Datenklau bei Politikern: Verdächtiger "Kinderzimmer-Täter" nach Geständnis freigelassen

Nach der aufsehenerregenden Veröffentlichung von persönlichen Politiker-Daten haben die Ermittler jetzt einen jungen Mann festgenommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist er geständig.

Nachdem zahlreiche private Daten von Politikern und Prominenten in Internet veröffentlicht wurden, hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen (Symbolbild). Bild: Oliver Berg/dpa

Nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente ist ein 20-Jähriger in Mittelhessen vorläufig festgenommen worden. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden mit. Zuvor hatte "Spiegel Online" berichtet. Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass der junge Mann in vollem Umfang geständig sei.

Festnahme nach Datenklau bei deutschen Politikern

Seine Wohnung war amSonntag durchsucht worden. Den genauen Ort teilte das BKA nicht mit. DieBehörde und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wollen am Dienstagmittag (12.00 Uhr) inWiesbaden Details zu den bisherigenErmittlungen imFall des massenhaftenDatendiebstahls bekanntgeben.

Hacker sammeln persönliche Daten von Politikern und deutschen Prominenten

Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden wurden.

BKA-Beamte hatten außerdem am Sonntag die Wohnung eines Zeugen in Heilbronn durchsucht. Auch weitere Zeugen wurden vernommen.

Daten-Leak erst spät entdeckt

Ein bislang Unbekannter hatte über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto@_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag öffentlich - und somit auch vielen Betroffenen - bekannt.

Die Bundesregierung will aus dem Fall Konsequenzen ziehen und die Cyber-Sicherheit verbessern. Dazu soll in den nächsten Monaten unter anderem ein "Cyber-Abwehrzentrum plus" geschaffen werden.

Verdächtiger im Datenklau-Fall nach Geständnis freigelassen

Der Verdächtige im Fall des massiven Datenklaus bei Politikern und Prominenten ist nach einem Geständnis wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er habe die Vorwürfe umfassend eingeräumt, teilten die Ermittler am Dienstag in Wiesbaden mit. Er sei am Sonntag vorläufig festgenommen, mangels Haftgründen aber am Montag wieder freigelassen worden.

Ermittler: Verdächtiger nennt Ärger als Motiv für Datenklau

Der nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente vorübergehend festgenommene 20-Jährige hat in einer Vernehmung Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten genannt. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am Dienstag in Wiesbaden mit. Zudem habe er erklärt, dass er alleine gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter gegeben, ergänzte Ungefuk.

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