Umweltschutz So grün sind grüne Promis wirklich

Sie fahren Hybrid-Autos, kaufen Fair-Trade-Produkte und bauen einen umweltfreundlichen Golfplatz. Viele Stars setzen sich für die gute grüne Sache ein. Doch welchem Promi ist es wirklich ernst mit seinem Engagement?

 Wie grün sind Thomas D, Paris Hilton und Justin Timberlake (v.l.) wirklich? (Foto)
Wie grün sind Thomas D, Paris Hilton und Justin Timberlake (v.l.) wirklich? Bild: news.de/ dpa (Montage)

Künstler wie Madonna, Jennifer Lopez und die Red Hot Chili Peppers sangen 2007 bei den weltweiten Live Earth-Konzerten, um die Menschen für den Kampf gegen die Erderwärmung und für eine gerechtere Globalisierung zu sensibilisieren. Spätestens mit diesem bisher größten Charity-Konzert der Welt, organisiert vom Umweltakitivisten und ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, begannen die Promis, auf der grünen Welle zu reiten.

Und ihr Image als Umweltengel fleißig zu pflegen: Natalie Portmann brachte eine vegane Schuhkollektion auf den Markt, Paris Hilton verkündete «Wenn ich aus dem Haus gehe, mache ich immer in allen Räumen das Licht aus» und Dieter Bohlen tut was für die Umwelt, indem er Fahrradfahren sexy findet. Welchem Promi liegt die Umwelt aber wirklich am Herzen?

Einem, dem man sein Engagement am ehesten abnimmt, ist Justin Timberlake. Denn der Sänger hat nicht etwa ein Stück Regenwald gekauft oder trägt nur noch Hüte aus Bio-Baumwolle, sondern er eröffnete kürzlich in Memphis den ersten Golfplatz in den USA mit Ökosiegel. Dazu muss man wissen, dass der Freund von Schauspielerin Jessica Biel ein begeisterter Golfspieler ist.

Ende 2007 hatte der 28-jährige Musiker die Anlage in seiner Heimatstadt gekauft, um eine kommerzielle Bebauung zu verhindern, und in die umweltgerechte Umgestaltung 16 Millionen Dollar (etwa 11,4 Millionen Euro) investiert. Über 400.000 Quadratmeter Rasen wurden wieder in Naturwiesen zurückverwandelt und vorhandene Bäche und Teiche dereguliert. Außerdem sollen solarbetriebene Elektro-Golfcarts über den Platz fahren, sobald es sie zu kaufen gibt.

Bereits 1998 gründete Schauspieler Leonardo DiCaprio die «Leonardo DiCaprio Foundation», mit der er verschiedene Umweltorganisationen unterstützt. Außerdem war er einer der ersten Hollywoodstars, die ein Hybridauto fuhren. Auf seine Arbeit im Filmgeschäft wirkte sich sein grünes Engagement ebenfalls aus. So hat der 34-Jährige die beiden Kurzfilme Global Warming und Water Planet und den dokumentarischen Umweltschutzfilm 11th Hour finanziert und produziert. Der Titanic-Star achtet zudem beim Wohnen darauf, die Umwelt nicht zu schaden. So hat er vor kurzem eine Wohnung in einem New Yorker Apartmenthaus gekauft, das unter ökologischen Gesichtspunkten errichtet worden ist.

Ein prominenter Umweltaktivist der ersten Stunde ist Robert Redford. Der Schauspieler ist seit mehr als 30 Jahren im «National Resources Defence Center» im Einsatz und in den frühen 1980er Jahren gründete er das «Institute for Resources Management», um Kontrahenten aus Industrie und Umweltorganisationen zusammenzubringen. Er verschenkte sogar einen Teil seines Landes an eine Umweltstiftung.

Auch Redfords Kollege Brad Pitt unterstützt Umweltprojekte - neben den etlichen gemeinsamen Charity-Aktionen mit seiner Partnerin Angelina Jolie. Nach dem Hurrikan Katarina, der ganze Teile New Orleans zerstörte, hat das Paar mit fünf Millionen Dollar das Hilfsprojekt «Make it Right» unterstützt. So konnten 150 Öko-Häuser für die Opfer errichtet werden, zu dessen erstem Spatenstich auch der ehemalige US-Präsident Clinton nach New Orleans kam.

Doch nicht nur US-Stars, sondern auch deutsche Promis setzen sich kräftig für die Umwelt ein. Allen voran Thomas D, der samt klimafreundlicher Pellets-Heizung und Solarzellen auf dem Dach auf einem Bauernhof in der Eiffel lebt. Der Musiker von den Fantastischen Vier ist außerdem überzeugter Vegetarier und versucht unermüdlich Fleischesser von Gemüse & Co. zu überzeugen: «Vegetarier sind die größten Umweltschützer der Welt, weil die Fleischindustrie mehr Kohlendioxid erzeugt als das gesamte Verkehrswesen. Hört auf, Fleisch zu essen, damit retten wir die Welt», sagte der 40-jährige Rapper in einem Interview.

Heike Makatsch setzt sich ebenfalls für nachhaltige Themen ein. Nachdem die Schauspielerin bereits bei der OXFAM-Kampagne «Make Trade Fair» für gerechten Welthandel geworben hat, ist sie derzeit die Werbefigur des neues Toyota Prius. Mit ihrem Hybrid-Engagement folgt sie einer Reihe von Hollywoodstars wie Cameron Diaz oder Leonardo DiCaprio, die als eine der ersten Prominenten mit dem Prius durch Beverly Hills kurvten und dabei die Umwelt schonen.

Trotz dieser vielen Beispiele ist es schwer zu sagen, wie grün Stars wirklich sind. Denn sich für die Umwelt einzusetzen, gilt nicht nur unter Promis als schick. Auch wenn Justin Timberlake aus tiefster persönlicher Überzeugung einen Golfplatz nach ökologischen Gesichtspunkten baut oder Brad Pitt Häuser für Hurrikan-Opfer, tun sie dies stets im Rampenlicht und in Begleitung ihrer PR-Berater. Es bleibt lediglich zu hoffen, dass der Öko-Glamour der prominenten Aktivisten nicht die Umweltprobleme, auf die sie eingentlich aufmerksam machen wollen, überstrahlen.

Weiterführende Links:

Strom aus der Wüste: Sonnenaufgang einer «faszinierenden Vision»
Strommix in Deutschland: Erneuerbare Energien sind weiter auf dem Vormarsch

Links aus dem Netz:

Justin Timberlakes Golfplatz mit Öko-Siegel

voc/news.de

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Über die Wirkung von Multiplikatoren
  • Kommentar 3
  • 14.10.2012 15:51

Solange dieses "grünes Licht" einen weiten Schein wirft ist das auch in Ordnung. Promis, die - wenn auch nur augenscheinlich - grünes Engagement zeigen senden ein klares Signal: Grün ist sexy. Sie helfen damit, einen nachhaltigen Lebensstil aus der Öko-Klischee-Ecke in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Resultiert aus nur angeblichen Anstrengungen eines Promis eine ehrliche Auseinandersetzung seiner Fans mit dem Thema, kann dieses grüne Licht eine grüne Welle auslösen. Darauf kommt es an.

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  • Christian Seebauer
  • Kommentar 2
  • 20.07.2011 17:49

Hallo zusammen, der Artikel ist absolut interessant. Was tun eigentlich deutsche Promis? Und was kann man als Nicht-Promi machen? Als Künstler kann ich mit Promis natürlich nicht mithalten. Ich kann aber die Möglichkeiten nutzen die ich habe: Umwelt- und sozialkritische Bilder auf Leinwand bringen, z.B. den bedrohten Lebensraum und den Regenwald: http://www.seebauers-world.de/endangered-wildlife.php Christian Seebauer

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  • egon
  • Kommentar 1
  • 01.10.2009 09:50

Es ist halt so, Wasser predigen und Wein trinken! Wichtig ist jedoch, daß man sich in entsprechend "grünes Licht" stellt. Tatsache: Wer es glaubt ist selbst schuld.

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