26.09.2019, 19.32 Uhr

Jacques Chirac ist tot: Frankreichs Ex-Präsident mit 86 Jahren gestorben 

Trauer um Jacques Chirac: Der französische Politiker, der von 1995 bis 2007 Staatspräsident von Frankreich war, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Das Ableben des konservativen Politikers bestätigte dessen Familie.

Trauer um Jacques Chirac: Der ehemalige französische Staatspräsident ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Bild: Patrick Kovarik / Pool / AFP POOL FILE / picture alliance / dpa

Der frühere französische Staatschef Jacques Chirac ist tot. Der konservative Politiker sei am Donnerstag im Alter von 86 Jahren gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Chiracs Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux. In der französischen Nationalversammlung - sie ist das Unterhaus des Parlaments - kündigte Präsident Richard Ferrand den Tod Chiracs an. Danach gab es eine Schweigeminute.

Jacques Chirac ist tot: Ex-Staatspräsident von Frankreich mit 86 Jahren gestorben

Jacques Chirac prägte die französische Politik über vier Jahrzehnte mit und zog von 1995 bis 2007 als Staatschef die Fäden im Élyséepalast. Der 1932 in Paris geborene Chirac absolvierte die Elite-Hochschule ENA und kämpfte im Algerien-Krieg. Seine innenpolitische Karriere begann er an der Seite des früheren Staatspräsidenten Georges Pompidou. Später wurde er zweimal Premierminister, zudem lenkte er als Bürgermeister von Paris 18 Jahre lang die Geschicke der Hauptstadt.

Jacques Chirac wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt

Diese Zeit holte ihn nach seinen Jahren im Élyséepalast ein: Als erster französischer Ex-Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er strafrechtlich verurteilt, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Untreue und Unterschlagung öffentlicher Gelder. Vom Rathaus bezahlte Mitarbeiter hatten in Wahrheit für Chiracs Partei gearbeitet.

Jacques Chirac zog sich nach gesundheitlichen Problemen aus der Öffentlichkeit zurück

Der konservative Politiker litt seit längerer Zeit unter schweren Gedächtnisproblemen und trat kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Noch während seiner Amtszeit hatte er 2005 einen Schlaganfall.

So bleibt der verstorbene Jacques Chirac im politischen Gedächtnis

Chirac war für seine Leutseligkeit bekannt, galt zugleich aber als harter Machtpolitiker. International blieb er mit seinem Protest gegen den amerikanischen Irakkrieg in Erinnerung. An der Seite von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) stemmte er sich gegen die Angriffspläne von US-Präsident George W. Bush. Als erster französischer Staatschef erkannte Chirac die Mitschuld seines Landes an der Verfolgung der Juden während der deutschen Besatzungszeit an.

Front-National-Chef Jean-Marie Le Pen bescherte ihm 2002 eine Wiederwahl mit 82 Prozent der Stimmen - weil der Rechtsextreme zum Schock vieler Franzosen in die Stichwahl um das Präsidentenamt einzog, stimmten auch Linke zähneknirschend für Chirac. Zu den Tiefpunkten seiner Karriere gehörte das Nein der Franzosen im Referendum über die geplante EU-Verfassung 2005.

Jacques Chirac ist tot: Familie des Politikers in Trauer

Jacques Chirac hinterlässt seine Ehefrau Bernadette Chirac, mit der der Politiker seit 1956 verheiratet war, sowie zwei Töchter namens Laurence Chirac und Claude Chirac.

Eiffelturm bleibt nach Tod von Chirac dunkel

In Gedenken an Frankreichs früheren Staatspräsidenten Jacques Chirac bleibt die traditionelle Nachtbeleuchtung des Eiffelturms am Donnerstagabend aus. Die Lichter sollten ab 21 Uhr ausgeschaltet werden, bestätigte die Betreibergesellschaft des Pariser Wahrzeichens. Außerdem sollte der Turm früher schließen als normalerweise. Auf dem offiziellen Twitter-Account wurde ein Foto Chiracs mit einem Modell der Eisenkonstruktion veröffentlicht. "Vielen Dank an Jacques Chirac für seine Unterstützung für den Eiffelturm", hieß es. Chirac war auch lange Zeit Pariser Bürgermeister.

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loc/news.de/dpa

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