13.06.2019, 19.41 Uhr

Walter Lübcke (65) ist tot: Trauerfeier für getöteten CDU-Politiker - Tränen bei Rede des Sohnes

Nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben die Ermittler die intensive Spurensuche am Tatort abgeschlossen. Motiv und Täter sind bisher unbekannt. Heute fand die Trauerfeier für den getöteten CDU-Politiker statt.

Walter Lübcke ist im Alter von 65 Jahren unerwartet gestorben. Bild: dpa

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ist mit einem Schuss in den Kopf getötet worden - die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus. Der Schuss auf den 65-Jährigen sei nach bisherigen Erkenntnissen aus nächster Nähe abgefeuert worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Streiff am frühen Montagabend auf einer Pressekonferenz in Kassel. Es hätten sich keine Hinweise auf einen Suizid ergeben. Eine heiße Spur gab es zunächst nicht. LKA-Chefin Sabine Thurau sagte: "Wir haben noch keine Hinweise auf Täter und vor allem noch nichts zum Motiv."

Walter Lübcke ist tot - alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker:

  • Neue Hinweise zum Fall Walter Lübcke nach "Aktenzeichen XY... ungelöst"
  • CDU-Politiker starb durch Kopfschuss
  • Tatort wurde verändert
  • 20-köpfige Soko auf 50 Ermittler aufgestockt
  • Trauerfeier für getöteten Politiker am 13. Juni

+++ 13.06.2019: Trauerfeier für getöteten Regierungspräsidenten: Abschied mit Tränen +++

Vor eineinhalb Wochen wurde der Kasseler Regierungspräsident erschossen. Bei einem Trauergottesdienst nahmen die Menschen Abschied von Walter Lübcke."Lieber Papa, wir müssen heute nach deinem unfassbaren Tod von dir Abschied nehmen", erklärt Christoph Lübcke nur wenige Meter entfernt vom Sarg seines Vaters. In diesem Moment steigen vielen Trauergästen die Tränen in die Augen. Mehr als 1300 sind gekommen, um von dem erschossenen nordhessischen Regierungspräsidenten Abschied zu nehmen. Sie sitzen in der Martinskirche oder verfolgen auf einer Leinwand draußen den Gottesdienst.

Die Ungewissheit über den Tod Walter Lübckes überschattet die Trauerfeier. "Zur Grausamkeit der Tat kommt die Ungewissheit: Wer war es, der diesem Leben kaltblütig und hinterrücks ein Ende setzte?", fragt Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Er wendet sich direkt an Lübckes Frau und Familie: Es sei kaum zu ermessen, was die Angehörigen hätten durchmachen müssen.

+++ 13.06.2019: Trauerfeier für getöteten Kasseler Regierungspräsidenten +++

Bei einer Trauerfeier wird am Donnerstag (16.00 Uhr) an den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) erinnert. Zu dem Gottesdienst in der Kasseler Martinskirche wird auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erwartet. Polizei und Bundeswehr werden nach Angaben der Staatskanzlei eine Ehrenwache am Sarg halten. Neben dem Ministerpräsidenten wird der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, sprechen.

Lübcke war Anfang des Monats auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. Motiv und Täter sind bisher unbekannt.

+++ 11.06.2019:Ermittler arbeiten fast 200 Hinweise im Fall Lübcke ab +++

Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen die Ermittler inzwischen knapp 200 Hinweisen nach. Ob sich darunter eine heiße Spur befindet, ist bislang unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen, alles andere ist Spekulation", sagte der Sprecher des hessischen Landeskriminalamtes (LKA), Christoph Schulte, am Dienstag. Die mittlerweile 187 eingegangenen Hinweise würden nun abgearbeitet.

+++ 11.06.2019: Polizeieinsatz auf Fähren steht in Zusammenhang mit Fall Lübcke +++

Der Polizeieinsatz auf zwei Nordsee-Fähren in Niedersachsen am Samstag steht im Zusammenhang mit dem Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Das haben das Hessische Landeskriminalamt (LKA) und die Kasseler Staatsanwaltschaft am Dienstag erstmals bestätigt. "In diesem Zusammenhang wurde eine Person in Gewahrsam genommen und mit dem Ziel der Informationsgewinnung in das Polizeipräsidium Nordhessen nach Kassel verbracht", teilten die Behörden mit.

Bei der Befragung hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Mann an der Tat beteiligt war. "Aus diesem Grund wurde die Person in den frühen Sonntagmorgenstunden wieder entlassen", erklärten die Ermittler, die keine weiteren Angaben zu dem Mann oder dem Hintergrund der Polizeiaktion machten.

+++ 10.06.2019: "Bild": SEK auf Wangerooge-Fähre - Festnahmen! +++

Ein Polizeieinsatz bereits am Samstagnachmittag auf zwei Fähren zur Insel Wangerooge soll laut "Bild" im Zusammenhang mit dem Mordfall Walter Lübcke gestanden haben. Eine Augenzeugin berichtete der Zeitung, dass zwei Männer und eine Frau weggeführt worden seien. In einer Mitteilung der Polizei in Wilhelmshaven hatte es am Samstag geheißen, der Einsatz habe für ein anderes Bundesland stattgefunden. Um das laufende Verfahren nicht zu gefährden, könnten keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

+++ 08.06.2019: Mann aus Gewahrsam entlassen +++

Der im Fall des erschossenen Kasseler Politikers Walter Lübcke in Gewahrsam genommene Mann ist wieder entlassen worden. "Er wurde befragt und konnte danach gehen", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Mehr Details gab er nicht bekannt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hatte zuvor berichtet und von einer Festnahme gesprochen.

Auf die Spur des Mannes sei die Polizei durch die umfangreiche Auswertung privater Daten des Getöteten gekommen. Dazu habe dem Vernehmen nach auch die Auswertung seines Mobiltelefons gehört, schrieb die "FAZ" weiter.

+++ 08.06.2019: Bericht: Polizei nimmt im Fall Lübcke Verdächtigen fest +++

Nach dem Tod des Kasseler CDU-Politikers Walter Lübcke soll die Polizei aktuell einen Verdächtigen festgenommen haben. Der Verdächtige soll aus dem privaten Umfeld des getöteten Regierungspräsidenten stammen. Das berichtet die "F.A.Z.".

Angelich soll es sich bei dem Verdächtigen um einen jüngeren Mann handeln, der zudem in privater Beziehung zu dem Politiker gestanden habe. Näheres zu der Art ihrer Beziehung ist nicht bekannt.

+++ 08.06.2019: Getöteter Kasseler Politiker - Spurensuche am Tatort beendet +++

Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) haben die Ermittler die intensive Spurensuche am Tatort abgeschlossen. Die Arbeit wurde am Freitag beendet, wie ein Sprecher der Polizei am Samstag mitteilte. "Wir haben jede Menge Spuren, die bewertet werden müssen." Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. Motiv und Täter sind bislang unbekannt.

+++ 08.06.2019: Der Fall Lübcke: Nutzte der Täter die laute Kirmes-Nacht für seine Tat? +++

Der Fall des ermordeten Politikers Walter Lübcke bleibt rätselhaft. Noch immer scheint die Polizei keine heiße Spur zu haben. Wie die "Bild" berichtet, untersuchen die Ermittler noch immer das Haus des Opfers. Die Hoffnung: eine brauchbare DNA-Spur, die dabei helfen soll, den Täter zu überführen. Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" kamen rund 80 weitere Hinweise zusammen. Noch immer stellt sich jedoch die Frage: Warum bemerkte niemand die Tat? Gut möglich, dass der Schuss wegen der lauten Kirmes-Feier, die sich nur wenige Meter von Lübckes Haus abspielte, überhört wurde. Die Polizei geht davon aus, dass Lübcke aus nächster Nähe erschossen wurde. Aufklärung erhoffen sich die Ermittler auch von dem ihnen zugesandten Video- und Bildmaterial. Die Aufnahmen werden aktuell minutiös geprüft, heißt es. Unterstützung erhalten die Ermittler dabei von Experten des Bundeskriminalamts. Sie sollen unter anderem das Projektil untersuchen, das den CDU-Politiker tötete.

+++ 07.06.2019:Ermittler werten weiter Videos und Fotos im Fall Lübcke aus +++

Die Ermittler im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) werten weiterhin Bilder und Videos der Tatnacht aus. Die Sichtung des Materials sei zeitaufwendig, weil Videos minuziös begutachtet werden müssten, sagte am Freitag Torsten Werner, Sprecher der Sonderkommission (Soko) in Kassel. Wonach die Ermittler suchen, könne man nicht bekanntgeben.

Nach einem Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" waren 80 Hinweise eingegangen. Dabei handelt es sich auch um Fotos und Videos einer Kirmes in unmittelbarer Tatortnähe. Bisher gibt es aber keine heiße Spur. Motiv und Täter sind unbekannt. Die Auswertung des Materials wird laut Werner noch Tage dauern.

Auch am langen Pfingstwochenende arbeitet die Soko. "Da wird keine Pause gemacht", sagte der Sprecher. In welcher Personalstärke die 50-köpfige Sonderkommission arbeite, hänge vom Ermittlungsstand ab. Am Freitagmorgen begannen Einsatzkräfte erneut, weitere Spuren am Tatort in Wolfhagen-Istha bei Kassel zu suchen. Diese Arbeit sollte im Laufe des Tages aber endgültig abgeschlossen und das Wohnhaus Lübckes wieder freigegeben werden.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war.

+++ 06.06.2019: Hessischer Rundfunk: Ermordeter CDU-Politiker war offenbar nicht bei der Kirmes +++

Der Tod von CDU-Politiker Walter Lübcke wirft auch nach der Veröffentlichung des Falls bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" Fragen auf. Wie der Hessische Rundfunk erfahren haben soll, war Walter Lübcke in den Stunden vor seinem Tod angeblich nicht bei der Weizenkirmes in seinem Wohnort zu Gast. Vielmehr soll der 65-Jährige in der Nacht seines Todes seinen einjährigen Enkelsohn als Babysitter betreut haben, ebenfalls anwesend waren demnach Walter Lübckes Ehefrau und seine Schwiegertochter. Zeugenaussagen zufolge seien zudem auf der Terrasse des Hauses von Walter Lübcke Besucher gesehen worden.

Der Vater von Walter Lübckes Enkelsohn war es demnach auch, der den durch einen Kopfschuss schwerverletzten Politiker eine halbe Stunde nach Mitternacht fand - der jüngere Sohn des Mordopfers sei zu diesem Zeitpunkt von der Kirmes zurückgekehrt und habe Licht im Haus seines Vaters brennen sehen. Offenbar fehlen den Ermittlern derzeit Informationen, was sich im Haus und auf der Terrasse zwischen 23.00 Uhr und 00.30 Uhr abspielte - Lübckes Ehefrau und seine Schwiegertochter sollen sich bereits schlafen gelegt haben, als der 65-Jährige niedergeschossen wurde.

+++ 06.06.2019: Trauerfeier für getöteten Regierungspräsidenten Lübcke am 13. Juni +++

Die Trauerfeier für den erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) soll am 13. Juni (16.00 Uhr) in Kassel stattfinden. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit "protokollarischen Ehrenbekundungen" geben, wie die stellvertretende Regierungssprecherin in Hessen, Elke Cezanne, am Donnerstagmorgen sagte. Zuvor hatten bereits andere Medien darüber berichtet.

Bei dem Trauergottesdienst werden Polizei und Bundeswehr eine Ehrenwache am Sarg halten, wie Cezanne sagte. Außerdem werde der Sarg mit der Hessen-Fahne bedeckt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Martin Hein, werden sprechen.

Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke war in der Nacht zum Sonntag auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Laut Obduktion wurde der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet. Das Motiv ist unklar.

+++ 06.06.2019: Neue Hinweise nach TV-Fahndung zum Fall Lübcke eingegangen +++

Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. "Eine ganz heiße Spur war aber noch nicht dabei", sagte der Soko-Sprecher der Polizei, Torsten Werner, am Donnerstagmorgen in Kassel. Über das Hinweis-Telefon seien am Mittwochabend "ein paar wenige Anrufe eingegangen". Die Ermittler hatten sich mehr davon versprochen, wie Werner sagte.

Außerdem seien aber auch während und nach der Sendung "einige Fotos und Videos" von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Die Dateien müssten aber noch ausgewertet werden. "Bislang haben wir keine konkreten Erkenntnisse", sagte Werner.

Unterdessen wurde die Soko "Liemecke" von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt. Es sei üblich, dass solch eine Einheit im Laufe der Ermittlungen aufgestockt werde, sagte Werner. Zuerst hatte das Nachrichtenportal "HNA.de" über die Aufstockung der Soko berichtet.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war. Das Motiv ist unklar. Die Ermittler suchen Zeugen, die im Ort Verdächtiges gesehen oder Knallgeräusche wie Schüsse gehört haben.

+++ 05.06.2019:"Aktenzeichen XY" zu Fall Lübke: Polizei sucht nach Zeugen

Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) haben die Ermittler per Fernsehfahndung einen neuerlichen Zeugenaufruf gestartet. Sie baten insbesondere Besucher einer Kirmes, die nicht weit entfernt vom Tatort stattfand, am Abend entstandene Fotos und Videos der Polizei zur Verfügung zu stellen. Außerdem suchen die Ermittler Zeugen, die im Ort Verdächtiges gesehen oder Knallgeräusche wie Schüsse gehört haben.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Obduktion ergab, dass der CDU-Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war. Das Motiv ist völlig unklar, zum Täter gibt es bisher keine Angaben.

+++ 05.06.2019: Fall des Kasseler Regierungspräsidenten bei "Aktenzeichen XY" +++

Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" thematisiert an diesem Mittwochabend (20.15 Uhr) den gewaltsamen Tod von Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke. Moderator Rudi Cerne werde Fragen an die Zuschauer stellen, teilte eine Sprecherin der Sendung mit. Die Ermittler konnten am Mittwoch keinen neuen Sachstand zu der Tat mitteilen. Der 65-jährige CDU-Politiker war in der Nacht zum Sonntag an seinem Wohnhaus in Nordhessen mit einer Schusswunde am Kopf entdeckt worden - er starb an seinen schweren Verletzungen. Das Motiv ist völlig unklar, zum Täter gibt es bisher keine Angaben.

Wer Hinweise zum besagten Fall geben kann, kann über dieE-Mail-Adresse xy@zdf.de Kontakt mit der Reaktion aufnehmen. Zudem nehmen die Kommissare am Sendungstagzwischen 20:15 Uhr und 1:30 Uhr unter der Telefonnummer089/95 01 95 sachdienliche Hinweise entgegen.

+++ 05.06.2019: Geschmacklos! Neonazis feiern Tod von Walter Lübcke als "gute Tat" +++

Rechtsextreme haben den Mord an demKasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke laut "Bild"-Zeitung mit Freude zur Kenntnis genommen. Schlimmer noch: Im Internet sollen die Neonazis den Mord an dem CDU-Politiker feiern. Von einer "guten Tat" ist die Rede.

Bisher ist nicht klar, ob es sich bei dem Mord um eine politisch motivierte Tat handelt. Laut "Bild" gehe die Polizei aber den Hass-Nachrichten im Internet nach, die Rechtsextreme nach dem Tod des Politikers verbreiteten. Schon früher hatte Lübcke wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen Morddrohungen erhalten.2015 hatte sich der Regierungspräsident gegen Schmährufe zur Aufnahme von Flüchtlingen gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen.

+++ 05.06.2019: Familie von Walter Lübcke unter Polizeischutz +++

Die Familie des ermordeten Walter Lübcke wurde laut "Bild"-Zeitung unter Polizeischutz gestellt. Weil die Ermittler bisher keine heiße Spur haben, seien die Frau und die zwei Söhne des toten CDU-Politikers an einen unbekannten Ort gebracht worden.

+++ 04.06.2019: Nachbarn unter Schock nach Tod von Walter Lübcke +++

Die Nachbarn des Ermordeten Walter Lübcke stehen unter Schock. "Bis vorgestern Abend wussten wir nicht, was passiert ist. Wir haben viele Polizisten gesehen", wird ein Nachbar des CDU-Politikers von "osthessen-news.de" zitiert. Am Abend vor dem Mord habe er auf seiner Terrasse gesessen, während im Ort die Kirmes stattfand. "Der ganze Ort ist geschockt, wir können nicht begreifen, was passiert ist. Der Walter war einer von uns", so der 53 Jahre alte Nachbar.

Inin seinem WohnortIstha genoss Walter Lübcke hohes Ansehen. Man habe ihn nicht nur als Nachbarn, sondern als Freund betrachtet. "Hoffentlich wird der Fall aufgeklärt", wird der Nachbar des CDU-Politikers zitiert.

+++ 04.06.2019: Wer erschoss Walter Lübcke? Tatort wurde offenbar verändert +++

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, traf der Schuss Regierungspräsident Walter Lübcke oberhalb des rechten Ohres in den Kopf. Danach habe er sich, so berichtet es das Boulevard-Blatt, noch einige Meter auf der Terrasse weitergeschleppt. Ein Familienmitglied habe Walter Lübcke schließlich gefunden. Laut einem Ermittler, der von der "Bild" zitiert wird, wurde der Tatort offenbar verändert.

Eine 20-köpfige Soko wurde mit den Mord-Ermittlungen betraut. Ermittelt wird auch im familiären Umfeld. Dies allerdings sei Routine und kein erster Hinweis auf einen Täter aus dem Familien- oder Bekanntenkreis.

+++ 03.06.2019: Ermittler sicher: Regierungspräsident (65) wurde erschossen! +++

Die Tatwaffe im Mordfall Walter Lübcke war den Ermittlungen zufolge vermutlich eine sogenannte Kurzwaffe, also beispielsweise eine Pistole oder ein Revolver. Die Staatsanwaltschaft Kassel leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Tötung ein. Ermittelt werde mit Hochdruck in alle Richtungen, hieß es. Oberstaatsanwalt Streiff sagte auf die Frage, ob die Tat in Zusammenhang mit früheren Morddrohungen gegen Lübcke während der Flüchtlingskrise stehen könnte, zu einem solchen Motiv gebe es noch keine Erkenntnisse.

2015 hatte sich der Regierungspräsident gegen Schmährufe zur Aufnahme von Flüchtlingen gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen. Lübcke hatte als politische Spitzenbeamter zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet, eine Verwaltungsbehörde auf mittlerer Ebene zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden. Sein Tod hat in Hessen für große Bestürzung gesorgt.

Todesursache Schussverletztung! Das ist bisher zum Tod von Walter Lübcke bekannt

Der Oberstaatsanwalt berichtete, der Regierungspräsident sei in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr von einem Angehörigen auf der Terrasse seines Wohnhauses im Landkreis Kassel entdeckt worden. Sofort eingeleitete Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben, Lübckes Tod sei dann gegen 2.30 Uhr in einem Krankenhaus festgestellt worden. Die Leiche sei noch am Sonntag rechtsmedizinisch untersucht worden. Todesursache sei die Schussverletzung gewesen.

LKA-Präsidentin Thurau sagte, ihre Behörde übernehme Ermittlungen in der Regel dann, wenn wie im aktuellen Fall eine Person des öffentlichen Lebens das Opfer eines Tötungsdelikt sei. Eine Sonderkommission (Soko) mit rund 20 Mitarbeitern des LKA und des Polizeipräsidiums Nordhessen sei eingerichtet worden. Bei Bedarf könne die Soko noch erweitert werden, auch das Bundeskriminalamt unterstütze deren Arbeit bei den kriminaltechnischen Untersuchungen.

Polizei bittet um Hinweise

Die LKA-Chefin bat darum, nicht über die Tat und mögliche Hintergründe zu spekulieren. Auch sie betonte: "Wir ermitteln in alle Richtungen." Es seien eine Telefon-Hotline und eine Mailadresse für Hinweise von Zeugen eingerichtet worden.

Das Wohnhaus des langjährigen Regierungspräsidenten war auch am Montag weiter von Einsatzkräften der Polizei bewacht worden und komplett abgesperrt. Es steht am Ortsrand des Dorfes Wolfhagen-Istha, in dem nur knapp 900 Menschen leben.

Walter Lübcke ist tot - Todesrätsel um CDU-Politiker

Der plötzliche Tod von Walter Lübcke könnte rätselhafter kaum sein. Laut "hna.de" soll der CDU-Politiker tot in seinem Garten in Wolfhagen-Istha gelegen haben. Von einer Tatwaffen fehlt bislang jede Spur. Besonderes Augenmerk läge laut"hna.de" auf einem unbekannten Mann, den Lübcke auf einer derzeitigen Kirmes in Istha getroffen haben soll.

CDU trauert um Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke

Lübckes überraschender Tod hatte am Sonntag Bestürzung ausgelöst: In der CDU-Erklärung hieß es, als Regierungspräsident habe Lübcke "nie das klare Wort" gescheut. "Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte." In diesen schweren Stunden seien die Gedanken und Gebete vor allem bei Lübckes Frau, den beiden Söhnen und dem im vergangenen Jahr geborenen Enkelsohn, erklärten Bouffier und Boddenberg.

In einer Mitteilung des Regierungspräsidiums hieß es, in der Behörde herrschten "Fassungslosigkeit und Erschütterung über den Tod des beliebten und außerordentlich nahbaren" Chefs. Lübcke wurde im nordhessischen Bad Wildungen geboren. Vor seiner Amtszeit als Regierungspräsident saß Lübcke von 1999 bis 2009 für die CDU im hessischen Landtag.

Walter Lübcke hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Söhne.

rut/fka/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser