Steuerzahlerbund veröffentlicht Schwarzbuch 2018: Top 10: SO werden IHRE Steuergelder verschwendet!

Der Bund der Steuerzahler stellt sein 46. Schwarzbuch vor. In diesem werden haarsträubende Fälle der Verschwendung von Steuergeldern aufgeführt. 10 krasse Fälle stellen wir Ihnen hier vor.

Der Bund der Steuerzahler stellt auf einer Pressekonferenz das neue "Schwarzbuch" vor. Bild: Wolfgang Kumm / dpa

Der Bund der Steuerzahler hat erneut die Verschwendung öffentlicher Gelder kritisiert. In dem neuen jährlichen "Schwarzbuch", das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, listet der Verband mehr als 100 Beispiele auf kommunaler, Landes-, Bundes- sowie EU-Ebene auf. Die absurdesten haben wir für Sie zusammengetragen.

Steuerzahlerbund kritisiert Verschwendung öffentlicher Gelder in seinem Schwarzbuch

Diese 10 kuriosen Beispiele für die Verschwendung von Steuergeldern sorgen für fassungsloses Kopfschütteln.

Fall #1: Krankenwagen für Wölfe in Hannover

In Hannover wurde 2017 ein bundesweit einmaliger Spezialanhänger in Betrieb genommen, der zum Transport von bei Unfällen verletzten Wölfen geplant und entsprechend ausgerüstet war. 11.000 Euro kostete das Vehikel. Genutzt wurde es bis heute nicht ein einziges Mal!

Fall #2: Teure Rasenheizung für Pleiteverein

Erfurt wünschte sich schon länger ein modernes Stadion. Zumindest eine Rasenheizung wollte man demFC Rot-Weiß-Erfurt für dessen Winterspiele gönnen. Die kostete die Stadt mal eben 887.313 Euro. Da der Betrieb der Rasenheizung dem Verein irgendwann zu kostspielig erschien, blieb die einfach immer aus. Dank der Insolvenz des Fußballvereins bleibt die Stadt nun auf den Kosten für die Rasenheizung sitzen.

Fall #3: Schlau wie ein Fuchs

Die HalligenOland und Langeness sind Vogelschutzgebiete. Um diese vor dem Eindringen von Landräubern wie Füchsen zu schützen, nahm man bislang 880.000 Euro für verschiedenste Abwehrmaßnahmen in die Hand. Umsonst? Spuren belegen, dass sich auch 2018 wieder Füchse in den Brutgebieten aufgehalten haben.

Fall #4: Drogen-Klo in Lübeck

Das Gebiet um den Krähenteich in Lübeck gilt als Treffpunkt der städtischen Drogenszene. Und so sah es dort auch immer aus. Also errichtete die Stadt eine spezielle Toilettenanlage für 76.000 Euro. Diese war explizit auf die Bedürfnisse von Junkies ausgelegt - inklusive Entsorgungsbehältern für gebrauchte Spritzen. Ebenjenes Klo zog immer mehr Süchtige an. Straftaten rund um das Klo nahmen zu. Es wurde als Umschlagplatz für Drogen genutzt. Die Anwohner riefen um Hilfe. Sie wurden erhört. Kosten für den Abbau des stillen Örtchens: 10.000 Euro.

Fall #5: Zebrastreifen-Irrsinn in Celle

Im niedersächsischen Celle richtete man für 12.800 Euro einen Zebrastreifen ein. Die Verbesserung für die Fußgänger verärgerte andere Verkehrsteilnehmer tierisch: die Autofahrer. Die fanden sich wegen der begeisterten Nutzung des Zebrastreifens durch Fußgänger nämlich immer wieder in langen Rückstaus wieder. Als der Verkehr in der Stadt zu kollabieren drohte, zog man die Reißleine. Da der Zebrastreifen durchs Land gefördert war, durfte man ihn nicht beseitigen. Also sperrte man den Übergang einfach mit Metallzäunen ab! Irgendwann beschloss man dann den Zebrastreifen doch abzufräsen. Das kostete 5.700 Euro. Da man das ja aber eigentlich nicht durfte, kündigte die Stadt bereits an, den Zebrastreifen wieder herzustellen. Ob da wieder 12.800 Euro fällig werden?

Fall #6: Ein Klo als Geldloch ohne Boden

Durch Marburg fließt die Lahn. Um deren Attraktivität für Besucher noch zu steigern und den Wildpinklern Vorschub zu leisten, wurde 2013 eine Anlage für die menschliche Notdurft eingerichtet. Dank skurriler Extras wie einer Photovoltaikanlage kostete diese 185.000 Euro. Jährlich fielen 6.700 Euro Unterhalt an, weil man die Besucher nicht wegen Geld belästigen wollte. 2016 entdeckte man, dass das Schmutzwasser (inklusive Fäkalien) der WC-Anlage wegen einer Fehlkonstruktion in die Lahn geleitet wurde! Die Anlage verfehlte also ihr Ziel vollkommen, indem sie die menschlichen Abfälle selbst in die Natur leitete. Ein Umbau wurde nötig. Der kostete 25.000 Euro.

Fall #7: Schilderwald in Berlin Pankow

44 Schilder auf einer Strecke von 700 Metern, die überflüssiger kaum sein könnten. Das ist wahrlich ein Rekord. Im Zuge der Sanierung der Platanenstraße in Berlin hatte man auch die Baumscheiben (die Bodenfläche um einen Baumstamm herum) erneuert. Dazwischen platzierte man Parkbuchten. Und damit die Autos nun beim Ausparken nicht über die Baumscheiben holpern oder rechts daran vorbeirasen, was eigentlich kaum möglich ist, prangt am Anfang und am Ende JEDER Parkbucht ein "Vorgeschriebene Vorbeifahrt links"-Schild! Ein 5.000 Euro teurer Schildbürgerstreich.

Fall #8: Berlin ist ein teures Baupflaster - BER macht's vor, ZOB macht's nach!

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) benötigte eine grundlegende Instandsetzung. Erste Planungen vom Jahr 2015 gingen von 14,3 Millionen Euro Kosten aus. Die Instandsetzung und Erweiterung des ZOB wurde angegangen. 2016 ergaben weiterführende Planungen Kosten von 22,8 Millionen. Doch dabei blieb es nicht. 2017 berichtete der Berliner Senat, dass man zumindest nicht deutlich über 29,9 Millionen investieren müsse. Anscheinend ein Versprecher, denn inzwischen geht man von 36,9 Millionen Euro aus, wenn man im Jahr 2021 (zwei Jahre später als geplant) fertig sein will.

Fall #9: Wenn die neue Brücke auf einmal zu schmal ist

Um den kleinen Ort Negenborn vom zunehmenden Verkehr der durch den Ort laufenden Bundesstraße 64 zu befreien, musste eine Ortsumgehung her. Diese unterbrach jedoch wichtige Wirtschaftswege der einheimischen Bauern. Neue Wege mussten her. Für einen war eine Brücke über einen Flusslauf notwendig. 142.000 Euro kostete deren Bau. Allerdings zog sich der Baubeginn Jahre hin. Und als man loslegte, vergaß man, die Brücke an die neuen Zeiten anzupassen. Als man selbige geplant hatte, waren beispielsweise die Mähdrescher noch deutlich weniger voluminös. Heute haben sie eine Spurbreite von 3,49 Metern. Die neue Brücke ist aber gerade einmal 3,50 Meter breit - und damit für die Bauern unbefahrbar.

Fall #10: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts!

In Hessen liegt das NaturschutzgebietWeschnitzinsel. Um dessen tierische Einwohner besser beobachten zu können, wurde eine Beobachtungsplattform eingerichtet. Diese kostete 43.000 Euro. Blöderweise ist sie nur schwer zu finden und im Vergleich zu dem Damm, den man überblicken muss, um etwas sehen zu können, gerade einmal 81 Zentimeter höher - was einem "Ausblick" mehr als nur abträglich ist.

Doch das ist längst nicht alles aus dem Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler

Kritisiert werden in dem Schwarzbuch auch Fälle bei der Bundeswehr. So geht es um eine aus Sicht des Verbandes überteuerte Anschaffung von Drohnen sowie um sechs U-Boote der Marine. Diese hätten drei Milliarden Euro gekostet, für Einsätze aber stehe derzeit kein einziges zur Verfügung. Ein spezielles Kapitel dreht sich ausschließlich um das Thema "Baukostenexplosion" in Deutschland. Doch auch Positives hat das Buch zu vermelden. So berichtet es auch von Fällen, in denen aufgrund des Wirkens des Steuerzahlerbundes bestimmte Projekte eingestampft oder in "die richtige Richtung" gedreht werden konnten.

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pap/loc/news.de/dpa

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