Renteneintrittsalter bald höher?: Experte fordert Rente mit 69 Jahren

Deutschland wird immer älter und immer mehr Rentner sind von Altersarmut betroffen. Experten sind der Meinung, dass wir zukünftig erst mit knapp 70 in Rente gehen dürfen, wenn das aktuelle Rentenniveau gehalten werden soll.

Immer mehr Renter sind von Altersarmut betroffen oder bedroht. Bild: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand / dpa (Symbolbild)

Das Thema Rente ist ein Dauerbrenner in der Politik. Gerade im Vorfeld von Wahlen werden gern Rentenversprechungen gemacht. Wie diese aber finanziert werden sollen, steht oft auf einem anderen Blatt.

Angst vor Altersamut ist groß

Experten fordern nun, das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Das berichtet "Focus Money". Demnach müsse das Renteneintrittsalter bis 2060 auf 69 erhöht werden, um das derzeitige Rentenniveau sowie die aktuellen Beitragssätze halten zu können.

Laut einer nicht repräsentativen Umfrage von Focus Money, fürchten sich rund 70 Prozent der Leser davor, selbst von Altersarmut betroffen zu sein.

Wir werden immer älter...

Seit 1957 wird die gesetzliche Rentenversicherung über Umlagen finanziert. Damit war der Generationenvertrag geboren: Die Erwerbstätigen zahlen durch ihre laufenden Beiträge die aktuellen Renten und erhalten dadurch einen Anspruch darauf, im Alter selbst Rente zu beziehen, welche dann wiederum von der nachkommenden Generation finanziert wird.

Doch solch ein Generationenvertrag funktioniert eben nur, solange die Bevölkerung wächst. Deutschland hat aber seit Jahren ein negatives Bevölkerungssaldo. Wir werden immer älter. Als Bundeskanzler Konrad Adenauer einst feststellte: "Kinder kriegen die Leute immer", hatte er die Erfindung der Antibabypille nicht eingeplant.

...Und bekommen zu wenig Kinder!

Die Geburtenrate sank im Laufe der 1960er Jahre immer weiter. Gleichzeitig verbesserte sich die Gesundheitsversorgung, wodurch die Lebenserwartung der Menschen kontinuierlich anstieg. Und dies stellt eine umlagenfinanzierte Altersrente vor Probleme.

Denn es gibt immer weniger Erwerbstätige, die für immer mehr Rentner Beiträge zu entrichten haben. Kamen 1960 noch 26 Rentner auf 100 Beitragszahler, so waren es 2016 bereits 48.
Laut Hochrechnungen der Deutschen Rentenversicherung müssten bis zum Jahr 2045 100 Beitragszahler die Rente von 70 Alten finanzieren.

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soj/rut/news.de

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