Von news.de-Volontärin Jessica Sobanski - 27.10.2018, 07.30 Uhr

Hessenwahl 2018: Wer macht das Rennen und was bedeutet die Wahl für Ihren Diesel?

Die hessische Landtagswahl wird mit Spannung erwartet, denn ihr Ergebnis ist nicht nur für Hessen relevant, sondern hat auch Auswirkungen auf Berlin. Welchen Kandidaten schicken die Parteien in die Schlacht beim Kampf um die Wählergunst?

Wer macht das Rennen bei der Hessenwahl am 28.10.2018? Bild: picture alliance/Arne Dedert/dpa

Nach der Wahl-Klatsche für CSU und SPD in Bayern schauen alle gebannt auf die Landtagswahl in Hessen am Sonntag, dem 28.10.2018. Am Beispiel der Diskussion um Dieselfahrverbote nehmen wir die Positionen der einzelnen Parteien und ihrer Spitzenkandidaten etwas genauer unter die Lupe.

Spitzenkandidat der CDU in Hessen: Volker Bouffier, der "schwarze Sheriff"

Für die CDU tritt der derzeitige Ministerpräsident Volker Bouffier an. Trotz katastrophaler Umfragewerte mit Verlusten von rund zehn Prozentpunkten hält die CDU an dem 66-Jährigen als Spitzenkandidaten fest. Bouffier galt lange als "schwarzer Sheriff" und konservativer Hardliner. Heute gilt Bouffier nicht nur als enger Vertrauter Angela Merkels, er ist außerdem seit 2010 ihr Stellvertreter im Bundesvorstand.

Mit dem Versprechen, "überall Fahrverbote zu verhindern", versucht die CDU bei den Wählern zu punkten. Stattdessen möchte die Union eine sogenannte Umtauschprämie durchsetzen.

Thorsten Schäfer-Gümbel: Aller guten Dinge sind drei

Die Sozialdemokraten schicken bereits zum dritten Mal Thorsten Schäfer-Gümbel ins Rennen. Er ist der stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD und außerdem Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD. Die Aussichten sind für den 49-Jährigen nicht gerade rosig. Mit Umfragewerten von gerade mal noch 20 Prozent (Landtagswahl 2013: 30,7 Prozent) liegt die hessische SPD gleichauf mit den Grünen.

Nur wenn die Genossen am Sonntag besser abschneiden als die Grünen, bestünde eine Chance auf einen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten. Die SPD möchte ebenfalls Fahrverbote vermeiden und fordert eine Nachrüstung der betroffenen Dieselfahrzeuge. Außerdem solle der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden.

Grüne als einzige für Fahrverbote

Die Grünen treten mit einer Doppel-Spitze an, bestehend aus Tarek Al-Wazir, derzeit hessischer Wirtschaftsminister, und Priska Hinz, der aktuellen Umweltministerin Hessens. Die Umfragewerte der Grünen sind mit 20 Prozent traumhaft. Überholen die Grünen am Sonntag die SPD, so wäre auch ein grüner Ministerpräsident in einer rot-rot-grünen Regierungskoalition denkbar.

Die Grünen möchten Fahrverbote für Diesel in besonders belastenden Gebieten durchsetzen. Mit dieser Forderung stehen sie allerdings allein da. Auch ihr derzeitiger Koalitionspartner lehnt Fahrverbote ab.

Die Linke fordert zur Landtagswahl 2018 in Hessen kostenlosen Nahverkehr für alle

Auch die Linke denkt sich offensichtlich "doppelt hält besser" und geht gleich mit zwei Spitzenkandidaten in den Wahlkampf. Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende, und Jan Schalauske, Parteichef, sollen für den Einzug in den Landtag sorgen. Wissler ist auf Platz eins der Landesliste. Mit Umfragewerten von 8 Prozent könnte es allerdings knapp werden für die Linken.

Auch die Linke möchte Fahrverbote möglichst vermeiden. Stattdessen fordert die Partei einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

FDP möchte nach der Hessen-Wahl Auto-Hersteller in die Pflicht nehmen

Die FDP kommt in Umfragen ebenfalls auf 8 Prozent. Die Liberalen treten mit René Rock, dem Vorsitzender der FDP im Hessischen Landtag an. Rock ist seit 1993 FDP-Mitglied. Die FDP lehnt ebenso wie alle anderen Parteien, abgesehen von den Grünen, Diesel-Fahrverbote ab.

Die Freien Demokraten fordern auf ihrer Facebook-Seite "Hersteller, die nachweislich betrogen haben, zu einer Hardware-Nachrüstung auf eigene Kosten" zu verpflichten.

AfD leugnet Klimawandel und hält Verbote für "unsinnig"

Für die AfD tritt Reiner Rahn an. Die AfD, die bei der letzten Landtagswahl in Hessen an der 5-Prozent-Hürde gescheitert war, erreicht bei aktuellen Umfragen 12 Prozent und wird somit 2018 ziemlich sicher in den hessischen Landtag einziehen. Hessen ist das letzte Bundesland, in dem die AfD noch nicht im Landtag vertreten ist.

Die AfD, die den Klimawandel leugnet, macht keine Vorschläge, wie die Luftverschmutzung vor allem in Städten wie Frankfurt eingedämmt werden könnte und schimpft stattdessen lieber über die angebliche Unfähigkeit anderer Parteien. Die Rechtspopulisten halten Dieselfahrverbote für "unsinnig" und behaupten, die Grenzwerte seien "willkürlich festgelegt", da "nirgends vorgegeben wird, wie und wo exakt sie zu messen sind". Dabei gibt es klare Regelungen bezüglich der Messung von Grenzwerten.

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soj/loc/news.de

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