05.07.2019, 11.17 Uhr

Nach Seawatch-Eklat: 54 Flüchtlinge an Bord! Nächstes Boot darf nicht in Italien anlegen

Nach dem Eklat mit dem "Sea-Watch 3" steht nun ein weiteres Schiff einer Hilfsorganisation mit Geretteten vor der Küste Italiens und bittet darum, anlegen zu dürfen. Innenminister Salvini lehnte jedoch jegliche Unterstützung ab.

Ein weiteres Schiff einer Hilfsorganisation mit Geretteten vor Italiens Häfen bittet darum, anlegen zu dürfen. Bild: JesusMerida/dpa

Die italienische Flüchtlingshilfsorganisation Mediterranea ist mit dem Segelschiff "Alex" vor der heimischen Küste vor Anker gegangen. Wie sie über Twitter mitteilten, wartet das Team der Seenotretter aktuell auf eine Zusage, den Hafen von Lampedusa ansteuern zu dürfen.

Seenotretter mit Kindern und Schwangeren vor italienischer Küste

Das Segelboot hat nach eigenen Angaben 54 Menschenvor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. Da sich an Bord neben vier Kindern auch drei Schwangere Frauen befinden, sei es um so dringlicher, eine Zusage aus dem Rettungskoordinierungszentrum in Rom zu erhalten.

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Laut "t-online.de" lehne jedoch bereits Italiens Innenminister Matteo Salvini eine Aufnahme der Geretteten ab. Da die Menschen in libyschen Hoheitsgewässern gerettet worden, dürfe die "Alex" nicht in Italien anlegen. Die Organisation Mediterranea lehnt es wiederum ab, die Geretteten zurück nach Libyen zu bringen. Da ihnen dort schwerste Menschenrechtsverletzungen und Folter in Gefangenenlagern drohen, wäre eine Rückführung keine Option.

86 Flüchtlinge vor Tunesien ertrunken

"Menschen müssen gerettet und nicht festgenommen und zurück nach Libyen geschickt werden", erklärte die Organisation. Da wiederum Tunesien über mehrere Wochen seine Häfen für Seenotretter geschlossen hatte, und im Zuge dessen ein Schlauchboot mit 86 Flüchtlingen an Bord gesunken ist, würde man das nordafrikanische Land auch nicht ansteuern wollen.

"Sea-Watch 3" - Rackete erstmal wieder in Freiheit

Nach der harten Reaktion Salvinis bleibt nun abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob es wieder zu einer harten Konfrontation kommt wie zuletzt im Fall der deutschen Kapitänin Carola Rackete. Diese hatte vor kurzem gegen die Anweisungen der italienischen Behörden mit Schiff "Sea-Watch 3" italienisches Festland angesteuert, da sie mit 53 Geretteten mehr als zwei Wochen lang in keinem Hafen anlegen durfte. Auch wenn Rackete nach ihrer Festnahme nun wieder auf freiem Fuß ist, steht eine endgültige Verhandlung noch aus.

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kjf/news.de

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