10.09.2019, 14.37 Uhr

Manuela Schwesig: Schockierende Diagnose! SPD-Politikerin an Brustkrebs erkrankt

Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt. Das gab die SPD-Spitzenpolitikerin am Dienstagmorgen bekannt. So wolle sich in den kommenden Monaten auf ihre Gesundheit und Familien konzentrieren, teilte sie mit.

Manuela Schwesig will sich in den nächsten Wochen auf ihre Gesundheit und ihre Familie konzentrieren. Bild: dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte. Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Vorsitz in Mecklenburg-Vorpommern wolle sie aber weiter ausüben, erklärte die 45-Jährige.

Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt

Schwesig ist eine von drei kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden. Zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel wollte sie die Partei bis zur geplanten Wahl eines Führungsduos im Dezember anführen.

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig", sagte Schwesig den Angaben zufolge. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Schwesig legt SPD-Vorsitz nieder! Sie will sich auf Familie und Gesundheit konzentrieren

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden. "Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen", sagte Schwesig.

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der Ost-SPD Bundesvize ihrer Partei geworden.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Manuela Schwesig zu Brustkrebs-Erkrankung: Therapie und Beruf vereinbar

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat nach der Bekanntgabe ihrer Brustkrebs-Erkrankung auf die vielen Frauen in Deutschland aufmerksam gemacht, die jedes Jahr diese schockierende Diagnose bekommen. Viele von ihnen zeigten, dass ein couragierter Umgang mit der Krankheit, Therapie und Berufstätigkeit vereinbar seien, sagte Schwesig am Dienstag vor Journalisten in der Schweriner Staatskanzlei.

"Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und ich werde auch diesen Kampf führen." Ihre medizinische Behandlung sei überwiegend ambulant möglich.

Die frühere Bundesjustizministerin und heutige Vize-Präsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), twitterte: "Du bist eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Du wirst diesen Kampf gewinnen."

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist Brustkrebs mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind demnach bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Manuela Schwesig ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern

Schwesig wurde 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Im Land Brandenburg verlebte sie auch ihre Kindheit, legte das Abitur ab und absolvierte ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Im Jahr 2000 zog sie nach ihrer Heirat in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, wo sie heute mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. Manuela Schwesig ist verheiratet und hat einen Sohn (Julian, 12) und eine Tochter (Julia, 3).

Thüringens CDU-Chef Mohring wünscht Schwesig Kraft und Zuversicht

Thüringens CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring hofft auf Genesung der an Krebs erkrankten SPD-Spitzenpolitikerin Manuela Schwesig. "Von Herzen wünsche ich Ihnen Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen und wenn ich das darf, Gottes reichen Segen", twitterte Mohring, der im vergangenen Jahr selbst an Krebs erkrankt war, am Dienstag. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern hatte zuvor mitgeteilt, dass sie Brustkrebs hat. Sie legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder.

Mohring hatte seine im vergangenen Herbst festgestellte Krebserkrankung zu Jahresbeginn öffentlich gemacht. Seine Akuttherapie ist inzwischen abgeschlossen.

Merkel wünscht an Krebs erkrankter Manuela Schwesig Genesung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der an Brustkrebs erkrankten SPD-Spitzenpolitikerin Manuela Schwesig vollständige Genesung gewünscht. "Die Nachricht von Manuela Schwesigs Krebserkrankung macht mich betroffen", sagte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert. "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit."

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer meinte im Kurznachrichtendienst Twitter, die Nachricht von Schwesigs Erkrankung "hat uns alle aus dem politischen Alltag herausgerissen". Was jetzt zähle, sei ihre schnelle und vollständige Genesung. Kramp-Karrenbauer: "Liebe Manuela, ich wünsche Dir dazu ganz persönlich und im Namen der Mitglieder der CDU dazu alles Gute."

So liest sich die persönliche Erklärung von Manuela Schwesig zu ihrer Krebserkrankung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Die Schweriner Staatskanzlei veröffentlichte dazu am Dienstag eine Erklärung, die die Deutsche Presse-Agentur im Wortlaut dokumentiert:

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat zu Beginn der heutigen Kabinettssitzung die Ministerinnen und Minister darüber informiert, dass bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden ist.

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig. Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann. Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten", erklärte Schwesig.

"Nach intensiven Gesprächen mit meinen behandelnden Ärzten bin ich sehr zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. Deshalb habe ich mich entschieden, das Amt der Ministerpräsidentin und auch den Parteivorsitz hier im Land weiter auszuüben", sagte Schwesig weiter.

"Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen", so Schwesig.

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