Simon Monjack Ein wenig überraschender Tod

Dasselbe Haus, die gleichen Medikamente: Wie der Tod von Brittany Murphy wirft auch der Tod ihres Ehemanns Simon Monjack Fragen auf. Der Drehbuchautor galt zu Lebzeiten als umstritten. Freunde warnten Brittany Murphy vor ihrem Mann.

Simon Monjack (Foto)
Die Todesursache von Simon Monjack ist noch unklar. Bild: dpa

Am 20. Dezember 2009 starb die US-Schauspielerin Brittany Murphy in ihrem Haus in den Hollywood Hills. Gerade einmal fünf Monate später starb nun auch Murphys Ehemann Simon Monjack in diesem Haus. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt, die Rettungskräfte schließen jedoch einen gewaltsamen Tod aus und tendieren zu einer natürlichen Todesursache.

Verschiedene Medien diskutieren seitdem die Möglichkeit, dass Simon Monjack den Tod seiner Frau Brittany Murphy nicht verkraftet habe und an «gebrochenem Herzen» gestorben sei. Die Schwächung der Herzleistung bis hin zum Herzversagen infolge eines traumatischen Erlebnisses ist seit einigen Jahren ein belegtes medizinisches Krankheitsbild. Naheliegender als das als Broken-Heart-Syndrom oder Takotsubo-Syndrom bekannte Krankheitsbild ist im Falle Monjacks aber eine andere Todesursache.

Brittany Murphy: Ein viel zu früher Tod
Video: news.de

Wie Brittany Murphy, deren Leben durch eine Lungenentzündung sowie diverse verschreibungspflichtige Medikamente ein Ende fand, wurde auch Monjack der Missbrauch von Medikamenten nachgesagt. Darüber hinaus soll er seit langem alkoholabhängig gewesen sein. Die Vermutung, Monjack könnte durch eine Überdosierung oder die Folgen des Konsums ums Leben gekommen sein, ist daher nicht kühn, sondern konsequent.

Ein Indiz, welches für diese These spricht, ist der Fund von Medikamenten im Schlafzimmer Monjacks. Bei diesen soll es sich um die gleichen handeln, die bereits im Dezember bei Brittany Murphy gefunden wurden. Laut perezhilton.com soll ein nicht namentlich genannter Justizbeamter den Verdacht geäußert haben, eine versehentliche Überdosis sei die wahrscheinlichste Todesursache.

Dem widerspricht Monjacks Pressesprecher vehement. Roger Neal berichtet stattdessen, der 39-Jährige habe dringend einen Bypass benötigt, die Operation aber aufgeschoben. Er könne nicht belegen, wie ernst der Zustand seines Klienten war. Er habe aber mit Sharon Murphy, der Mutter Brittany Murphys, gesprochen, die ihm bestätigte, dass Monjack sich einer Bypass-Operation unterziehen sollte. «Wenn verschreibungspflichtige Medikamente gefunden wurden, dann sind sie alle auf sein Herzleiden zurückzuführen», so Neal.

Ein ganz anderes Bild zeichnet Brittany Murphys Bruder Tony Bertolotti von seinem Schwager. Er habe keine Reaktion gezeigt, als er vom Tode Monjacks hörte. Genau so wenig habe ihn diese Nachricht überrascht. «Der Typ war wahnsinnig. Er hat versucht, den Namen meines Vaters von Brittanys Sterbeurkunde fernzuhalten. Als ich meinem Vater von seinem Tod erzählte, empfand er wie ich. Wir trauern um meine Schwester – nicht um ihn. Wann werden die Leute merken, was dort vor sich geht? Die Wahrheit über Brittanys Tod wird früher oder später ans Licht kommen», sagte Bertolotti. Zum jetzigen Zeitpunkt empfinde er kein Mitleid für Sharon Murphy, da sie die Machenschaften Monjacks gedeckt habe.

Die Reputation des Briten war Zeit seines Lebens alles andere als positiv. Einen zwielichtigen Betrüger nannten ihn Weggefährten. Viele hinterfragten die Absichten des Produzenten und Drehbuchautors, als Murphy und er nach nur wenigen gemeinsamen Monaten heirateten. Nur einen Monat zuvor war Monjack wegen eines abgelaufenen Visums festgenommen worden.

Regisseur George Hickenlooper, ein enger Freund Murphys, warnte die Schauspielerin eindringlich vor Monjack. «Einige Monate nachdem sie das Gespräch wütend beendet hatte, rief ich sie an. Monjack verweigerte mir jedoch jeglichen Kontakt zu ihr», so der Regisseur von Factory Girl.

Im November 2009 stieg die Schauspielerin, die mit Clueless ihren Durchbruch feierte, aus bereits laufenden Dreharbeiten aus. So die offizielle Aussage vom Lager Murphys. Inoffiziell heißt es, Murphy sei gefeuert worden, nachdem ihr Mann volltrunken am Set ausgerastet sei. «Nicht das Verhalten von Brittany war das Problem, sondern das ihres Mannes. Sie verteidigte ihn natürlich und so entschloss man sich, sie von ihrem Engagement zu entlassen», erklärte der Regisseur des Films Michael Z. Gordon.

Auf dem Heimflug aus Puerto Rico kollabierte Monjack und musste nach der Landung im Krankenhaus notbehandelt werden. Als offiziellen Grund nannte man eine Asthma-Attacke. Inoffiziell war gar von Atemstillstand und Wiederbelebung die Rede. Zeichen einer Überdosis?

In den Wochen vor Monjacks Tod hielt sich das Gerücht hartnäckig, Sharon Murphy und den 39-Jährigen, der im Testament seiner Frau unerwähnt blieb und daher leer ausging, verbinde inzwischen mehr als nur die Liebe zur Verstorbenen. Fakt ist, dass Schwiegermutter und Schwiegersohn weiterhin in selben Haus lebten. Im Haus, in dem Brittany Murphy starb. Zudem sollen beide ein Buch geplant haben, in dem sie Enthüllungen aus dem Leben der Tochter beziehungsweise Ehefrau preisgeben wollten. Dieses habe jedoch keinen Abnehmer gefunden.

Das Ergebnis von Monjacks Autopsie wird in den kommenden Wochen erwartet.

juz/ivb/news.de

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