√§rte sie, bereits seit einem Jahrzehnt im Musikgesch√§ft zu sein. «Ich muss nichts beweisen. Denen, die sich abf√§llig √ľber mich √§u√üern, kann ich nur erwidern, dass ich offensichtlich so relevant bin, dass sie sich mit mir befassen. Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere, an dem ich √ľber Negativem und absurden Vergleichen stehe», sagte die 29-J√§hrige.

Erst vor kurzem teilte Aguilera auf ihrer Webseite mit, dass sie absolut nichts gegen Lady Gaga habe. Negative Kommentare, die sie angeblich √ľber Lady Gaga t√§tigte, seien stets aus dem Zusammenhang gerissen worden. «Ich finde sie gro√üartig und w√ľrdige jede Frau, die furchtlos genug ist, um gegen die Norm zu gehen.» Dies sei der letzte Kommentar zu diesem Thema, k√ľndigte Aguilera an.

Aus Christina wird «Floptina»

Promi-Blogger Perez Hilton, der oftmals aus rein subjektiven Gr√ľnden Prominente auf seine Abschussliste setzt - in diesem Falle sieht er sich als F√∂rderer und bester Freund Lady Gagas - verpasste Christina Aguilera die wenig schmeichelhaften Spitznamen «Floptina» und «Clonetina». Seitdem werden s√§mtliche Fotoshootings und Outfits Aguileras mit denen von Lady Gaga abgeglichen.

Mit ihrem vierten Studio-Album Bionic, welches vor kurzem in Deutschland ver√∂ffentlicht wurde, wollte Aguilera den Kampf gegen alle Vergleiche aufnehmen und ihre Stellung in der Pop-Welt erneut bekr√§ftigen. Glaubt man den Kritikern, ist Bionic vieles, aber nicht ihr Weg zur√ľck auf den Pop-Olymp. Ihre erste Single-Auskopplung Not Myself Tonight erntete zwar positive Kritiken, in den US-Charts war der Erfolg jedoch nur m√§√üig. Bei den Kritikern fiel das Album insgesamt durch.

Wenig sp√§ter wurde die zum Album geh√∂rende gro√ü angek√ľndigte Tour nur zwei Monate vor dem Start abgesagt und auf das kommende Jahr verschoben. Der volle Terminplan Aguileras lasse keine Zeit f√ľr Proben zu, erkl√§rte das Management. Oder verhie√üen die durchwachsenen Kritiken des Albums einen eher schleppenden Ticket-Verkauf?

Bereits jetzt wird auf Internetseiten wie x17online.com offen die Frage nach der Relevanz Aguileras gestellt. Sie sei eine hervorragende Sängerin wird dort erklärt. Nur um im Satz danach zu fragen, ob das ausreiche, um mit Rihanna und Lady Gaga mithalten zu können.

«Erschie√üt ihn!»


Diese Entwicklungen scheinen sich auf das Gem√ľt der S√§ngerin zu schlagen. W√§hrend eines TV-Interviews erlaubte sich jemand hinter der Kamera zu husten. Ein Affront, der Aguilera aus dem Konzept brachte. Und zicken lie√ü: «Husten w√§hrend meines Interviews? Wirklich?» Einem fast hysterischen Lachen folgte: «Erschie√üt ihn!» Ein Vorfall, der zum einen die momentane Fragilit√§t von Aguileras Nervenkost√ľm deutlich macht und den Erfolgsdruck erkennen l√§sst, unter den sie sich vor allem selbst setzt.

Die angespannte Situation könnte sich unter Umständen verschärfen. Am 24. November startet Burlesque, Aguileras erster Kinofilm, in den USA. Darin spielt sie das junge Kleinstadtmädchen Ali, die in einem Burlesque-Theater kellnert und ihre Liebe zu dieser Unterhaltungsform entdeckt.

Die Geschichte an sich, vermutlich mit reichlich nackter Haut und aufreizenden Tanzeinlagen bebildert, l√§uft in den konservativen USA Gefahr, auf Ablehnung zu sto√üen. Hinzu kommt der Faktor «Filmdeb√ľt einer S√§ngerin», der bei vielen Kritikern Vorurteile bedienen k√∂nnte. Ein gnadenloser Verriss ist allein aus diesen Gr√ľnden durchaus denkbar und w√ľrde f√ľr Aguilera, die wiederholt von ihren schauspielerischen Ambitionen sprach, einen herben R√ľckschlag bedeuten. Und ihre Laune auf einen neuen Tiefpunkt sinken lassen.

voc/ivb/news.de

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