08.10.2019, 09.51 Uhr

Extinction Rebellion 2019: Aktivisten blockieren Paris

Im Regierungsviertel haben sie ihr Lager aufgeschlagen, nun schwärmen sie in die ganze Stadt aus: Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion will den Verkehr in Berlin eine Woche lang stören. Ihr Protest ist mittlerweile auch in anderen Ländern in vollem Gange.

Die Gruppe Extinction Rebellion möchte mit Blockaden und zivilem Ungehorsam auf die Klimakatastrophe hinweisen. Bild: picture alliance/Annette Riedl/dpa

Für Montag den 07.10.2019 hat die Gruppe Extinction Rebellion weltweit zu Demonstrationen aufgerufen. Auch in der deutschen Hauptstadt Berlin wurde mit Demonstrationen und Blockaden gerechnet. Die Aktivisten haben am Montagmorgen mit ihrem Protest begonnen und sind zur Siegessäule vorgedrungen. Auch in anderen Städten protestieren die Umwelt-Aktivisten. Dabei stellt sich ganz allgemein die Frage: Wie soll das funktionieren? Ist das legal? Hier finden Sie die Antworten.

Ziele von Extinction Rebellion - Umweltschutz durch zivilen Ungehorsam

Das Ziel der Aktion ist es mit zivilem Ungehorsam auf das weltweite Massensterben von Tieren hinzuweisen, das bisher noch keine großangelegten Rettungsaktionen provoziert hat. Sie wollen zeigen, dass die Ruhe, mit der die Politik über mögliche Optionen spricht, nicht angemessen ist. Sie fordern schnelle und klar Maßnahmen, die zeigen, dass der Willen da ist, die Attacken der Menschen gegen die Natur zu beenden.

Aber können sie schon Erfolge verzeichnen? Ja. In Großbritannien blockierten über 6.000 Menschen die Brücken der Hauptstadt und konnten so erreichen, dass das Parlament den Klimanotstand ausrief. Die gleichen Effekte erhofft sich das Bündnis in Deutschland.

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Verkehrsbehinderungen, Sperrungen, Staus - Alle Infos auf einen Blick im News-Ticker

+++ 08.10.2019: Umweltschutzbewegung setzt Blockade in Paris fort +++

Demonstranten der Umweltbewegung Extinction Rebellion haben ihre Blockade in der Pariser Innenstadt fortgesetzt. Wie der Nachrichtensender BFMTV am Dienstag berichtete, besetzten mehrere Hundert Aktivisten weiter einen zentralen Platz in der Nähe der Seine und eine Brücke. Von besonderen Vorfällen in der Nacht war keine Rede. Die Aktion hatte am Montag auf der Place du Châtelet im Herzen der Hauptstadt begonnen.

Anhänger der Umweltbewegung hatten am Montag auch in Amsterdam und London protestiert. Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

+++ 08.10.2019: Klimaproteste: Polizei setzt Räumung von Potsdamer Platz fort +++

Die Polizei hat am Dienstagmorgen die Räumung der Klimaproteste von Extinction Rebellion am Potsdamer Platz in Berlin fortgesetzt. Nachdem sich die Beamten in der Nacht zurückgezogen hätten, seien sie seit den frühen Morgenstunden wieder im Einsatz, schrieb die Polizei auf Twitter. "Den Personen, die auf den Straßen bleiben, werden Platzverweise ausgesprochen", sagte eine Sprecherin der Polizei. Die meisten Demonstranten seien der Aufforderung nachgekommen. Einige wurden weggetragen.

Rund 50 Teilnehmer besetzten allerdings weiterhin die Fahrbahn, berichtete ein dpa-Reporter. Zuvor befreiten mehrere Polizisten mit Zangen einige Demonstrierende von Ketten und forderten sie auf, Holzhäuser abzubauen, die sie einen Tag zuvor aufgestellt hatten. Mehr als 150 Teilnehmer verharrten über Nacht am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte.

An der Siegessäule, wo am Montag ebenfalls eine Protestaktion begonnen hatte, sei man zum weiteren Vorgehen in Gesprächen mit Verantwortlichen der Bewegung, sagte die Polizeisprecherin. Im Moment seien dort 500 Protestierende. Extinction Rebellion hat für die ganze Woche Aktionen in der Hauptstadt angekündigt.

+++ 08.10.2019: Potsdamer Platz und Großer Stern weiterhin gesperrt +++

Die Lage am Potsdamer Platz bleibt unverändert. Die Berliner Verkehrsinformationszentrale schrieb dazu auf Twitter: "Guten Morgen, so wie der Tag endete, beginnt er heute auch wieder: Der #GroßerStern und #PotsdamerPlatz sind weiterhin #gesperrt!"

+++ 08.10.2019: Schlafen unter der Siegessäule: Klimaaktivisten starten neue Aktionen +++

Der erste Tag der Protestwoche liegt hinter Extinction Rebellion. Rund 3000 Klima-Aktivisten blockierten zwei Verkehrsknotenpunkte in Berlin. Auch am Dienstag gibt es Aktionen.

Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben ihre Aktionen am Dienstag fortgesetzt: In Australien protestierten unter anderem in Brisbane und Melbourne mehrere Hundert Menschen. In Berlin übernachteten Dutzende Aktivisten in Schlafsäcken unter der Siegessäule, um den Verkehr dort auch am zweiten Tag in Folge zu blockieren. Mehr als 150 Teilnehmer verharrten bis in die Nacht am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte. Über die genaue Art der für Dienstag geplanten Proteste gab es noch keine Auskünfte - sie sollen wieder relativ spontan stattfinden.

Es gab in mehreren Großstädten weltweit Aktionen von Extinction Rebellion. In mehreren australischen Städten wurden am zweiten Tag Aktivisten festgenommen. Am Montag waren in London und Amsterdam knapp 200 Aktivisten bei Blockaden festgenommen worden.

+++ 08.10.2019: Weitere Aktionen der Klimaaktivisten nach Straßenblockaden geplant +++

Nach dem Auftakt der Protestwoche wollen die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion ihre Aktionen am Dienstag in Berlin und auch anderen Städten weltweit fortsetzen. Noch in der Nacht zu Dienstag verharrten in Berlin mehr als 150 Aktivisten am Potsdamer Platz, nachdem die Polizei eine Räumung abgebrochen hatte. Auch an der Siegessäule wollten Aktivisten übernachten, um den Verkehr dort weiter zu blockieren. Über die genaue Art der für Dienstag geplanten Proteste gab es noch keine Auskünfte - sie sollen wieder relativ spontan stattfinden.

In der Nacht sei die Lage in der Hauptstadt ruhig gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Morgen, und fügte an: "Die müssen ja schlafen, die wollen morgen weitermachen."

Am Montag hatten etwa 3000 Demonstranten Straßen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz in Berlin blockiert, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Zu Beginn der Demonstrationswoche blieben die Auswirkungen der Straßenblockaden in Berlin, wo die Schulen derzeit Herbstferien haben, aber trotzdem überschaubar.

Zunächst hatte die Polizei die Aktivisten gewähren lassen. Am frühen Abend begannen die Beamten allerdings, die Kundgebung am Potsdamer Platz zu räumen. Eine Sprecherin von Extinction Rebellion lobte dabei das Verhalten der Polizei als "extrem positiv". Später brach die Polizei die Räumung ab, wie die Verkehrsleitzentrale Berlin mitteilte. Die Einrichtung gehört zur Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Die Polizei äußerte sich nicht dazu. Die Klimaaktivisten teilten mit: "Unsere Rebellion hat gerade erst begonnen."

Es gab in mehreren Großstädten weltweit Aktionen von Extinction Rebellion. In London und Amsterdam waren knapp 200 Aktivisten bei Blockaden festgenommen worden. Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien.

 

+++ 07.10.2019: Extinction Rebellion: Aktivisten harren weiter am Potsdamer Platz aus +++

Rund fünf Stunden nach Beginn der Räumung des Potsdamer Platzes in Berlin haben nach Angaben der Polizei immer noch rund 170 Klimaaktivisten von Extinction Rebellion dort ausgeharrt. Am Abend verschickten Organisatoren der Gruppe die Nachricht, dass die Berliner Polizei ihre Aktion gegen die Demonstranten abgebrochen habe. "Wir haben es geschafft: Die Räumung am Potsdamer Platz wurde unterbrochen! Die Stimmung könnte nicht besser sein." Zuvor waren nach Angaben der Polizei 408 Demonstranten weggetragen worden.

Die Polizei gab dazu am Montagabend zunächst keine Auskunft. "Ich kann eine Unterbrechung der Räumung weder bestätigen noch dementieren", sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Wenig später twitterte die Verkehrsleitzentrale Berlin, eine Einrichtung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: "Die Polizei hat die Räumung am #PotsdamerPlatz in #Tiergarten abgebrochen. Der Potsdamer Platz sowie der #GroßeStern bleiben vorerst #GESPERRT."

Die Klima-Aktivisten haben für die ganze Woche Aktionen in Berlin angekündigt. Am Montag demonstrierten sie unangemeldet an der Siegessäule am Großen Stern und am Potsdamer Platz. Am Abend kündigten die Aktivsten an, die ganze Nacht am Potsdamer Platz und an der Siegessäule bleiben zu wollen.

+++ 07.10.2019: Klimaproteste: Polizei beginnt Räumung von Potsdamer Platz +++

Am Potsdamer Platz in Berlin hat die Polizei am Montagnachmittag damit begonnen, eine Kundgebung der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion zu räumen. Nachdem die Beamten zunächst Möbel von der Straße räumten, die die Demonstranten zuvor aufgebaut hatten, wurden auch die ersten Aktivisten fortgetragen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Anschließend überprüften die Beamten die Personalien der Demonstranten.

Zuvor hatte die Polizei mit mehreren Durchsagen den Demonstranten angeboten, ihre Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz fortzusetzen. Die Demonstration war nur bis 14.00 Uhr angemeldet.

Die Umweltschutzbewegung will in Berlin und anderen Großstädten in aller Welt auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Die Aktionen sollen mindestens eine Woche lang dauern. Extinction Rebellion (XR) heißt übersetzt etwa: Aufstand gegen das Aussterben.

In der deutschen Hauptstadt demonstrierten sie am Montag auch an der Siegessäule am Großen Stern.

+++ 07.10.2019:Mehr als 200 Festnahmen bei Klimaprotest in London +++

Am ersten Tag des Klimaprotests der Gruppe Extinction Rebellion hat die Polizei in London mindestens 217 Demonstranten bis zum frühen Abend festgenommen. Die Aktivisten hatten etliche Straßen und mehrere Themse-Brücken in der britischen Hauptstadt blockiert. Unter den Demonstranten waren auch Großeltern mit ihren Enkeln und Prominente wie die Schauspielerin Juliet Stevenson.

Vor allem die Straßen im Regierungsviertel und vor dem Parlament waren betroffen. Demonstranten machten Yoga auf der Straße oder protestierten mit Schildern, auf denen etwa geschrieben stand: «Der Planet ändert sich - warum nicht wir?» Die Bewegung will mit weltweiten Demonstrationen vor einer Klimakatastrophe warnen.

Bereits im April waren bei den weitgehend friedlichen Protesten mehr als 1100 Anhänger der Bewegung in London festgesetzt worden. Die Aktivisten gehen davon aus, dass die Proteste dieses Mal in London noch deutlich größer sein werden als im Frühjahr.

+++ 07.10.2019: Weniger Staus als erwartet in Berlin +++

Zu Beginn der weltweiten Klimaproteste von Extinction Rebellion sind die Auswirkungen der Verkehrsblockaden in Berlin zunächst überschaubar geblieben. Mehrere Tausend Demonstranten nahmen laut Polizei an den beiden Aktionen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz teil. In ihrem Aufruf zum gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Klimakrise hatte es geheißen: "Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London." Die Berliner Polizei ließ die Aktivisten gewähren - obwohl die Demo an der Siegessäule nicht angemeldet war. Es habe kaum Staus gegeben, hieß es. In Berlin sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

+++ 07.10.2019: Neubauer von Fridays for Future unterstützt Extinction Rebellion +++

Luisa Neubauer von Fridays for Future hat die Proteste von Extinction Rebellion in Berlin unterstützt. "Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Straßen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden", sagte Neubauer in einer Rede vor Hunderten Zuhörern am Potsdamer Platz.

Das Problem in Deutschland sei nicht nur eine resignierte Politik. "Es ist auch eine Gesellschaft, die vergessen hat, politisch zu sein." Neubauer ist eines der führenden Gesichter von Fridays for Future in Deutschland. Die Protestbewegung ruft freitags regelmäßig zu Streiks für mehr Klimaschutz auf.

+++ 07.10.2019: Extinction Rebellion-Aktivisten blockieren den Potsdamer Platz +++

Auf Twitter zeigt eine Userin aktuelle Bilder von den Extinction Rebellion-Aktivisten. Die Protestler blockieren mit Schildern und Bannern den Potsdamer Platz.

+++ 07.10.2019: Carola Rackete kritisiert Klimapolitik der Bundesregierung +++

Die ehemalige Seenotretterin und jetzige Klimaaktivistin Carola Rackete hat bei einer Kundgebung der Bewegung Extinction Rebellion die Klimapolitik der Bundesregierung kritisiert. "Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und den ökologischen Notstand ausruft", forderte Rackete am Montag in Berlin. "Wir befinden uns in einer existenziellen weltweiten Krise, die sich immer schneller verstärkt." Sie sei froh, dass sich Extinction Rebellion dazu entschlossen habe, "die ganze Woche hier zu bleiben, um Berlin Tag und Nacht zu blockieren", sagte Rackete unter großem Applaus der laut Polizei etwa 1000 Demonstranten an der Siegessäule.

+++ 07.10.2019: Dutzende Festnahmen bei Klima-Protesten in Australien und Neuseeland +++

Auch in Australien und Neuseeland haben Hunderte Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion für mehr Klimaschutz demonstriert. Dutzende Menschen seien bei den Protestaktionen am Montag festgenommen worden, wie die Polizei mitteilte.

In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington blockierten die Klima-Demonstranten zentrale Straßen sowie Ministerien und besetzten eine Bankfiliale, wie die Organisatoren mitteilten. Mehr als 30 Aktivisten seien laut Polizeiangaben vorübergehend festgenommen worden. Insgesamt hatten sich Hunderte an den Protestaktionen beteiligt.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern äußerte sich kritisch zu den Blockade-Aktionen: "Ich werde nie dagegen sein, dass jemand seine Meinung äußern und seine Stimme erheben kann. Aber Menschen daran zu hindern, ihrer täglichen Arbeit nachzugehen, bringt uns dem Klimaschutz, den sie fordern, nicht unbedingt näher", zitierte das Webportal "Stuff" die Regierungschefin.

Auch in mehreren australischen Städten blockierten Klima-Demonstranten Straßen. In Sydney nahm die Polizei 30 Menschen fest, die sich geweigert hatten, eine Straße nahe dem Hauptbahnhof zu räumen. Demonstrationen in Melbourne und Brisbane verliefen laut Medienberichten dagegen größtenteils ohne Zwischenfälle.

Ziel sei es, die Regierung dazu zu bringen, entschlossenere Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, sagte die Aktivistin Miriam Robinson der australischen Nachrichtenagentur AAP. Die Gruppe habe sich bei den Menschen für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. "Aber das ist nichts im Vergleich zu den Unannehmlichkeiten, die uns erwarten, wenn uns Nahrung und Wasser ausgehen", fügte sie hinzu.

+++ 07.10.2019: Twitter-Spott für Extinction Rebellion-Aktivisten +++

Die Protestaktion bewegt auch die Twitter-Gemeinde. Einige Nutzer sehen es kritisch, dass Aktivisten aus anderen Bundesländern nach Berlin reisen und für das Klima die Hauptstadt besetzen wollen. Ein Kritiker fragt sich deshalb: "Da kommen also Leute aus Bielefeld und Münster angereist, um in #Berlin den Berufsverkehr lahmzulegen? Und das nutzt dann dem Klima?"

Die Antworten anderer Twitter-User folgt sogleich. Einige sehen das nicht so kritisch und denken, dass die Demonstarnten per Bahn oder mit dem Rad angreist sein könnten.

+++ 07.10.2019: Mehr als 20 Festnahmen bei Klimaprotest in London +++

Nur Stunden nach Beginn des Klimaprotests der Gruppe Extinction Rebellion hat es in London am Montag bereits mehr als 20 Festnahmen gegeben. Darunter war auch eine 81-jährige, ehemalige Sozialarbeiterin aus Oxford. Die Bewegung will mit weltweiten Demonstrationen auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen.

Bereits im April waren bei den weitgehend friedlichen Demonstrationen mehr als 1100 Anhänger der Bewegung in der britischen Hauptstadt festgesetzt worden. Die Aktivisten gehen davon aus, dass die Proteste dieses Mal in London noch deutlich größer sein werden als im Frühjahr.

+++ 07.10.2019: Aktivisten von Extinction Rebellion bauen Arche an der Siegessäule +++

Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Montag eine Arche an der Siegessäule in Berlin aufgestellt. Das hölzerne Boot soll an das Artensterben erinnern. Die als Seenotretterin bekannt gewordene Kapitänin Carola Rackete soll dort am Mittag eine Rede halten.

Seit dem frühen Montagmorgen besetzt die Protestgruppe die Straßen rund um die Siegessäule. Die Polizei wollte die Fläche nach eigenen Angaben vorerst nicht räumen. Der Protest verlaufe friedlich ab. Die Polizei sprach von rund 1000 Menschen vor Ort, die Veranstalter von 1200.

Die Umweltschutzbewegung will in Berlin und anderen Großstädten in aller Welt auf eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Die Aktionen sollen mindestens eine Woche lang dauern. Extinction Rebellion (XR) heißt übersetzt etwa: Aufstand gegen das Aussterben.

+++ 07.10.2019: Dutzende Festnahmen bei Klima-Blockade in Amsterdam +++

Die Amsterdamer Polizei hat etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion der Umweltbewegung Extinction Rebellion vorläufig festgenommen. Die Protestaktion solle beendet werden, teilte die Polizei am Montag mit. Die Demonstranten waren zunächst aufgefordert worden, die Straße zu verlassen. Der Polizeieinsatz verlief nach Medien-Angaben zunächst friedlich.

Die Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstraße beim Amsterdamer Reichsmuseum blockiert und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Mit "zivilem Ungehorsam" solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio. Die vorwiegend jungen Leute sangen Lieder und trugen Transparente mit Aufschriften wie "Es gibt keinen Planet B" oder "Seid ehrlich!"

Die Stadt hatte die Protestaktion aber an dieser Stelle verboten. Als die Demonstranten dennoch die Straße blockiert hatten, sperrte die Polizei die Straßen rund um das Museum ab, um den Zustrom von weiteren Demonstranten zu unterbinden.

+++ 07.10.2019: Carola Rakete hält am Mittag Rede an der Siegessäule +++

Eva Escosa-Jung von Extinction Rebellion sagte zu der ersten Aktion in Berlin: "Wir stören, weil wir keinen anderen Weg sehen, um den umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen, der das Klima rettet." Die Klimapolitik der Regierung habe versagt. "Wälder brennen, die Meeresspiegel steigen, die Ozeane übersäuern und weltweit sterben Wildtiere massenhaft aus - der Menschheit droht eine lebensbedrohende Katastrophe." Extinction Rebellion wende keine Gewalt, sondern Kreativität an.

Am Mittag soll die als Flüchtlingsretterin bekannt gewordene Kapitänin Carola Rackete an der Siegessäule eine Rede halten. Die Aktivisten wollen zudem mit einem Marsch auf das Artensterben aufmerksam machen. Am Mittag soll es dann auch am Potsdamer Platz eine Veranstaltung geben. Zur gleichen Zeit soll an einem zunächst nicht bekannt gegebenen Ort im Regierungsviertel eine pinke Arche aufgestellt werden, die an das Artensterben erinnern soll. U- und S-Bahnverkehr sollten verschont bleiben. Ob Extinction Rebellion auch die Flughäfen ins Visier nimmt, verrieten die Organisatoren nicht.

+++ 07.10.2019: Innensenator will "mit Augenmaß" gegen Extinction Rebellion vorgehen +++

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat ein Vorgehen "mit Augenmaß" gegen die Umweltschützer von Extinction Rebellion angekündigt. Man werde sich die Versammlungen anschauen und einige auch eine Weile gewähren lassen, sagte der SPD-Politiker am Montag dem Inforadio des RBB.

"Es ist ja so, dass wir Blockaden, Veranstaltungen durchaus als spontane Demonstrationen werten können, die ja nach Demonstrationsrecht zulässig sind", sagte Geisel weiter. Man sei aber auch bereit, energischer vorzugehen, wenn etwa Gewalt angewendet werde oder kritische Infrastrukturen wie der Flughafen betroffen seien.

Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion hat am frühen Montagmorgen in Berlin ihre Protestaktion für mehr Klimaschutz gestartet. Anhänger liefen vom Regierungsviertel zur Siegessäule im Ortsteil Tiergarten. Anschließend besetzten die Aktivisten kurz vor Beginn des Berufsverkehrs den Großen Stern - einen Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt. Laut Polizei versammelten sich im Laufe des Vormittags rund 1000 Menschen vor Ort. Von Zwischenfällen war zunächst nichts bekannt.

+++ 07.10.2019:SPD-Chefin zeigt Verständnis für Ungeduld von Klimaaktivisten +++

Vor neuen Protesten der Aktivistengruppe Extinction Rebellion gegen die Klimapolitik der Regierung zeigt die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer Verständnis für die Anliegen. "Ich verstehe die Ungeduld von vielen", sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich begrüße frühzeitige Aktionen jeglicher Art, die die Dringlichkeit der Aufgabe deutlich machen." Zugleich mahnte sie: "Natürlich gilt für alle, dass es gewaltfrei bleiben muss."

Extinction Rebellion will von diesem Montag an als Protest gegen die Klimapolitik der Regierung den Verkehr in Berlin behindern. Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will am 29. November einen weiteren globalen Aktionstag starten.

"Wir brauchen nach wie vor Rückenwind, um den Klimawandel gestalten zu können", sagte Dreyer. Es sei gut, dass ein großer Teil der Gesellschaft unterwegs ist, um den Klimaschutz einzufordern. Man müsse aber auch erkennen, dass nicht alle ihren Beitrag von heute auf morgen leisten könnten. Bei manchen müsse noch Überzeugungsarbeit über die Bedeutung des Klimaschutzes geleistet werden. "Hier liegt ein großes Spaltungspotenzial für unsere Gesellschaft. Es ist unserer Aufgabe, dem entgegenzuwirken."

+++ 07.10.2019:Lindner wirft Extinction Rebellion "teils totalitäre Äußerungen" vor +++

Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion hat nach Ansicht von FDP-Chef Christian Lindner antidemokratische Züge. "Über die extremen Forderungen zum Klimaschutz hinaus stellen Aktivisten der Gruppierung offen die Demokratie in Frage", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn unsere Grundordnung in Zweifel gezogen wird, muss es egal sein, ob der Umsturz von rechts, links oder wegen des Klimas erfolgen soll", forderte der Liberale.

Die Aktivistengruppe will ab Montag Hauptverkehrsadern Berlins mit Protestaktionen blockieren und fordert deutlich drastischere Maßnahmen zum Klimaschutz als etwa die Bundesregierung. Anders als andere Klimabewegungen will sich Extinction Rebellion nicht auf Demonstrationen beschränken, sondern ruft zum zivilen Ungehorsam auf. Die Aktionen sollten allerdings friedlich ablaufen, betonten die Veranstalter.

Daran zweifelt Lindner. "Klimaschutz ist keine Entschuldigung für Gewalt, die bei Blockaden ihren Ausgangspunkt nimmt", sagte der Parteichef. "Klimaaktivisten und Grüne sollten sich von den antidemokratischen und teils totalitären Äußerungen aus dieser Gruppierung distanzieren."

+++ 07.10.2019:Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion startet Protest in Berlin +++

 Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion hat am frühen Montagmorgen in Berlin ihre Protestaktion für mehr Klimaschutz gestartet. Hunderte Anhänger liefen vom Regierungsviertel zur Siegessäule im Ortsteil Tiergarten, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. Dann besetzten die Aktivisten kurz vor Beginn des Berufsverkehrs den Großen Stern - einen Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt. Bislang sei alles friedlich. Laut Polizei waren bis 06.00 Uhr rund 1.000 Aktivisten zusammengekommen, wie sie auf Twitter mitteilten.

Auf einem von den Aktivisten veröffentlichten Video war zu sehen, wie Dutzende Menschen auf der Fahrbahn liefen und sich setzten. Auch Einsatzfahrzeuge der Polizei waren zu sehen. Zuvor hatte die Gruppe via soziale Medien dazu aufgerufen, sich schnell auf den Weg zu machen. Die Polizei appellierte an Autofahrer: "Bitte seien Sie vorsichtig und umfahren den Bereich."

Weltweite Demos gegen das Artensterben von Extinction Rebellion

Mit Blockaden und anderen Protestaktionen will die Umweltschutzbewegung von Montag an nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Großstädten in aller Welt auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Aktionen soll es unter anderem in London, Paris, Madrid, Amsterdam, New York, Buenos Aires sowie in den australischen Städten Sydney, Melbourne und Perth geben. Die Aktionen sollen mindestens eine Woche lang andauern. Wie genau sie dabei vorgeht, soll erst wenige Minuten vor Beginn der größtenteils unangemeldeten Aktionen bekannt gegeben werden.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen. Alle politischen Entscheidungen, die der Bewältigung der Klimakrise entgegenstünden, müssten revidiert werden. Schon bis 2025 müssten die vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen auf netto null senken, verlangt die Gruppe. Zu den Blockaden erklärt die Gruppe: "Wir stören den alltäglichen Betriebsablauf, der unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir setzen den Protest so lange fort, bis die Regierungen angemessen reagieren."

Eva Escosa-Jung von Extinction Rebellion sagte zu der ersten Aktion in Berlin: "Heute beginnt die weltweite Rebellion gegen das Aussterben. Wir stören, weil wir keinen anderen Weg sehen, um den umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen, der das Klima rettet." Die Klimapolitik der Regierung habe versagt. "Wälder brennen, die Meeresspiegel steigen, die Ozeane übersäuern und weltweit sterben Wildtiere massenhaft aus - der Menschheit droht eine lebensbedrohende Katastrophe." Extinction Rebellion wende keine Gewalt, sondern Kreativität an. Am Mittag (12.05 Uhr) werde die als Seenotretterin von Flüchtlingen bekannt gewordene Carola Rackete an der Siegessäule eine Rede halten.

In Berlin wollen die Aktivisten am Montag zudem mit einem Marsch gegen das Artensterben aufmerksam machen. Am Mittag soll es dann auch am Potsdamer Platz eine zentrale Veranstaltung geben, von der aus weitere Aktionen ausgehen sollten. Zur gleichen Zeit soll an einem zunächst nicht bekannt gegebenen Ort im Regierungsviertel eine pinke Arche aufgestellt werden, die an das Artensterben erinnern soll. U- und S-Bahnverkehr sollten verschont bleiben. Ob sich Extinction Rebellion auf die Straße konzentriert oder auch die Berliner Flughäfen ins Visier nimmt, wollten die Organisatoren nicht verraten.

Anders als andere Bewegungen wie Greta Thunbergs Fridays for Future, sind die Aktivisten von Extinction Rebellion nach eigenen Angaben bereit, Gesetze zu brechen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Legale Demonstrationen und parlamentarische Prozesse hätten in den vergangenen 30 Jahren nicht zu den nötigen Veränderungen im Klimaschutz geführt, sagten die Veranstalter am Freitag. Dabei betonten sie allerdings stets, dass sämtliche Aktionen friedlich ablaufen sollten. Dafür sollten unter anderem Mediatoren sorgen, die Konflikte zwischen den Aktivisten und anderen - etwa Polizisten oder aufgehaltenen Autofahrern - während der Aktionen vermeiden sollten.

Die Regierungspartei SPD reagierte aufgeschlossen auf die Ankündigungen. "Ich verstehe die Ungeduld von vielen", sagte die Interims-Parteivorsitzende Malu Dreyer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich begrüße frühzeitige Aktionen jeglicher Art, die die Dringlichkeit der Aufgabe deutlich machen." Zugleich mahnte sie: "Natürlich gilt für alle, dass es gewaltfrei bleiben muss."

Die FDP hingegen warnte vor antidemokratischen Zügen der Bewegung. "Über die extremen Forderungen zum Klimaschutz hinaus stellen Aktivisten der Gruppierung offen die Demokratie in Frage", sagte Parteichef Christian Lindner der Deutschen Presse-Agentur. "Klimaaktivisten und Grüne sollten sich von den antidemokratischen und teils totalitären Äußerungen aus dieser Gruppierung distanzieren." Klimaschutz sei keine Entschuldigung für Gewalt, die bei Blockaden ihren Ausgangspunkt nehme, sagte der Liberale.

Auch der Grünen-Politiker Boris Palmer kritisierte Extinction Rebellion. "Es gibt gute Gründe, endlich entschiedenes Handeln für den Klimaschutz zu fordern. Wer aber Demokratie und Rechtsstaat dafür über Bord wirft, wird ziemlich sicher auch den Kampf gegen den Klimawandel verlieren. Protest ja, Rebellion nein", sagte der Tübinger Oberbürgermeister der "Bild"-Zeitung (Montag).

Das Verhalten während der Aktionen war auch Thema in einem sogenannten Klimacamp, das die Aktivisten bereits am Samstag im Berliner Regierungsviertel aufgeschlagen hatten. In Workshops und Diskussionsveranstaltungen bereitete Extinction Rebellion die Teilnehmer auf Demonstrationen und andere Protestformen vor. Bis zu 3.000 Menschen kamen am Sonntag in das Camp zwischen Reichstag und Kanzleramt. Für die Proteste ab Montag in Berlin erwarteten die Veranstalter "Tausende Menschen" aus Deutschland, Polen, Dänemark und Schweden.

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luj/news.de/dpa

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