Bei Erdogan-Besuch: Sächsische LKA-Beamte nutzen NSU-Decknamen

Erneut steht die sächsische Polizei in der Kritik. Nach Fraktur-Stickereien in einem Dienstfahrzeug und die Affäre um den sogenannten "Hutbürger" sollen LKA-Beamte beim Erdogan-Besuch NSU-Decknamen verwendet haben.

Zwei Beamte des sächsischen LKA sollen beim Erdogan-Besuch NSU-Tarnnamen verwendet haben. Bild: dpa

Bei der Vergabe vonTarnnamen vor dem Einsatz beim Besuch des des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan inBerlin haben zwei Beamte des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) den Namen des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt benutzt.

Bei Erdogan-Besuch: Sächsische LKA-Beamte nutzen NSU-Decknamen

Der Name sei bei einem Einsatz in einer Liste aufgetaucht, teilte das LKA in Dresden am Freitag mit. Den Berliner Beamten sei das aufgefallen, die Betroffenen durften die Dienstgeschäfte nicht weiter ausführen. Ein Disziplinarverfahren sei eingeleitet worden, erklärte das LKA.

Sachsens LKA-Präsident Petric Kleine sagte "Focus Online": "Da fehlen mir die Worte. So ein Verhalten ist verantwortungslos und nicht hinnehmbar. Ich bin tief enttäuscht."

Sächsisches LKA nutzt Deckname von rechtem Massenmörder Uwe Böhnhardt

Der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) war 2011 aufgeflogen. Zuvor hatten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe im Untergrund gelebt. Sie hatten neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet. Mundlos und Böhnhardt hatten sich nach einem gescheiterten Banküberfall selbst getötet.

Erfahren Sie mehr: Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos – Kindheit und Familie: So lebten die NSU-Täter privat.

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jat/news.de/dpa

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