Donald Trump: Hoppla! US-Präsident von eigener Familiengeschichte überfordert

Anlässlich der Nato-Jubiläumsfeierlichkeiten mosert Donald Trump wieder einmal über Deutschland. Erneut geht es um die Verteidigungsausgaben und dabei bringt der US-Präsident einiges durcheinander.

US-Präsident Trump spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung Bild: picture alliance/Paul Sancya/AP/dpa

Vor den Jubiläumsfeierlichkeiten der Nato in Washington hat US-Präsident Donald Trump zu einer neuen Attacke gegen Deutschland im Streit um die Verteidigungsausgaben ausgeholt. Deutschland zahle innerhalb der Nato nicht seinen gerechten Anteil, sagte der US-Präsident am Dienstag bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Weißen Haus in Washington.

Trump findet ungleiche Militär-Etats "sehr unfair"

Die USA zahlten einen großen Anteil, das sei "sehr unfair", fügte Trump hinzu - und trat damit voll ins Fettnäpfchen. Wieder einmal verwechselte Trump nämlich erklärte Ziele bezüglich der nationalen Militäretats der Nato-Mitglieder mit nicht existenten Zahlungsverpflichtungen in einen imaginären Natokostentopf.

US-Präsident fühlt sich Deutschland verbunden

"Ich habe große Gefühle für Deutschland, aber sie zahlen nicht, was sie zahlen müssen", sagte Trump. Der Republikaner erklärte in diesem Zusammenhang, dass sein Vater Deutscher gewesen sei. Hier verwechselte Trump entweder den eigenen Vater mit seinem Großvater oder aber New York mit dem rheinland-pfälzischen Kallstadt, wo letzterer geboren wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump dieser peinliche Patzer unterlaufen ist.

Trump verwechselt eigenen Vater mit Großvater

Die Nato will an diesem Mittwoch und Donnerstag in Washington den 70. Jahrestag ihrer Gründung feiern. Für Deutschland wird Außenminister Heiko Maas an dem Treffen teilnehmen. Trump beklagt seit langem eine unfaire Lastenteilung in der Nato und attackiert dabei vor allem Deutschland immer wieder wegen des vergleichsweise niedrigen Anteils seiner Verteidigungsausgaben am Staatsetat.

POTUS bluffte schon letztes Jahr mit Nato-Austritt der USA

Bei einem Nato-Gipfeltreffen im vergangenen Sommer in Brüssel hatte Trump sogar einen Austritt der USA aus dem Bündnis nicht ausgeschlossen, sollten nicht alle Bündnispartner sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung ausgeben. Konkrete Taten folgten diesen Einlassungen aber nicht.

Deutschland eines von Trumps liebsten Opfern, weil es zurückhaltend in Verteidigung investiert

Nach dem jüngsten Nato-Jahresbericht lagen die deutschen Ausgaben im vergangenen Jahr bei 1,23 Prozent. Die mittelfristige Planung sieht nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium 1,26 Prozent für das Jahr 2023 vor. Demnach müssten die Verteidigungsausgaben von 2023 auf 2024 um einen zweistelligen Milliardenbetrag erhöht werden, wenn das Ziel erreicht werden soll, was als äußerst unwahrscheinlich bezeichnet werden darf. Das hatte für neuen Unmut von Seiten der US-Regierung gesorgt. Die hochgerüsteten USA lagen zuletzt bei einem Wert von 3,39 Prozent.

Donald Trump träumt von Steigerung der Militärausgaben auf 4 Prozent

Trump brachte am Dienstag auch erneut eine Erhöhung des Ziels ins Spiel. Über kurz oder lang müsse es ansteigen, sagte er. Schon bei dem Gipfel in Brüssel hatte er sich für eine Maßgabe von vier Prozent ausgesprochen, so unrealistisch dieser Wunsch auch sein mag.

Lesen Sie auch: Mueller-Bericht: Ist der US-Präsident jetzt aus dem Schneider?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sit/loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser