30.06.2019, 06.25 Uhr

G20-Gipfel: Ein voller Erfolg trotz Trump-Show???

Beinahe blühte dem G20-Gipfel von Osaka dasselbe Schicksal wie seinem Vorgänger Buenos Aires im Dezember des Vorjahres: Ein erboster Donald Trump reist noch vor dem gemeinsamen Gruppenfoto ab! Doch es kam anders!

G20-Gipfel in Osaka Bild: picture alliance/Wang Jingqiang/XinHua/dpa

Musste Kanzlerin Merkel noch im vergangenen Dezember mit einer Linienmaschine nach Buenos Aires fliegen, da der Jet der Flugbereitschaft nach nur kurzer Flugzeit notlandete, so flogen dieses Mal zum G20-Gipfel gleich zwei Maschinen nach Osaka - zur Sicherheit. Zum Gipfel selbst: Gastgeber Japan bezeichnet ihn als vollen Erfolg! Dennoch standen die Zeichen zu Beginn auf Sturm: Die USA wollten partout nicht die beiden Themen Klimaschutz und Migration abgehandelt wissen. May sprach Putin in's Gewissen und China warnte vor einer Eskalation mit dem Iran. Schließlich jedoch konnten sich die Teilnehmer überraschend auf eine Abschlusserklärung einigen! Allerdings erneut ohne Unterschrift Donald Trumps!

Solo für Trump

Der US-Präsident ließ dieses Mal alle anderen Gipfelteilnehmer blass aussehen. Osaka war die große Trump-Show. Er versprach vorerst keine weiteren Strafzölle gegen China zu verhängen, diskutierte mit dem umstritteneren Kronprinzen Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, über mehr Frauenrechte in dessen Heimat, erwägte ein weiteres Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un an der entmilitarisierten Zone zu Südkorea - einfach nur zum Händeschütteln - und die deutsche Kanzlerin Merkel bezeichnete er gar als „fantastische Person" und „großartige Freundin". Bei ihrem letzten Zusammentreffen bot er Merkel nicht mal die Hand an. Und dann war da noch der Klimaschutz und die Flüchtlingsproblematik. Donald Trump lehnte es ab, diese beiden Themen in die Abschlusserklärung aufzunehmen. Deshalb wurden am Samstag um 05.30 Uhr Ortszeit die Verhandlungen unterbrochen, da die EU-Staaten geschlossen hinter dem Pariser Klimaabkommen stehen.

 

Osaka - greifbare Resultate?

In ihrer Abschlusserklärung bekennen sich 19 der 20 Staats- und Regierungschefs zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens - die Erderwärmung soll möglichst auf 1,5 Grad beschränkt werden. Bei der Flüchtlingsproblematik einigten sich die G20-Länder auf eine intensivere Zusammenarbeit mit den entsprechenden Organisationen der Vereinten Nationen und anderer NGOs. Der internationale Handel soll auf faire, transparente Füße gestellt und die Welthandelsorganisation WTO reformiert werden. Zudem einigten sich die europäischen Regierungschefs darauf, dass der Deutsche Manfred Weber nicht Nachfolger Jean-Claude Junckers als EU-Kommissionspräsident werden solle. Ob nun tatsächlich von einem Osaka-Erfolg gesprochen werden kann, wird sich zeigen.

 

Merkel geht es nach eigener Aussage gut

Am Rande des Gipfels wurde Kanzlerin Merkel zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Sie meinte, es gehe ihr gut und: „Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen!"

US/add/news.de

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