Campbell wird 40 Ein ewiges Supermodel mit besten Allüren

Diva heißt «die Göttliche», und Naomi Campbell wird sicher zu Recht so tituliert: Schön ist sie, unnahbar, elegant, - aber auch verwöhnt und nicht selten unbeherrscht, ja hysterisch. Statt auf dem Laufsteg erscheint sie in letzter Zeit immer öfter in den Klatschzeitungen. Heute wird das Model 40 Jahre alt.

Naomi Campbell (Foto)
Naomi Campbell wird 40. Bild: dpa

Diva heißt «die Göttliche», und das britische Model Naomi Campbell wird sicher zu Recht so tituliert: Schön ist sie, unnahbar, elegant, entrückt - aber auch verwöhnt, anmaßend und nicht selten unbeherrscht, ja hysterisch. Statt auf dem Laufsteg erscheint Campbell in letzter Zeit immer öfter in den Klatschzeitungen und hin und wieder auch vor Gericht. Heute wird das Model 40 Jahre alt.

Als verwöhnte Göre ist Naomi in dem Londoner Stadtteil Lambeth bestimmt nicht aufgewachsen. Ihre Mutter war eine Tänzerin aus Jamaika, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Die Schule brach sie ab, eine Berufsausbildung machte sie nie. Doch schon früh steckte offenbar das Talent in ihr, zu präsentieren, sich darzustellen.

Ein vielseitiges Supermodel


So war sie noch nicht einmal acht, als sie im Video Is this love? von Bob Marley mitspielte. Zusammen mit dem berühmten Landsmann ihrer Mutter und einem guten Dutzend anderer Kinder tanzte sie durch einen Kindergarten und dann durch die Straßen. Sechs Jahre später tauschte sie die Schule gegen Schauspielunterricht.

Naomi Campbell: Ein zickiges Supermodel

Nach einem Jahr wird sie als Model entdeckt. Die Karriere ist rasend, sie hält ihr junges Gesicht für große Marken hin und mit 16 sieht man sie schon in der britischen Elle. Der «Ritterschlag» kommt mit 18: Im August 1988 erscheint ihr Gesicht auf der Vogue - als erstes schwarzes Model überhaupt. In der Zeit, in der die Laufstegmädchen plötzlich zu Persönlichkeiten werden und Namen wie Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Claudia Schiffer und Linda Evangelista so bekanntwerden wie die von Sängern und Schauspielern, wird auch sie eines dieser neuen Supermodels.

Campbell gibt sich vielseitig. In vielen Videos spielt sie mit und sogar, wenn auch wenig ergiebig, in Nebenrollen von Kinofilmen. Erfolgreicher ist da schon eine Sangeskarriere, ihre CD Baby Woman verkauft sich gar nicht schlecht. Sogar ein Buch bringt sie heraus, doch schnell wird klar, dass Campbell kaum ein Wort von Swan selbst geschrieben hat. Mit einem «Fashion Café» in New York und mehr als einem halben Dutzend Parfums verdient sie auch Geld, aber nicht enden will ihr Erfolg auf den Magazintiteln. Sie greift noch die großen Aufträge ab, als sie schon doppelt so alt ist wie viele Models, die neben ihr in Paris, Mailand oder Madrid laufen.

Doch sie hält ihr Gesicht nicht nur für Geld hin

Mit Nelson Mandela trifft sie sich mehrmals und unterstützt seine Hilfsprojekte. Für Somalia spendete sie ebenso wie für Jamaika, die Heimat ihrer Mutter. Und bei der UNESCO ist sie gern gesehener Gast, um Geld für die Kinder der Welt einzuwerben. Schön, erfolgreich, wohltätig - aus dem kleinen schwarzen Mädchen aus London ist ein Star geworden.

Doch ein Star mit Allüren. Mal zertrümmert Campbell das Mobiliar einer Jacht, weil der Koch die Pasta nicht richtig zubereitet. Mal berichten Zeitungen, dass sie auf einen Chauffeur eingedroschen habe, weil der über ein Privatgespräch ihres Freundes nicht petzen wollte. Mal rennt sie schreiend aus einem Fernsehstudio, weil ihr die Fragen nicht passen. Und dann keift sie Verkäuferinnen so an, dass sie Hausverbot in einer Luxusboutique bekommt. Und immer wieder hört man von Mobiltelefonen, die sie Angestellten an den Kopf wirft - kaum zu glauben, dass «Naomi» vom Hebräischen «angenehm» und «freundlich» kommt.

Die Ausbrüche haben Campbell mehrfach in Therapien und vor Gericht geführt. So waren im Juni 2008 gerichtlich 200 Stunden Sozialdienst fällig, nachdem sie in einem Flugzeug ausgerastet war. Als der Pilot sie persönlich informierte, dass sich der Abflug etwas verzögere, hatte sie ihm vorgeworfen, Rassist zu sein. «Sie würden das nicht tun, wenn ich weiß wäre.» Ins Telefon schrie sie «holt die Presse!» und trat Polizisten mit ihren spitzen Stilettos. Ein Jahr zuvor hatte sie schon als Strafe mit den New Yorker Stadtreinigern Toiletten putzen müssen. Gekommen war die Laufsteg-Diva dabei im Pelz, abgefahren im Rolls Royce.

juz/car/news.de/dpa

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