Mehr als 2 Milliarden Euro einbehalten: So viel Geld strichen die Jobcenter Hartz-IV-Empfängern

Für Hartz-IV-Empfänger gilt: Wer sich nicht an die Vorgaben des Jobcenters hält, bekommt weniger Geld. Wie viel Geld den ALG-II-Empfängern im Jahr 2017 wirklich gestrichen wurde, legte die Bundesagentur für Arbeit jetzt offen.

Jobcenter sind berechtigt, Sanktionen in Form von Leistungskürzungen gegen Hartz-IV-Empfänger zu verhängen (Symbolbild). Bild: Jens Kalaene / picture alliance / dpa

Wer Arbeitslosengeld, auch als Hartz IV bekannt, beziehen will, der merkt es schnell: Wer sich nicht an die Auflagen der Bundesagentur für Arbeit hält, Termine schwänzt oder sich nicht aktiv um einen neuen Job bemüht, dem werden die Leistungen gekürzt. Wie viel Geld ALG-II-Empfängern in den vergangenen Jahren tatsächlich gestrichen wurde, ist jetzt offiziell bekannt.

Jobcenter streichen Hartz-IV-Empfängern Leistungen in Milliardenhöhe

In den vergangenen zehn Jahren haben Deutschlands Jobcenter mehr als zwei Milliarden Euro einbehalten, weil sich Hartz-IV-Empfänger nicht an Auflagen hielten. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Leistungskürzungen 2017: Jobcenter behielten 178 Millionen Euro ein

Allein vergangenen Jahr wurden die Zahlungen demnach um mehr als 178 Millionen Euro gekürzt. Rund 137.000 Menschen waren davon betroffen, das entspricht 3,1 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger. Sie erhielten durchschnittlich 1.300 Euro im Jahr weniger.

Deshalb bekamen Hartz-IV-Empfänger weniger Geld

In den meisten Fällen werden Hartz-IV-Leistungen reduziert, weil Empfänger ohne ausreichende Begründung einen Termin beim Jobcenter versäumt haben. Außerdem werden Hartz-IV-Empfänger sanktioniert, wenn sie etwa ein Jobangebot oder eine Fortbildung verweigern oder zusätzliches Einkommen verschweigen.

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loc/news.de/dpa

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