Merz, Spahn, Kramp-Karrenbauer: Duell der Merkel-Gegner - Spahn rechnet mit Flüchtlingspolitik ab

Die Kandidaten für Merkels Nachfolge stehen fest. Wer sind die aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz und somit auch auf das Kanzleramt und was versprechen Sie uns?

Wer schafft es, die CDU zu erneuern? Bild: picture alliance / Michael Kappeler / dpa

Nach den Spekulationen um Merkels Nachfolge haben sich nun, neben einigen Parteimitgliedern von der Basis, drei ernstzunehmende Nachfolger für den CDU-Parteivosritz herauskristallisiert.

Diese Kandidaten möchten Merkels Erben werden

Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und Friedrich Merz, ehemaliger Chef der Unionsfraktion haben ihre Kandidatur angekündigt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) winkte ab. Am Mittwoch positionierte sich Merz erstmals öffentlich - zum Teil gegen die Kanzlerin. Auch Jens Spahn meldete sich zu Wort - mit scharfer Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik.

Während Kramp-Karrenbauer, die als Favoritin der Kanzlerin gilt, sich bisher in der Öffentlichkeit nicht zu ihrer Kandidatur geäußert hat, positioniert sich ihr Kontrahent Spahn am Donnerstag in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Spahn bekräftigte dabei seine Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik. In einem Gastbeitrag für die Zeitung schrieb er, die Flüchtlings- und Migrationspolitik sei der wichtigste Grund, warum seine Partei stark an Vertrauen verloren habe.

Jens Spahn: Flüchtlingspolitik ist Ursache für Vertrauensverlust

Die Flüchtlingspolitik sei der "weiße Elefant im Raum". Es sei auch trotz mancher Beschwichtigungen keineswegs alles wieder im Lot. Deutschland "erfährt weiterhin eine jährliche ungeordnete, überwiegend männliche Zuwanderung in einer Größenordnung von Städten wie Kassel oder Rostock".

Friedrich Merz: der konservative Hardliner ist zurück

Merz begründete seine Kandidatur - nach neun Jahren Abstinenz in der Politik - mit den Worten: "Wir brauchen Aufbruch und Erneuerung. Aber wir brauchen keinen Umsturz." Merz, dem eine durchaus angespannte Beziehung zu Merkel nachgesagt wird, versicherte, als CDU-Chef werde er mit einer Kanzlerin Merkel auskommen. "Ich bin der festen Überzeugung, dass Angela Merkel und ich miteinander unter diesen veränderten Bedingungen auskommen und klarkommen werden."

Merz ist nach eigenen Angaben mit Kramp-Karrenbauer und Spahn im Gespräch. "Wir gehen alle drei davon aus, dass wir einen für die CDU belebenden und lebhaften Streit miteinander austragen, aber fair und anständig - auch in verschiedenen Formaten", sagte er. Man könne sich vorstellen, dass sich alle drei Kandidaten in Regionalkonferenzen der Diskussion mit den Mitgliedern stellten.

Friedrich Merz will Begriff Heimat wieder positiv besetzen

Der frühere Unionsfraktionschef steht für eine neoliberale Politik. Er möchte den Begriff Heimat wieder positiv besetzen. "Ich bin ein wirtschaftsliberaler, wertkonservativer und sozialpolitischer Mensch", so Merz auf der Pressekonferenz. Damit besetzt er die typischen Werte der Union und kommt so vor allem denen entgegen, die sich nach der alten konservativen CDU unter männlicher Führung zurücksehnen.

Urabstimmung wird kaum kommen

Die teilweise diskutierte Möglichkeit einer Urabstimmung aller CDU-Mitglieder über den Parteivorsitz ist schon aus organisatorischen Gründen unwahrscheinlich: Dafür müsste erst die Parteisatzung geändert werden - wofür angesichts der Einladungsfristen zum Parteitag nur wenige Wochen Zeit blieben.

Über das genaue Verfahren der Kandidatenkür wollen sich die Vorsitzenden der CDU-Vereinigungen am kommenden Sonntag untereinander verständigen, vor der Sitzung des dann tagenden Bundesvorstands.

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soj/rut/news.de/dpa

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