Promis Walk of Fame in Berlin Mitte

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US-Stars wie Holly Hunter können sich schon seit Jahren auf dem Walk of Fame verewigen, jetzt kommen auch deutsche Promis zum Zug. In Berlin wird ein eigener Ableger der Ruhmeshalle eröffnet. Bild: news.de/dpa

Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin
Müder Abklatsch oder neuer Touristenmagnet? Wie in Hollywood können sich nun auch in Berlin die Promis mit einem Stern im Asphalt verewigen lassen. Anwärter auf einen Platz im Straßenbett gibt es mittlerweile reichlich.

Es soll ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art sein: Wenn am 12. Februar die Berlinale zum 60. Mal in der deutschen Hauptstadt eröffnet wird, dann soll die Metropole an der Spree zugleich um eine Attraktion reicher werden. Denn pünktlich zum Beginn des großen internationalen Filmfestes soll am Nachmittag auch der erste Stern auf dem neuen Boulevard der Stars in Berlin-Mitte enthüllt werden. Ganz feierlich. Mit viel Prominenz. «Fabelhaft, dass wir die erste echte Präsentation unseres Konzepts zum Berlinale-Jubiläum tatsächlich hinbekommen», jubelte unlängst Initiator Gero Gandert. «Das ist doch jetzt ein Signal mit internationaler Beachtung.»

Die Vorfreude ist jedenfalls riesig in der Hauptstadt – auch wenn das Projekt erst noch ganz am Anfang steht. Ein paar Monate lang wird man die Berliner Variante vom berühmten Hollywood-Vorbild nämlich nur in einer Sparversion bewundern können. Denn zur Berlinale-Eröffnung wird sich zunächst nur ein Promi mit einem signierten Stern im Asphalt verewigen dürfen. Namen werden schon eifrig gehandelt: Stars wie Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Thomas Gottschalk, Michael Ballhaus oder Wolfgang Petersen gelten als heiße Anwärter. Doch wer es wird, steht nach Angaben der Organisatoren noch nicht fest. Sicher ist nur: Der Sieger des Rennens wird erst einmal auf einem halbfertigen Boulevard der Stars überwintern müssen.

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Komplette Fertigstellung erst im Sommer 2010

Denn bevor die neue Ruhmeshalle am Potsdamer Platz wirklich im ganzen Glanz erstrahlen kann, müssen noch einige Bauarbeiten über die Bühne gebracht werden. Im Sommer soll die Berliner Sternenmeile dann in einem Schwung auf 40 Promis anwachsen und sich schließlich über eine Länge von 312 Metern erstrecken. Die Messingsterne, die mit dem Namen und den Lebensdaten herausragender deutschsprachiger Filmkünstler versehen und im Mittelstreifen der Potsdamer Straße versenkt werden, sollen dabei längst nicht die einzige Attraktion sein. Für das nötige Filmflair soll zusätzlich ein «roter Teppich» sorgen. Dafür lassen die Planer eigens den Asphalt des Straßenstreifens rot färben.

Für die Finanzierung sind eine Million Euro Fördermittel bereitgestellt worden, teilweise stammen sie aus Töpfen der EU. Der spätere Betrieb der Meile wird anschließend von einer gemeinnützigen GmbH über Spendengelder aufrechterhalten. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist das Geld gut angelegt. Immerhin helfe es dabei, Berlin weiterhin als «die deutsche Filmstadt» zu etablieren, lässt er sich auf der Homepage der Organisatoren zitieren. Dass der deutsche Walk of Fame zu einem Flop entwickeln könnte, glaubt er genauso wenig wie Georgia Tornow. Die Geschäftsführerin von der Boulevard der Stars GmbH sagt dazu: «Hier entsteht eine Attraktion Berlins für alle Bürger und Besucher.»

Besser als das Hollywood-Original?

Den Vorwurf, es handele sich bei der Berliner Sternenmeile nur um einen müden Abklatsch, versuchen die Planer gleich im Keim zu ersticken. Um sich vom Original in Hollywood abzugrenzen, haben sie sich eigens noch zwei Besonderheiten einfallen lassen: Besonders stolz ist man dabei zum einen auf die Installation von so genannten Pepper's Ghost Cameras, mit denen man die Stars zum Leben erwecken kann.

Schaut man durch diese Kameras, dann wird über dem jeweiligen Stern das holografische Abbild des Stars projiziert. Der Clou: Besucher können sich daneben stellen und - dank einfacher Spiegeltechnik - zusammen mit ihrem Lieblingspromi fotografieren lassen. Wem das nicht reicht, der kann sich zum anderen auch noch ein Autogramm holen. Denn die signierten Sterne sind so konzipiert, dass man sich die Unterschriften bequem mit Stift und Papier abreiben kann.

Mit den Jahren dürfte jeder Besucher einmal fündig werden. Denn alle zwölf Monate wird der Berliner Boulevard nach einem unabhängigen Jury-Entscheid um zehn neue Stars erweitert. Allerdings: Gemessen an der Größe wird die Berliner Variante das Original so schnell nicht übertrumpfen können. Denn in Hollywood glänzen mittlerweile schon 2400 Promi-Sterne im Asphalt.

hav/reu/news.de

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