07.01.2019, 12.25 Uhr

Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Ärzte schlagen Alarm! Bald keine Hausbesuche mehr?

Die Kassenärzte in Deutschland fordern deutlich mehr Geld für Hausbesuche, um den Service weiter aufrechtzuerhalten. Droht demnächst eine Versorgungslücke?

Die Kassenärzte fordern eine bessere Vergütung von Hausbesuchen. Bild: Bernd Weissbrod/dpa

Die Kassenärzte dringen auf spürbar mehr Geld für Hausbesuche, um das Angebot wirtschaftlich aufrechterhalten zu können. "Wenn wir die Vergütung für Hausbesuche nicht deutlich anheben, werden sie perspektivisch nicht mehr stattfinden können", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur.

Kassenärztlichen Bundesvereinigung fordert mehr Geld für Hausbesuche

"Das Versorgungsproblem zeichnet sich schon am Horizont ab." Bisher habe in Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) keine Verbesserung erreicht werden können. "Da bleiben wir dran."

So viel verdienen Kassenärzte aktuell an Hausbesuchen

Hausbesuche würden derzeit mit etwa 23 Euro vergütet, erläuterte der KBV-Chef. "Plus Fahrpauschale reden wir von einer Größenordnung von 25 Euro." Mit An- und Abfahrt und Parkplatzsuche sei dafür in einer Stadt wie Berlin schnell eine Stunde vorbei. "Wenn der Klempner kommt, nimmt er schon teilweise 45 Euro für die Anfahrt. Da hat er die Tasche noch nicht mal ausgepackt."

Ärzte müssen Praxen für Hausbesuche schließen

Problematisch sei, dass ein Arzt in der Zeit seine Praxis zumachen müsse. "Er ist ja unterwegs. Aber die Kosten laufen weiter." Viele machten Hausbesuche deswegen am Mittwochnachmittag oder abends. Leidtragende der Situation seien "die Kollegen, die ihre Patienten nicht im Stich lassen wollen - und die Patienten, die keine Ärzte mehr finden, die wirtschaftlich darstellbar Hausbesuche machen". Um eine "unsanfte Landung" zu vermeiden, gelte es zügig etwas zu tun. Für Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband hatte die KBVbereits eine Anhebung auf 30 Euro pro Hausbesuch ins Spiel gebracht.

Zahl der Hausbesuche geht in Deutschland zurück

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hausbesuche deutlich gesunken. Gab es 2009 noch 30,3 Millionen Hausarzt-Visiten bei Patienten und 2010 rund 27 Millionen, waren es 2016 nur 25,2 Millionen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage von Juni 2018 hervor.

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jat/news.de/dpa

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