Nach Angriffen in Chemnitz: Polizei gelingt Schlag gegen sächsische Neonazi-Szene

Entging Chemnitz nur knapp einem rechtsterroristischen Anschlag? Nachdem sechs mutmaßliche Mitglieder der sächsischen Neonaziszene verhaftet wurden, durchsucht die Polizei deren Wohnungen. Lesen Sie hier, auf welch erschreckenden Fakten die Ermittler stießen.

Seit dem gewaltsamen Tod eines Deutsch-Kubaners Ende August kommt Chemnitz nicht mehr zur Ruhe. Bild: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Sachsen und Bayern sechs Männer wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, werden zudem mehrere Wohnungen sowie weitere Räumlichkeiten in Sachsen durchsucht. An dem Einsatz sind insgesamt über 100 Beamte der sächsischen Polizei beteiligt.

Gab es wieder Jagd auf Migranten in Chemnitz?

Die sechs festgenommenen Deutschen sind den Angaben zufolge unter anderem dringend verdächtig, gemeinsam mit dem 31-jährigen Christian K. eine rechtsterroristische Vereinigung namens "Revolution Chemnitz" gegründet zu haben. Christian K. war bereits am 14. September von der Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen besonders schweren Landfriedensbruchs festgenommen worden und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

An besagtem Tag soll Christian K. gemeinsam mit einigen der nun Festgenommenen und weiteren gewaltbereiten Anhängern der rechten Szene Menschen mit Migrationshintergrund angegriffen haben. Bewaffnet mit Quarzhandschuhen, Glasflaschen und einem Elektroimpulsgerät seien sie auf der Schlossteichinsel in Chemnitz auf Migranten losgegangen und hätten einen Migranten am Hinterkopf verletzt, wie die Zeit online berichtet.

Aktion für 3. Oktober geplant: Entgingen wir nur knapp einem Anschlag?

Dieser rassisistische Angriff Mitte September sei ein "Probelauf" für eine Aktion, die für den Tag der deutschen Einheit geplant gewesen sei, so die Zeit online unter Berufung auf Ermittlerkreise. Es seien weitere Anschläge auf Migranten und politisch Andersdenkende beabsichtigt gewesen. Auch Angehörige politischer Parteien und des sogannten gesellschaftlichen Establishments zählen zu den Feinden der Rechtsextremen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen gehören die Beschuldigten der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an und sollen sich als führende Personen in der rechtsextremen Szene Sachsens verstanden haben. Die Beschuldigten sollen sich bereits Mitte September zu der rechtsterroristischen Vereinigung "Revolution Chemnitz" zusammengeschlossen haben, so Zeit online weiter.

Ein verdächtiger Rechtsterrorist in Franken festgenommen

Einen der sechs festgenommenen mutmaßlichen Rechtsterroristen hat die Polizei in Mittelfranken gefasst. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen war der Verdächtige zu einer Montage in Stuttgart unterwegs, kommt aber aus Sachsen. Der Zugriff vom mobilen Einsatzkommando der Polizei erfolgte in der Nacht zum Montag an einer Raststätte nahe Aurach bei Ansbach. Die anderen Männer waren in Sachsen festgenommen worden.

Selbsternannte Bürgerwehr plant Abschaffung des Rechtsstaates

Ziel der selbsternannten Bürgerwehr ist laut Zeit online "die revolutionäre Überwindung des demokratischen Rechtsstaates". Zu diesem Zweck habe die Vereinigung versucht, sich halbautomatische Waffen zu besorgen.

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soj/kad/news.de/dpa

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