09.05.2019, 08.07 Uhr

Bodo Ramelow: Linken-Politiker fordert neue Nationalhymne für Deutschland

Laut dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ist Deutschland auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch immer tief gespalten. Nun fordert der Linken-Politiker eine neue Nationalhymne, um das Verbundenheitsgefühl zu stärken.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue, gemeinsame Nationalhymne ausgesprochen. Bild: Martin Schutt/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. "Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte der Linke-Politiker der "Rheinischen Post" (Donnerstag) aus Düsseldorf.

Bodo Ramelow: Thüringens Ministerpräsident fordert neue Nationalhymne für Deutschland

Nationalhymne ist nur die dritte Strophe des "Lieds der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ("Einigkeit und Recht und Freiheit"), die Nazis ließen nur die erste Strophe singen ("Deutschland, Deutschland über alles").

Gemeinsame Nationalhymne soll Zusammengehörigkeit in Deutschland stärken

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte Ramelow weiter. "Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt." Er plädierte für einen neuen Text, "der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".

jat/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser