Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Kanzleramt unter Druck! Was wusste Merkel vom BAMF-Chaos?

Die Missstände beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) waren offenbar schon länger bekannt, als bislang angenommen. Selbst die Kanzlerin wusste wohl schon eher Bescheid. Gibt es jetzt endlich Konsequenzen?

Angela Merkel wusste offenbar schon früher von Problemen beim BAMF. Bild: Michael Kappeler/dpa

Nach der Affäre um mögliche Korruption beim Bremer Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) steht die Behörde in der Kritik. Offenbar gab es deutschlandweit schon länger Probleme, die auch wichtigen Entscheidungsträgern bekannt waren.

Frank-Jürgen Weise: Ex-BAMF-Chef erhebt schwere Vorwürfe

Laut "Bild am Sonntag" erstellte der ehemalige BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise bereits Anfang 2017 einen umfassenden Bericht über die Missstände. Er berichtet, dass er in seiner bisherigen Laufbahn "noch nie einen so schlechten Zustand einer Behörde erlebt" habe. Es sei nicht erklärbar "wie angesichts dieses Zustandes davon ausgegangen werden konnte, dass das BAMF den erheblichen Zuwachs an geflüchteten Menschen auch nur ansatzweise bewerkstelligen könnte."

Chaos beim BAMF! Hätte die Krise verhindert werden können?

Grundsätzlich sei die Arbeit des BAMF an vielen Stellen chaotisch gewesen. Weder soll es feste Strukturen, noch eine ausreichende Dokumentation gegeben haben. Dadurch "konnte jeder so arbeiten, wie er es für richtig hielt." Auch bei der Auswahl von Führungskräften soll es zu einer "Fehlsteuerung" durch das Innenministerium gekommen sein. Weise behauptet, dass das Asylchaos nach der Öffnung der Grenzen zu Ungarn im Herbst 2015 absehbar war, da es bereits 2014 unzählige unbearbeitete Asylanträge gegeben habe.

Wusste Angela Merkel bereits seit 2017 vom BAMF-Chaos?

Besondere Brisanz erhält das Dossier von Weise dadurch, dass es sowohl an das Bundesinnenministerium als auch das Kanzleramt weitergeleitet wurde. Demnach müsste Angela Merkel bereits Anfang 2017 von den desolaten Zuständen der Behörde gewusst haben. Wie die "Bild am Sonntag" weiter berichtet, soll Weise die Probleme auch im direkten Gespräch mit der Kanzlerin mehrfach angesprochen haben.

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jat/news.de

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