Weltkindertag in Thüringen arbeitsfrei: Neuer gesetzlicher Feiertag für Millionen Deutsche

Mehr Freizeit nicht nur für Familien mit Kindern: Per Gesetz ist der Weltkindertag im September zum gesetzlichen Feiertag in Thüringen erhoben worden. Doch nicht alle freuen sich.

Der Weltkindertag ist in Thüringen zum gesetzlichen Feiertag erklärt worden. Bild: Jörg Carstensen/dpa

Die Menschen in Thüringen bekommen in diesem Jahr einen zusätzlichen freien Tag. Der Weltkindertag am 20. September wurde am Donnerstag vom Landtag in Erfurt zum gesetzlichen Feiertag erhoben. Damit steigt die Zahl der arbeitsfreien Feiertage in dem Bundesland auf elf. Mit den Stimmen von Linke, SPD und Grünen wurde das Feiertagsgesetz entsprechend geändert. Seit September 2018 war das Gesetz kontrovers diskutiert worden.

Weltkindertag wird Feiertag in Thüringen: Kritik von CDU und AfD

Die Oppositionsfraktionen CDU und AfD, aber auch Wirtschaftsvertreter meldeten Bedenken an, ob sich Thüringen einen weiteren Feiertag wirtschaftlich leisten könne. Die Opposition sieht in dem zusätzlichen Feiertag zudem ein Wahlkampfgeschenk von Rot-Rot-Grün, weil Ende Oktober ein neuer Landtag in Thüringen gewählt wird.

Andere Bundesländer haben zwischen 9 und 14 Feiertage, argumentierte die Regierungskoalition. Im Januar hatte Berlin den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

Thüringen will mit Feiertag Kinderrechte stärken

"Damit ist ein Feiertag geschaffen, der uns an die Kinderrechte erinnert. Es gibt ein Recht auf eine behütete Kindheit", so der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dirk Adams. Der Innenpolitiker der Linken, Steffen Dittes, sagte: "Wir können uns diesen Feiertag leisten." Innenminister Georg Maier (SPD) sagte: "Wir sind auch dafür da, den Menschen Gutes zu tun."

Weltkindertag wird arbeitsfrei: CDU fürchtet Einbußen

Die CDU-Abgeordnete Gudrun Holbe befürchtet hingegen, dass Arbeitnehmer den zusätzlichen freien Tag durch Mehrarbeit oder Mehrbelastungen kompensieren müssten. Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Stefan Möller, warf Rot-Rot-Grün vor, eine ostdeutsche Tradition zu missachten. Traditionell werde der 1. Juni als Kindertag gefeiert.

Neuer Feiertag schadet laut IHK der Wirtschaft

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erklärte, ein elfter Feiertag schade der Wirtschaft dauerhaft und schränke ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. Untersuchungen der Bundesbank hätten belegt, dass die Einführung eines zusätzlichen Feiertages zu einem durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,12 bis zu 0,25 Prozent pro Jahr führt. In Thüringen würde ein Produktionsausfall von rund 70 Millionen Euro entstehen.

Lesen Sie auch: Neue Gesetze ab 1. März 2019 – Rente, Mindestlohn und Co.! Alle aktuellen Gesetzesänderungen.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jat/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser