14.06.2019, 10.11 Uhr

Sarah Sanders: Sprecherin wirft hin! Trump verliert nächste Mitarbeiterin

Sarah Sanders ist neben Donald Trump die Stimme des Weißen Hauses. Mit Journalisten lieferte sie sich teils denkwürdige Wortgefechte. Jetzt will sich die Mutter dreier Kinder mehr um ihre Familie kümmern - und Trump muss sich einen neuen Sprecher suchen.

Trump-Sprecherin Sarah Sanders möchte sich mehr um ihre Familie kümmern. Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt zum Monatsende überraschend das Weiße Haus. Das teilte der US-Präsident am Donnerstag auf Twitter mit. "Nach dreieinhalb Jahren wird unsere wunderbare Sarah Huckabee Sanders Ende des Monats das Weiße Haus verlassen und in den großartigen Staat Arkansas heimkehren", schrieb Trump.Sanders sagte vor Reportern, sie habe den Präsidenten erst am Donnerstag über ihre Entscheidung informiert, die eine der schwierigsten überhaupt gewesen sei.

Sarah Sanders: Donald-Trump-Sprecherin verlässt das Weiße Haus

Sanders (36) betonte, der Job als Sprecherin des Weißen Hauses sei eine "einmaligeGelegenheit" gewesen. "Sogar die schwierigen Tage sind besonders." Sie wolle nun aber mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren vier, fünf und sieben Jahre alten Kindern verbringen.

Die Tochter des republikanischen Ex-Gouverneurs und Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee war nach turbulenten Monaten auf Sean Spicer als Sprecherin des Weißen Hauses gefolgt. Sie gilt als umstritten. Die früher üblichen täglichen Briefings von Journalisten in der US-Hauptstadt gab es zuletzt kaum noch.

Sarah Sanders in der Kritik

Der von Trump verachtete US-Sender CNN schrieb: "Sarah Sanders primäres Vermächtnis als Pressesprecherin des Weißen Hauses wird der Tod des täglichen Pressebriefings sein." Sanders' letzte kurze Pressekonferenz im Briefing-Raum des Weißen Hauses war am 11. März.

Donald Trump verliert loyale Mitarbeiterin

Sanders fiel durch ihre nach außen fast bedingungslose Loyalität zu Trump auf. "Es war die Ehre meines Lebens", sagte sie am Donnerstag. Auf Twitter schrieb Sanders, sie sei Trump ewig dankbar für die Aufgabe - und sie sei stolz auf alles, was Trump erreicht habe. "Ich liebe den Präsidenten und meinen Job." Ihre wichtigste Aufgabe sei aber, ihren Kindern eine Mutter zu sein.

Rücktrittsforderungen nach Lügen gegenüber Journalisten

Im Abschlussbericht von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre hieß es, Sanders habe bei Interviews mit Muellers Team eingeräumt, zwei Mal vor Journalisten die Unwahrheit gesagt zu haben. Sanders sagte dem Bericht zufolge, es habe sich in einem Fall um einen "Versprecher" und im anderen Fall um eine Aussage "in der Hitze des Gefechts" gehandelt. Angesichts dessen waren einzelne Rücktrittsforderungen gegen sie laut geworden.

Sarah Sanders war Nachfolgerin von Sean Spicer

Sanders war schon im Wahlkampf für Trump unterwegs. Im Weißen Haus begann sie nicht vor dreieinhalb Jahren, wie Trump schreibt, sondern mit Beginn von Trumps Amtszeit im Januar 2017. Im Juli 2017 war sie dann als Sprecherin des Weißen Hauses auf Spicer gefolgt, der das Handtuch geworfen hatte. Sanders war davor Spicers Vertreterin.

US-Präsident Trump lobt Arbeit von Sprecherin Sanders

Trump lobte seine scheidende Mitarbeiterin: "Sie ist eine besondere Person mit außergewöhnlichen Talenten, die unglaubliche Arbeit geleistet hat." Er hoffe, sie werde einmal als Gouverneurin ihres Heimatstaates Arkansas kandidieren und in die Fußstapfen ihres Vaters steigen. Von Reportern darauf angesprochen, sagte Sanders: "Ich habe vor langer Zeit gelernt, nie etwas auszuschließen."

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