27.04.2019, 13.45 Uhr

Zinspolitik der Europäischen Zentralbank: Schlecht angelegt! Negativzinsen kosten Rentner über 50 Millionen

Die Rentenkasse legt ihre enormen Rücklagen konservativ an, um Verluste auszuschließen. Laut Gesetz muss das Geld außerdem schnell verfügbar und in Europa bleiben. Somit unterliegen unsere gesammelten Beitragsgelder auch der umstrittenen aktuellen Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Rentenversicherung zahlt 54 Millionen an Negativzinsen. Bild: Karl-Josef Hildenbrand /dpa

Auf eine Anfrage von FDP-Finanzexperte Frank Schäffler hin musste die Bundesregierung laut "Bild" nun einräumen, dass die Rentenkasse im Jahr 2018 aufgrund von Negativzinsen 54 Millionen verloren hat. Statt Zinseinkommen hatte die Rentenversicherung also im letzten Jahr erstmals wahrnehmbare Verluste auf ihre enormen Rücklagen von aktuell etwa 37 Milliarden Euro.

Rentenversicherung bezahlt Negativzinsen auf Rücklagen 

Gemäß viertem Sozialgesetzbuch müssen diese Rücklagen innerhalb Europas und prinzipiell "liquide" angelegt werden, was bedeutet, dass sie innerhalb eines Jahres verfügbar sein müssen. Somit kann die Rentenversicherung nicht die besseren Konditionen langfristiger Anlagen am Kapitalmarkt nutzen. "Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank kostet die Rentner inzwischen also Millionen", so Schäffler zu "Bild".

Geld der Beitragszahler kann keine Rendite erzielen

Im Gesetz steht wörtlich: "Die Mittel des Versicherungsträgers sind so anzulegen und zu verwalten, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint, ein angemessener Ertrag erzielt wird und eine ausreichende Liquidität gewährleistet ist." Von ausgeschlossenen Verlusten und angemessenen Erträgen kann in der momentanen Situation wohl keine Rede mehr sein. Allerdings: Betrachtet man die gewaltige Anlagesumme von 37 Milliarden, erscheinen die 54 Millionen als nicht allzu enorm. Die Negativzinslast belief sich auf weniger als 0,15 Prozent.

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sit/jat/news.de

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