«Vogue»-Chefin Anna Wintour Endet ihre Herrschaft über die Modewelt?

Ihr Thron wackelt. Anna Wintour, Chefin der US-Mode-Zeitschrift Vogue, steht angeblich kurz vor dem Rauswurf. Sie sei zu verschwenderisch und zu alt für den Job, heißt es. Doch die «Frau mit dem kalten Herzen» will sich nicht so schnell geschlagen geben.

Muss «Vogue»-Chefin Anna Wintour gehen? (Foto)
Anna Wintour sitzt immer in der ersten Reihe. Bild: dpa

Seit Meryl Streep im Film Der Teufel trägt Prada die berüchtigte Chefin der US-Vogue verkörperte, kennt jeder die wohl einflussreichste Person in der Modewelt - und besonders ihre Eigenheiten. Herrschsüchtig, selbstherrlich und egozentrisch schart sie ihre Mitarbeiter um sich, die ihr ebenso hörig sind wie die Designer. Hosen trägt die gebürtige Britin nie, Interviews gibt sie selten, innerhalb weniger Sekunden entscheidet sie, ob ihr ein Kleid gefällt oder nicht. Große Stardesigner kreieren angeblich ganze Kollektionen neu, nur weil Anna Wintour (59) durch ein Kopfschütteln ihr Nichtgefallen äußert.

Seit 21 Jahren ist sie Chefin der amerikanischen Vogue und machte aus dem eher langweiligen Magazin die größte Modezeitschrift der Welt. Damit verbunden ist natürlich viel Macht: Michelle Obama schaffte es auf das Titelbild, US-Star-Talkerin Oprah Winfrey war Wintour dagegen angeblich zu dick.

«Vogue»-Chefin Anna Wintour: Der Fall der mächstigsten Frau der Modewelt

Nun soll die Vogue-Chefin (Jahresgehalt: rund zwei Millionen Dollar) abgesägt werden, wie amerikanische Medien berichten. Der Grund: Angeblich sollen Samuel Irving Newhouse, dem 81-jährigen Besitzer der Vogue, die zu hohen Ausgaben (vor allem für die aufwändigen Fotoshootings), sinkende Auflagenzahlen und schwindende Anzeigenerlöse auf die Nerven gehen. Und auch die Nachfolge scheint schon fast geklärt: Als Top-Favoritin gilt die französische Vogue-Chefin Carine Roitfeld, aber auch ihre russische Kollegin Aliona Doletskaya ist im Gespräch. Beide gelten als pflegeleichter als die jetzige Vogue-Chefin. Doch wie reagiert «nuclear Wintour» auf die Gerüchte zu ihrem bevorstehendem Rauswurf?

Bereits im vergangenen Jahr tuschelte man in der Modewelt über ein bevorstehendes Ende der Wintour-Ära. Damals sagte die Frau mit der charakteristischen Pagenfrisur zwar knapp und nüchtern: «Ich habe nicht die Absicht, Vogue zu verlassen», sie schien sich aber der Gefahr bewusst. Denn sie erlaubte dem Dokumentarfilmer R.J. Cutler, ihr auf die Pelle zu rücken. Er sollte ihr Image aufpolieren, indem er ihr bei der Entstehung der Septemberausgabe 2008 über die Schulter schaut. Daraus entstanden ist der Dokumentarfilm The September Issue, der vor kurzem in New York Premiere feierte. In Anspielung auf den Film Der Teufel trägt Prada erschien Wintour bei der Premiere ihres Films in einem Prada-Kleid. Über Selbstironie scheint sie auf jeden Fall zu verfügen.

Doch ersten Filmkritiken zufolge scheint der Schuss nach hinten losgegangen zu sein. In dem Film soll Wintour alles andere als sympathisch oder freundlich rüberkommen. Die Dokumentation bestätigt angeblich alle Vorurteile, die Wintour spätestens seit Der Teufel trägt Prada umgeben. Ihr Image wird der Film offenbar nicht aufpolieren. Aufmerksamkeit für die Vogue garantiert er aber auf jeden Fall und damit vielleicht auch wieder eine steigende Auflage und mehr Anzeigen. Fraglich ist aber, ob Wintours Thron dann aufhört zu wackeln.

bla/news.de

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