20.07.2019, 09.24 Uhr

Iran-Konflikt: Britischer-Tanker festgesetzt! Besatzung darf Schiff nicht verlassen

Der Konflikt zwischen dem Westen und dem Iran spitzt sich weiter zu. Nun wurde ein britischer Tanker festgesetzt. Was ist passiert?

Angeblich von iranischer Drohne bedroht: Die USS Boxer im Persischen Golf. Bild: picture alliance/Petty Officer 2nd Class Jesse Mo/U.S. Navy/AP/dpa

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran nehmen weiter zu. Die USA melden die Zerstörung einer iranischen Drohne - Trump spricht von einer Provokation der Iraner. Doch deren Außenminister erklärt, sein Land wisse von nichts.

Iran-Konflikt 2019 im News-Ticker - Alle aktuellen Informationen im Überblick

+++ 20.07.2019:Besatzung des britischen Tankers darf Schiff nicht verlassen +++

 

Die Besatzung des im Iran festgesetzten britischen Öltankers "Stena Impero" darf das Schiff bis Ende der Untersuchungen nicht verlassen. Das gab ein Sprecher der Hafenbehörde in Bandar Abbas in Südiran am Samstag bekannt. Von den 23 Besatzungsmitgliedern seien 18 aus Indien und fünf aus Russland, den Philippinen und Lettland, sagte der Sprecher Morad Afifipur der Nachrichtenagentur Isna.

Der Tanker sei am Freitag nach einer Kollision mit einem Fischereischiff einfach weitergefahren, sagte Afifipur. Daraufhin habe das Fischereischiff die Behörden im Iran verständigt. Der Tanker sei dann im Einklang mit dem Seerecht gestoppt und nach Bandar Abbas eskortiert worden. Dort liefen nun die Untersuchungen.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker am Freitag in der Straße von Hormus mit der Begründung gestoppt, er habe internationale Vorschriften nicht beachtet. Der Tanker soll sein GPS-System ausgeschaltet haben und auf der falschen Richtungsspur von Süden in die Straße von Hormus eingefahren sein. Damit habe die Gefahr von Kollisionen bestanden. Außerdem soll der Tanker umweltschädigende Materialien am Bord haben, die derzeit von der Umweltbehörde in Bandar Abbas untersucht würden.

Am Freitag hatte es auch Berichte über einen zweiten britischen Tanker gegeben, den die IRGC in Richtung Iran abgedrängt haben sollen. Offizielle iranische Reaktionen dazu gab es nicht. Medienangaben zufolge wurde der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK nicht an die Kette gelegt, sondern durfte nach einer Routinebefragung weiterfahren.

Beobachter hatten mit solchen Vorfällen gerechnet, nachdem im britischen Gibraltar ein Tanker mit Öl aus dem Iran unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien an die Kette gelegt worden war. Der seit Anfang des Monats festgesetzte Supertanker darf mindestens bis Mitte August nicht wieder auslaufen. Der Iran hatte die Festsetzung des Tankers als "Piraterie" verurteilt und mit Konsequenzen gedroht.

+++ 19.07.2019: Iranische Streitkräfte des Iran dementieren Abschuss +++

Der Iran hat erneut Angaben von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach die Mannschaft eines amerikanischen Marineschiffes eine iranische Drohne abgeschossen hat. Der Zwischenfall soll sich Trump zufolge in der Straße von Hormus ereignet haben, einer der wichtigsten Schiffsrouten für Öltanker weltweit. "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren", schrieb Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi am Freitag auf Twitter. Er befürchte eher, dass die Amerikaner aus Versehen eine eigene Drohne abgeschossen hätten.

Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte erklärte am Freitag: "Im Gegensatz zu Trumps Behauptung sind alle iranischen Drohnen nach ihren Operationen im Persischen Golf wieder heil in die Militärbasen zurückgekehrt." Die Operationen der iranischen Drohnen im Persischen Golf erfolgten alle im Einklang mit internationalen Vorschriften, sagte Abolfasl Schekarchi laut Nachrichtenagentur Tasnim. Trump versuche ein weiteres Mal, den Persischen Golf als eine instabile Region darzustellen. Zuvor hatte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York erklärt, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

+++ 19.07.2019 Trump berichtet von Drohnenabschuss +++

Trump erklärte in Washington, die Drohne sei dem Schiff sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht. Mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden.

"Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", beklagte Trump. Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Er forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen.

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das US-Marineschiff USS Boxer habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht dazu äußern, wie die Drohne zerstört worden sei. Das US-Militär wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

+++ 19.07.2019 Iran hat verschwundenen Tanker festgesetzt +++

Der Iran wiederum setzte nach eigenen Angaben einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf fest und nahm die Besatzung fest. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) teilten am Donnerstag auf ihrem Webportal mit, sie hätten einen ausländischen Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crew-Mitglieder festgenommen. Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV zeigte, handelt es sich dabei um den Öltanker "Riah", dessen Signal am vergangenen Wochenende plötzlich vor der iranischen Küste verschwunden war.

Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Schnellboote die "Riah" umkreisen. Nach Angaben der Webseite "Marine Traffic" sendete der Öltanker zum letzten Mal am vergangenen Samstag seinen Standort südlich der iranischen Insel Keschm. Das Schiff wurde nach iranischen Angaben am Sonntag gestoppt. Wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker derzeit gehört, ist unklar.

Der Iran wirft der Besatzung vor, illegal Öl geschmuggelt zu haben. Der Einsatz sei im Einklang mit dem Kampf des Irans gegen Ölschmuggel im Persischen Golf erfolgt und vorab mit den zuständigen Behörden und der Justiz koordiniert worden, erklärten die Revolutionsgarden.

+++ 18.09.2019 Trump wirbt bei den Nato-Verbündeten +++

Die USA treiben derzeit ihre Initiative zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf voran. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur warben US-Vertreter in dieser Woche in Brüssel bei Nato-Partnern um Unterstützung für das Projekt und informierten über den aktuellen Planungsstand. Demnach soll es vor allem darum gehen, über eine erhöhte Militärpräsenz in der Region eine bessere Überwachung der Straße von Hormus zu ermöglichen.

Für diesen Freitag haben das US-Außenministerium und das US-Verteidigungsministerium in Washington ein nicht-öffentliches Treffen mit Diplomaten zu dem Thema angesetzt.

+++ 11.07.2019 Weltweite Ölversorgung in Gefahr +++

In der vergangenen Woche hatte dann ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker international Besorgnis ausgelöst. Britischen Angaben zufolge hatten drei iranische Boote versucht, ein britisches Handelsschiff an der Durchfahrt der Straße von Hormus zu hindern. Eine Fregatte zwang sie jedoch zum Abdrehen. Teheran bestritt, in den Vorfall verwickelt zu sein.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit und spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im vergangenen Jahr hatte Irans Präsident Hassan Ruhani sogar mit einer Blockade der Meerenge gedroht.

+++ 30.06.2019 Mehrere Angriffe Auf Tanker im Persischen Golf +++

Die Lage in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist seit längerem extrem angespannt. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen in dem Seegebiet gekommen.

Im Juni waren zwei Tanker bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die Amerikaner machten den Iran für die Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück. Kurz nach dem Zwischenfall hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne im betroffenen Seegebiet im Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zudem am 20. Juni eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Die US-Regierung gab an, dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei.

luj/news.de/dpa

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