Raketentests in Nordkorea: Trump "nicht glücklich! Kim Jong Un ballert wieder rum

Mit dem zweiten Waffentest innerhalb weniger Tage schürt Nordkorea weitere Spannungen in der Region. Trump sieht dadurch neue Probleme für Verhandlungen mit Pjöngjang. Kim Jong Un scheint das egal zu sein.

Kim Jong Un testete erneut Langstreckenraketen. Bild: dpa

Erneut hat die selbsterklärte Atommacht Nordkorea eine Übung mit Langstreckenraketen durchgeführt. Innerhalb von nur weniger Tage habe Kim Jong Un mit mehreren Raketentests provoziert. Wie wird US-Präsident Donald Trump reagieren?

Reine Provokation? Nordkorea testet Langstreckenraketen

Der nordkoreanische Machthaber habe am Freitag am Kommandoposten den Befehl zum Start der Übung mit verschiedenen Trägern für "Langstreckenangriffe" gegeben, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Die Übung habe darauf abgezielt, die Fähigkeiten der Verteidigungseinheiten zur schnellen Reaktion zu prüfen.

Nach Angaben des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte hatte Nordkorea bereits am Donnerstag zwei Flugkörper abgefeuert, bei denen es sich vermutlich um Kurzstreckenraketen handelte. Kim Jong Un habe die Übung für "verschiedene Angriffsmittel von großer Reichweite" persönlich überwacht und sich mit der Ausführung zufrieden geäußert, berichteten die staatlichen nordkoreanischen Medien. Ziel der Übung an der westlichen Front sei es gewesen, die Fähigkeiten der Verteidigungseinheiten zur schnellen Reaktion zu prüfen.

Können die Atomgespräche mit Kim Jong Un fortgesetzt werden?

Südkoreas Militär geht davon aus, dass bei dem Test zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert wurden. Eine Rakete sei 420 Kilometer und eine andere 270 Kilometer weit geflogen, bevor sie vor der Ostküste Nordkoreas ins Meer landeten. Die Entwicklungen könnten zu neuen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA führen. Die nordkoreanischen Waffentests werden in Seoul auch als Versuch der kommunistischen Führung in Pjöngjang gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen.

Trump sieht mittlerweile die Chancen für eine rasche Fortsetzung der bilateralenAtomgespräche schwinden. Er wisse, dass die Nordkoreaner verhandeln wollten, sagte Trump in Anspielung auf die festgefahrenen Gespräche über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas. "Doch denke ich nicht, dass sie bereit sind, zu verhandeln", sagte Trump als Reaktion auf die Tests. Niemand sei glücklich über die Tests, aber die Beziehungen blieben. Nordkorea übte eigenen Angaben zufolge bei seinem Waffentest einen Angriff aus großer Entfernung.

"Mehrere ballistische Raketen!" Plant Nordkorea einen Atomschlag?

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Dave Eastburn, sprach laut Berichten südkoreanischer Medien von "mehreren ballistischen Raketen", die Nordkoreas Militär vom Nordwesten des Landes abgeschossen habe. UN-Resolutionen verbieten dem Land - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts ballistischer Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Erst am Samstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei bereits ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde. Südkorea rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte.

Südkorea und USA vermeiden Streit mit Nordkorea

Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte nach dem jüngsten Waffentest, solche Aktionen könnten als Zeichen der Unzufriedenheit wegen des gescheiterten zweiten Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim Jong Un im Februar in Vietnam gesehen werden. Ähnlich wie Trump vermied Moon aber, von einer Provokation zu sprechen. "Das kann als geplante Aktionen gesehen werden, dennoch versucht Nordkorea zur gleichen Zeit, den Dialog nicht zu ruinieren", sagte Moon am Donnerstagabend in einem Interview des südkoreanischen Senders KBS. Er warnte jedoch davor, solche Militäraktionen könnten die Atomgespräche gefährden.

Seit dem Gipfel von Hanoi ist die Verunsicherung in der Region gewachsen. Beide Seiten konnten sich damals in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang forderte dabei vergeblich eine Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen gegen das Land. 

Schiff von Kim Jon Un beschlagnahmt

Die USA gaben am Donnerstag bekannt, dass sie ein nordkoreanisches Schiff beschlagnahmt hätten, weil damit gegen Sanktionen verstoßen worden sei. Mit dem Frachter sei illegal Kohle aus Nordkorea verschifft und schwere Maschinerie in das isolierte Land transportiert worden, teilte das US-Justizministerium mit. Demnach wurde die "Wise Honest", die in Nordkorea registriert ist, zunächst im April 2018 von indonesischen Behörden festgesetzt, woraufhin die US-Justiz eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahmung ausstellte. Der Frachter sei jetzt auf dem Weg in US-Hoheitsgewässer. 

Das Pentagon setzte zudem die Bemühungen zur Bergung von Gebeinen von US-Soldaten in Nordkorea aus, die im Korea-Krieg (1950-53) auf Seiten Südkoreas gekämpft hatten. Das nordkoreanische Militär habe schon vor dem Gipfel in Hanoi die Kommunikation eingestellt, hieß es. Für das bis Ende September laufende Haushaltsjahr sei es nun zu spät, noch eine gemeinsame Bergungsoperation einzuleiten.

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bua/jat/news.de/dpa

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