25.07.2019, 17.35 Uhr

Nordkorea unternimmt neue Raketentests: Kim Jong Un lässt wieder die Muskeln spielen

Von den wenigen echten Erfolgen, die Donald Trump vorweisen konnte, schienen die guten Beziehungen zu Nordkorea die beeindruckendsten zu sein. Doch auch diese augenscheinliche Freundschaft konnte neue Raketentests nicht verhindern.

Neue Raketentests durch Nordkorea verunsichern Japan, Südkorea und die USA. Bild: picture alliance/kyodo/dpa

Nordkorea kritisierte zuletzt geplante Militärübungen der USA mit Südkorea. Jetzt lässt Pjöngjang eine Demonstration militärischer Stärke folgen.

Neue Raketentests in Nordkorea: Sieht so das Ergebnis der Freundschaft von Trump und Kim aus?

Ungeachtet der Einigung mit den USA auf die Wiederaufnahme von Gesprächen über sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea wieder Raketen getestet. Das nordkoreanische Militär habe am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) kurz hintereinander zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Die Wachsamkeit sei für den Fall weiterer Tests verstärkt worden.

Die Raketen flogen den Angaben zufolge nach dem Start an der Ostküste etwa 430 Kilometer weit, bevor sie ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) stürzten. Der Raketentyp wurde zunächst nicht weiter beschrieben. Zusammen mit den USA würden die Daten über den Test weiter ausgewertet, hieß es.

Untersuchungen könnten internationale Verwicklungen auslösen

Auch war zunächst unklar, ob es sich um ballistische Raketen handelte. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Die neuen Waffentest wurden in Südkoreas auch als Zeichen den Unmuts der kommunistischen Führung in Pjöngjang wegen neuer Militärübungen der USA mit Südkorea gesehen, die beide Länder für August planen. Nordkorea hatte deswegen zuletzt auch die Wiederaufnahme neuer Verhandlungen mit den USA infrage gestellt.

Weitere Gespräche sind aber nicht ausgeschlossen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel vereinbart, Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region aufzunehmen. Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen beiden im Februar in Vietnam weckte das Treffen wieder neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

Nordkorea hatte im Mai binnen weniger Tage zwei Raketentests durchgeführt. Dabei wurden nach nordkoreanischen Angaben auch Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei auch ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde.

luj/loc/news.de/dpa

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