06.09.2019, 18.36 Uhr

Robert Mugabe ist tot: Simbabwes Ex-Diktator stirbt mit 95 Jahren

Mehr als drei Jahrzehnte lang bekleidete Robert Mugabe das Präsidentenamt in Simbabwe - jetzt ist der Politiker im Alter von 95 Jahren gestorben. Mugabes Tod wurde von Präsident Emmerson Mnangagwa bestätigt.

Robert Mugabe, der langjährige Präsident des südafrikanischen Staates Simbabwe, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Bild: Aaron Ufumeli / Pool / EPA POOL / picture alliance / dpa

Robert Mugabe, der langjährige Präsident des südafrikanischen Staates Simbabwe, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Im britischen "Mirror" ist zu lesen, der Politiker sei in einem Krankenhaus in Singapur gestorben. Die vergangenen Wochen hatte Mugabe zur medizinischen Behandlung dort verbracht, nachdem sich sein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert hatte. Es gab keine offiziellen Angaben, woran Mugabe erkrankt war, auch die Todesursache war zunächst nicht öffentlich gemacht worden.

Robert Mugabe ist tot: Simbabwes Präsident macht Ableben von Ex-Machthaber publik

Der simbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa, Amtsnachfolger von Robert Mugabe, bestätigte Berichte zum Tod von Robert Mugabe am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Mugabe sei ein Befreiungsheld gewesen, der sein Leben der Emanzipation seines Volkes gewidmet habe.

Robert Mugabe regierte Simbabwe seit 1980

Als Guerillachef hatte Mugabe gegen die Herrschaft der weißen Minderheit in dem südafrikanischen Land gekämpft und danach Simbabwe seit der Unabhängigkeit 1980 regiert - zuletzt mit harter Hand. Im Jahr 2017 war er nach insgesamt rund 37 Jahren an der Macht gestürzt worden.

Zuvor hatte es Proteste gegen die wirtschaftliche Misere im Lande gegeben, für die Mugabe westliche Sanktionen verantwortlich machte. Sein Nachfolger Mnangagwa hatte noch am Vortag auf einem Wirtschaftsforum in Kapstadt erklärt, er habe heute mit einer völlig zusammengebrochenen Wirtschaft zu kämpfen, die es wieder aufzubauen gelte.

Robert Mugabe hinterlässt Ehefrau Grace und drei Kinder

Robert Mugabe hinterlässt seine Ehefrau Grace Mugabe, mit der er drei gemeinsame Kinder hat. In erster Ehe war Robert Mugabe mit Sally Francesca Hayfron verheiratet, der Sohn des Paares starb bereits 1966.

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Robert Mugabe - Vom Freiheitskämpfer zum machthungrigen Despoten

Einer der umstrittensten afrikanischen Herrscher ist tot. Robert Mugabe entwickelte sich in fast vier Jahrzehnten an der Macht in Simbabwe vom Freiheitskämpfer und weltweit respektierten Hoffnungsträger zum geächteten Despoten.

Mugabe engagierte sich bereits in den 1960er Jahren im politischen Kampf gegen das weiße Siedlerregime. Dafür musste er zehn Jahre lang ins Gefängnis. Nach seiner Haftentlassung ging er in den Untergrund und wurde einer der bedeutendsten Guerillaführer im Kampf gegen das weiße Regime. 1980 gewann seine Partei die ersten freien Parlamentswahlen, er wurde Premierminister.

Der Mann mit dem kuriosen Bärtchen und den großen Brillengestellen durchlief eine bemerkenswerte Karriere vom studierten Lehrer zum mächtigsten Mann Simbabwes. Auf dem Kontinent galt er als Hoffnungsträger. Doch als im Nachbarland Südafrika der erste schwarze Präsident Nelson Mandela wie ein Popstar nach dem Ende der Apartheid-Regierung gefeiert wurde, sank sein Stern. Der 1924 geborene Mugabe klammerte sich immer skrupelloser an die Macht.

"Er hatte zuletzt ein völliges Desinteresse am Wohl seiner Bevölkerung", meint sein deutscher Biograf Christoph Marx von der Uni Duisburg-Essen. Er sieht in Mugabes Lebensweg die Geschichte des Kolonialismus widergespiegelt, mit aller Brutalität und Machtgier.

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu erklärte 2002: "Er war ein strahlender Stern an unserem Firmament, jemand, auf den wir stolz waren." Und fügte hinzu: "Der Zerfall seiner Persönlichkeit ist schwer zu verstehen. Er ist machthungrig."

Der stets elegant gekleidete Intellektuelle verblüffte zunächst mit einem auf Ausgleich zwischen Schwarz und Weiß zielenden Versöhnungskurs. Mit einer Verfassungsänderung schaffte er sich 1987 ein machtvolles Präsidentenamt, bevor er mit einem Beschluss zur Enteignung weißer Landwirte mit der Politik der Versöhnung brach. Das löbliche Ziel, die ungerechte Landverteilung zu verbessern, wurde der Sargnagel der Wirtschaft.

Als es Zeichen gab, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace - 41 Jahre jünger als er selbst - als Nachfolgerin einsetzen wollte, formierte sich Widerstand. Ende 2017 stellte das Militär Mugabe unter Hausarrest und riss die Macht an sich. Er trat zurück.

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loc/news.de/dpa

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