24.06.2019, 14.46 Uhr

Iran-Konflikt: Trumps Antwort ist eine US-Cyber-Attacke gegen den Iran

Nachdem der US-Präsident einen militärischen Angriff gegen den Iran in letzter Minute abgebrochen hatte, wurden jetzt iranische Computer lahmgelegt.

Donald Trump Bild: picture alliance/Ting Shen/XinHua/dpa

Es wäre eine unverhältnismäßige Antwort gewesen! So argumentierte US-Präsident Donald Trump den Abbruch des militärischen Angriffes auf drei Ziele im Iran vergangene Woche. Zuvor hatten die Revolutionsgarden eine unbemannte amerikanische Drohne abgeschossen.

USA Cyber-Attacke auf Iran nach Drohnenabschuss

Jetzt haben die US-Militärs dennoch einen offenbar seit Wochen geplanten Gegenschlag auf den Iran ausgeführt: Eine Cyber-Attacke! Betroffen davon waren jene Rechner, die die Starts von Raketen und Lenkwaffen überwachen. Zudem, so berichten zwei ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter, sind Server eines Spionage-Netzwerkes der Iraner gehackt worden, die bei der Überwachung der Straße von Hormus im Einsatz stehen. Dort sind Mitte Juni zwei Tanker vermutlich mit Minen angegriffen worden.

Cyber-War - Zuschlagen, bevor der Gegner es tut

Vergangenen Herbst genehmigte Präsident Donald Trump die neue Cyber-Strategie der USA. Dem Militär wird es dadurch ermöglicht, auch nicht-militärische Ziele in der Infrastruktur des Gegners, wie etwa der Energieversorgung, dem Verkehrsnetz etc. präventiv außer Gefecht zu setzen. Soll heißen, bevor dieser zu einem möglichen Erstschlag ausholt. Im Falle des Iran geschah dies bereits im September 2010 durch den Wurm "Stuxnet", der viele Steuerungsmodule großer Industrieanlagen infizierte - darunter auch die meisten des iranischen Atomprogrammes in Natanz, wodurch die Zentrifugen zur Anreicherung von Uran zerstört wurden.

Mehr als 4000 militärische Hacker für die USA

Trumps Vorgänger Barack Obama hielt sich mit dieser Art der Kriegsspiele noch bis 2016 zurück. Im Jahr der Präsidentschaftswahlen in den USA, die nachgewiesenermaßen durch die „Troll-Armee" Wladimir Putins (Agentur für Internetforschung) beeinflusst wurden, ordnete dieser jedoch „amerikanische Grüsse" in russischen Netzwerken an. Seither sind in Spezialabteilungen des US-Militärs, wie dem „United States Cyber Command" oder dem „Air Force Information Warfare Center" mehr als 4000 IT-Spezialisten mit dem Führen eines virtuellen Kriegs beschäftigt. Zumeist werden Cyber-Minen in fremde Netzwerke (auch bei befreundeten Staaten) eingespeist, die bei Bedarf gezündet werden. Die wichtigste IT-Außenstelle befindet sich übrigens mit dem „Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence" in Tallinn/Estland - es erfüllt v.a. NATO-Aufgaben. Auch die Deutsche Bundeswehr betreibt mit der „Abteilung Information und Computernetzwerkoperationen" ((IT-AmtBw)) mit Sitz in einer Kaserne in der Nähe von Bonn eine eigene Cyber-War-Abteilung.

US/add/news.de

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