Aniston, Perry & Co. Alte Freunde gesucht

Jennifer Aniston (Foto)
Jennifer Aniston ist unumstritten am erfolgreichsten. Nur in der Liebe lief es nicht so gut. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
Sechs Freunde, New York, Lieb, Leid und viel Humor - das ist das Rezept, mit dem die Serie Friends weltweit zu einer Kultserie wurde. Doch was ist eigentlich aus «Joey», «Phoebe» oder «Chandler» geworden?

Vor sechs Jahren endete die Fernsehserie Friends. Witzige Dialoge und überzeugende Darsteller hatten der Serie um sechs New Yorker Freunde weltweiten Erfolg gebracht. Der Erfolg war so groß, dass alle sechs Schauspieler für jede Episode der zehnten und letzten Staffel eine Million Dollar Gage bekamen. Durch die enormen Einnahmen aus Merchandising und Werbung war es dem Sender NBC, der die Serie produzierte, ein leichtes, die Gehälter zu bezahlen.

Während der zehnjährigen Laufzeit der Show interessierten sich die Zuschauer aber nicht nur für das Privat- und Liebesleben der sechs fiktiven Charaktere, sondern auch für das ihrer Darsteller. Allen voran Jennifer Aniston und ihre Beziehung mit Brad Pitt waren Dauerthemen in den amerikanischen Boulevardblättern.

2004 gingen die Freunde dann getrennte Wege. Das Ende der Serie war gleichzeitig ein Neubeginn für die Schauspieler. Nun waren sie nicht mehr nur an ein Projekt gebunden und konnten lediglich die drehfreien Monate zwischen zwei Staffeln für Ausflüge auf die Kinoleinwand nutzen. Die Vorstellungen über ihre Karriere nach Friends waren bei den Schauspielern verschiedene. Während sich Jennifer Aniston ausschließlich auf Kinorollen konzentrierte, blieb Matt LeBlanc beispielsweise dem Fernsehen treu. Mehr als das, er bekam seine eigene Serie namens Joey.

In dieser machte er genau das, was er auch schon bei Friends tat, er spielte Joey Tribbiani, den leicht trotteligen dafür aber gut aussehenden Womanizer, der sich bislang eher erfolglos als Schauspieler versuchte. Doch eines unterschied Joey von Friends: der mangelnde Erfolg. Nach nur zwei Staffeln wurde die Serie auch schon wieder eingestellt. Das war 2006. Seitdem tritt LeBlancs Karriere auf der Stelle. Die Rollenangebote blieben aus und so gründete der 42-Jährige zusammen mit einem Partner eine Produktionsfirma namens Fort Hill Productions, die bislang allerdings nur einen TV-Film umsetzte.

Matt spielt Matt

Nach vier Jahren Fernsehabstinenz wird LeBlanc bald mit einer neuen Serie zurückkehren. Episodes handelt von einem britischen Paar, das eine erfolgreiche Show in Großbritannien hat und von Hollywood-Produzenten überzeugt wird, einen Ableger für den amerikanischen Markt zu machen, in dem Matt LeBlanc mitspielen soll. Matt LeBlanc spielt in Episodes also Matt LeBlanc. Dürfte zu machen sein, bleibt allerdings abzuwarten, ob die Show auch die Zuschauer überzeugen kann. Denn vom Bild des jugendlich wirkenden LeBlancs sollten sich seine Fans verabschieden. Der Schauspieler hat kräftig zugelegt und trägt die Haare nun grau meliert.

Auch sein Privatleben erlebte Tiefen. Nach nur drei Jahren ließen sich LeBlanc und seine Frau Melissa McKnight scheiden, nachdem er zugegeben hatte, eine Stripperin in einem kanadischen Nachtclub begrapscht zu haben. Diese reichte dann zu allem Überfluss noch eine Klage wegen Verleumdung ein, weil er abfällig über sie in einer Zeitung gesprochen hatte.

Aber nicht nur LeBlanc war vom «Fluch von Friends» betroffen. Auch die Karrieren von Matthew Perry (Chandler Bing) und David Schwimmer (Ross Geller) kamen ins Straucheln.

Flops und Depressionen für Chandler

Nach nur einer Staffel wurde Perrys Serie Studio 60 On The Sunset Strip wegen schlechter Einschaltquoten wieder eingestellt. Auch seine Versuche, sich auf der großen Leinwand zu etablieren, scheiterten. Seine Rolle als depressiver Drehbuchautor in Numb wurde von der Kritik verrissen. Der Film erwies sich dann auch erwartungsgemäß als Flop an den Kinokassen. Wie seine Figur im Film litt auch Perry selbst an Depressionen. Aus diesem Grund verschanzte er sich phasenweise für Tage in seinem Haus in den Hollywood Hills.

Die Serie The End of Steve, in der er die Hauptrolle übernahm, schaffte es 2008 nicht einmal über die Pilotfolge hinaus. Im gleichen Jahr konnte er jedoch mit der Komödie 17 Again, wenn er auch nur in einer Nebenrolle zu sehen war, wieder einen Erfolg verbuchen. Momentan steht er für die Sitcom Mr. Sunshine vor der Kamera, die 2010 starten soll.

So wankelmütig sich seine Karriere gestaltet, so flatterhaft ist auch sein Liebesleben. Seit 2002 ist er mal mit Kollegin Lauren Graham, bekannt als Lorelai Gilmore aus Gilmore Girls, zusammen, mal wieder nicht.

Lesen Sie auf Seite 2, wie es den restlichen Freunden erging

Kollege David Schwimmer, der in Friends Dr. Ross Geller mimte, hatte nicht so sehr zu kämpfen wie seine Kollegen. Er spielte in einigen Filmen mit und verbrachte viel Zeit mit seiner eigenen Theatergruppe in Chicago. Er baute sich zudem als Produzent und Regisseur ein zweites beziehungsweise drittes Standbein auf. Bereits zu Friends-Zeiten hatte Schwimmer bei zehn Episoden Regie geführt. 2007 gab er mit Run Fatboy Run sein durchaus gelungenes Leinwanddebüt. Seit 2009 soll Schwimmer wieder verstärkt versuchen, Filmrollen zu ergattern.

Die mit Abstand erfolgreichste von allen Friends ist Jennifer Aniston. Seit dem Ende der Kultserie hat sie in acht Kinofilmen mitgespielt. Vier weitere befinden sich noch in der Produktion. Ihre Filme zeichnen sich vielleicht nicht durch intellektuellen Tiefgang aus, die meisten von ihnen waren jedoch recht erfolgreich, so dass sie sich ihren Platz an der Spitze Hollywoods sicherte. Nur in Liebesdingen zieht sie mit ihren ehemaligen männlichen «Freunden» gleich. Die Ehe mit Brad Pitt scheiterte. Die Beziehungen mit Vince Vaughn und John Mayer ebenso. Zur Zeit hat sie mit Gerard Butler angebandelt.

Pech im Spiel, Glück in der Liebe

Der Erfolg ihrer 45-jährigen Kollegin Courteney Cox ist da bei weitem durchwachsener. In Dirt gab sie eine Redakteurin eines Boulevardblattes. Die Einschaltquoten blieben derart hinter den Erwartungen zurück, dass die Serie eingestellt wurde. Mit ihrer zweiten Sitcom Cougar Town, in der sie eine frisch geschiedene Frau spielt, die versucht, ihr Single-Leben aufzupeppen, hat sie momentan mehr Erfolg. Zumindest wurde die Show noch nicht eingestellt und Courteney Cox bei den diesjährigen Golden Globes als Beste Hauptdarstellerin in einer Serie nominiert.

Ähnlich durchwachsen gestaltet sich die Karriere von Lisa Kudrow, die bei Friends Phoebe Buffay spielte. Sie bekam zwar Rollen in Kinofilmen, meist blieb es aber bei unbedeutenden Nebenrollen, wie etwa in P.S. Ich liebe Dich. Wenigstens privat läuft es bei Kudrow und Cox bei Weitem besser als bei ihren ehemaligen Kollegen. Kudrow ist seit 1995 verheiratet und hat einen Sohn. Cox lernte ihren Mann David Arquette während der Dreharbeiten zu Scream kennen. Seit 1999 sind die beiden Schauspieler verheiratet, im Mai 2004 wurde Tochter Coco geboren.

Vielleicht ist es für einige der Schauspieler tröstlich, dass die Darsteller einer anderen Kultserie durchaus ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Die Rede ist von Seinfeld. Auch hier spricht man vom «Fluch von Seinfeld», da die Karrieren der Darsteller nach dem Serien-Ende nur vor sich hindümpelten. Allerdings ist ein Fluch auch irgendwann einmal vorbei. Das zeigte vor allem Julia Louis-Dreyfus. Für sie  endete der Fluch spätestens 2006, als sie den Emmy für ihre Darstellung in der Serie The New Adventures of Old Christine gewann. «Ich bin nicht jemand, der an Flüche glaubt, aber verflucht sei das hier Baby!» sagte sie und nahm den Preis mit nach Hause.

/ivb/news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige