Midterms-Kongresswahlen USA 2018: Amerika hat gewählt! Was bedeutet das für Donald Trump?

Das Schlimmste ist für die Republikaner von Donald Trump abgewendet: Der Verlust beider Kammern des US-Parlaments. Den wichtigen Senat konnten sie halten. Aber das Repräsentantenhaus geht an die Demokraten. Das wird Trump das Regieren schwerer machen.

Das Regieren könnte für Trump künftig schwieriger werden. Bild: Pablo Martinez Monsivais/dpa

Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump haben bei den Kongresswahlen in den USA die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren.Sie kommen aber mit vergleichsweise moderaten Verlusten davon. Sie konnten die Mehrheit im Senat klar halten - die Voraussetzungen dafür waren für Trumps Lager aber günstig, weil nur 35 von 100 Posten zur Wahl standen. Im Abgeordnetenhaus werden erstmals seit acht Jahren künftig die Demokraten das Sagen haben. Dies wird Trump das Regieren erschweren. Der Präsident jubelte dennoch auf Twitter: "Großartiger Erfolg heute Abend."

Midterms-Kongresswahlen in den USA 2018: Schlappe für Trumps Republikaner

Um Mitternacht Ortszeit (6.00 Uhr deutscher Zeit) schlossen die letzten Wahllokale im westlich gelegenen US-Bundesstaat Alaska. Wegen der vielen Zeitzonen in den USA hatte sich die Wahl über insgesamt 18Stunden erstreckt. Bis das endgültige Ergebnis feststeht, wird es noch einige Tage dauern, weil beispielsweise in Kalifornien Briefwahlstimmen erst in den Tagen nach der Wahl gezählt werden.

Keine "blaue Welle" der Demokraten

Die nach der Parteifarbe der Demokraten benannte und von der Opposition beschworene "blaue Welle" blieb nach den bisherigen Ergebnissen weitgehend aus. Besonders ermutigend dürfte für den Präsidenten sein, dass in den insgesamt 470 Rennen um Plätze im Repräsentantenhaus und im Senat vor allem Bewerber seiner Partei positiv abschnitten, die er selbst unterstützte.

Harter Wahlkampf vor den Midterms 2018

Dem Wahltag war ein intensiver und teilweise bis an die Grenze der Fairness reichender Wahlkampf vorausgegangen. Trump, der selbst nicht zur Wahl stand, hatte nach Angaben des Weißen Hauses auf 50Kundgebungen gesprochen, davon alleine 30 in den vergangenen beiden Wochen. Trump hatte vor allem auf das Thema Migration gesetzt und - ohne Belege zu nennen - düstere Szenarien gewalttätiger Einwanderer gezeichnet. Nachwahlbefragungen des Senders CNN gingen allerdings davon aus, dass für die Wähler besonders das Thema Gesundheitspolitik eine Rolle spielte.

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Prominente Verlierer der Midterms 2018

Zu den prominenteren Verlierern bei den Demokraten gehörte die Senatorin Heidi Heitkamp in North Dakota. Sie hatte gegen ihren Widersacher Kevin Cramer schon seit Wochen fast hoffnungslos in Umfragen zurückgelegen. Joe Donelly muss in Indiana nach sechs Jahren seinen Senatssitz abgeben. In Texas schaffte es der demokratische Hoffnungsträger Beto O'Rourke um Haaresbreite nicht, den Amtsinhaber und früheren Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz aus dem Amt zu hieven. In Utah konnte der frühere Gegenkandidat von Barack Obama, Mitt Romney, den Sitz für die Republikaner erwartungsgemäß locker halten.

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