Attentat auf Venezuelas Staatschef?: Maduro macht Oppositionellen für mutmaßlichen Anschlag verantwortlich

Am Samstag soll Venezuelas Staatschef Maduro Opfer eines Anschlags geworden sein, doch Kritiker hegen Zweifel an der Echtheit. Der Präsident hat jetzt einen der bekanntesten Oppositionellen beschuldigt.

Ein Soldat blutet am Kopf, nachdem es bei einer Militärparade in Venezuela einen versuchten Anschlag gegen Staatschef Nicolas Maduro gegeben hat. Maduro bleibt unverletzt. Bild: dpa

Nach dem vermeintlichen Anschlag auf Venezuelas linken Staatschef Nicolás Maduro werden nun immer mehr Stimmen laut, die Zweifel an der Bluttat haben. War es gar kein Drohnenangriff sondern lediglich ein Unfall? Maduro beschuldigt jetzt einen Oppositionellen.

Zweifel am Anschlag auf Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro

Maduro scheint sich sicher zu sein, die Explosion war ein Attentat auf ihn. Nach Behördenangaben seien bereits nach dem Vorfall sechs Menschen festgenommen worden. Auch mehrere Fahrzeuge sollen beschlagnahmt worden sein, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur AVN Innenminister Néstor Reverol am Sonntag in Caracas. Bei dem Einsatz seien auch Beweise sichergestellt worden.

Nach Regierungsangaben war Maduro am Samstag Ziel eines Bombenanschlags, der mit Drohnen während einer Militärparade verübt wurde. Das Staatsfernsehen hatte teilweise den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede vor Soldaten hielt. Der Staatschef blieb unverletzt.

Maduro beschuldigt Julio Borges, Kolumbien und die USA

In einer Ansprache beschuldigte Maduro zunächst den scheidenden kolumbianischen Präsidenten, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, und "ultrarechte Kreise" in Venezuela und den USA der Tat. Der US-Sicherheitsberater John Bolton dementierte eine Beteiligung Washingtons. "Ich kann eindeutig sagen, dass es keine Verwicklung der US-Regierung in all das gibt", sagte er dem Sender Fox News. Jetzt hat Präsident Nicolás Maduro einen der prominentesten Oppositionellen des südamerikanischen Landes mit der Tat in Verbindung gebracht.

"Die Aussagen deuten auf Julio Borges hin, der in einem herrschaftlichen Haus in Bogotá lebt. Wir wissen, dass er die Feigheit besitzt, sich an so einer Sache zu beteiligen", sagte der autoritäre Staatschef in einer Fernsehansprache am Dienstag. Borges ist einer der bekanntesten Regierungsgegner Venezuelas. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

War es gar kein Attentat?

Direkt nach dem Zwischenfall kamen Zweifel an der offiziellen Attentatsversion auf. Angeblich seien für das Attentat zwei Drohnen mit jeweils einem Kilo C-4-Sprengstoff verwendet worden. "Die Ladung kann Schäden in einem Radius von 50 Metern verursachen", erklärte Reverol. Mittlerweile ist sogar ein Video aufgetaucht, welches die angebliche Explosion zeigen soll. Allerdings ist völlig unklar, ob das Video tatsächlich vom Ort des Geschehens ist.

Aussagen von Feuerwehrleuten lassen die Vermutung zu, dass es sich um einen Unfall gehandelt haben könne. Statt eines Anschlags mit Drohnen könnten lediglich Gastanks in einem benachbartem Gebäude schuld sein.

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Kritiker befürchten, dass der Vorfall nun zur Verschärfung der Repression genutzt wird. Maduro wird das Errichten einer Diktatur in dem ölreichen Staat vorgeworfen. Venezuela leidet seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise und der höchsten Inflation der Welt.

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bua/news.de/dpa

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